rudel

Maya *17.01.2010 | Cocker Spaniel-Mops-Mischling

Maya ist mein erster Hund. Geschlagene dreiundzwanzig Jahre habe ich auf sie gewartet. Und plötzlich war sie da. Überraschend, kurzfristig, unüberlegt – und doch goldrichtig! Maya ist ein Sonnenschein, durch und durch, aber dennoch kein ganz einfacher Hund. Ihr extremer Jagdtrieb gibt gepaart mit ihrem unglaublichen Dickkopf und ihrer explosiven Art eine Mischung, die mich schon manchmal zur Weißglut gebracht hat. Aber wie sagt man so schön?

Man bekommt nicht den Hund, den man will, sondern den, den man braucht. 

Von Anfang an übte ich sehr viel mit Maya, der Jagdtrieb war jedoch erstmal nicht im Fokus – bis Maya mit einem Jahr ihren ersten Jagderfolg hatte und einen Hasen erwischte. Maya war plötzlich nur noch ein aufgekratztes, hysterisches Etwas, ich war am Boden zerstört. Wir kennen sie alle, die „Flexi-Leinen-Hunde“ – sollte Maya wirklich einer von ihnen werden? Ist wirklich was dran, dass man chancenlos ist, wenn der Hund erst einmal Erfolg hatte? Nein. Jedoch sind die wenigsten Hundehalter bereit so viel Zeit, Geld, Schweiß und Tränen zu investieren um seinem Ziel ein Stück näher zu kommen. Ich habe mich für diesen Weg entschieden und mich trotz heftiger Rückschläge nicht davon abbringen lassen. Konkret hieß das für uns zwei Jahre Schleppleine, viele überflüssige Kommentare von Mitmenschen, tägliches konsequentes Training, Nervenzusammenbrüche und Irrwege. Doch nur durch all das haben wir letztendlich unseren Weg gefunden. Heute habe ich kein aufgekratztes, hysterisches Etwas mehr an der Leine, sondern einen aufmerksamen Kumpel an meiner Seite, auf den ich mich verlassen kann.

IMG_4849-2

Kito *03.04.2010 | Epagneul Breton (..und ein bisschen Setter?!)

Kito kam 2012 aus dem spanischen Tierheim zu uns und stellte uns zunächst vor viele Fragen. Anders als Maya damals war er kein fröhlicher, unbefangener Welpe, sondern hatte in seinem bisherigen Leben nicht viel Schönes erlebt. Äußerlich erinnert lediglich eine große Narbe am Bein und sein etwas ’schepper‘ Gang an seine schlimme Vergangenheit. Die Narben, die er seelisch davongetragen hat, können wir nur erahnen. Meine Befürchtungen, dass wir uns mit einem zweiten Jagdhund zu viel zumuten könnten, traten mit Kito’s Einzug sofort in den Hintergrund. Es gab so viele andere Baustellen – kurz gesagt hatte er einfach Panik vor der Welt. Er muss sich so wahnsinnig verloren gefühlt haben, dass er kaum wusste wohin mit sich. Nachts schreckte er bellend aus dem Schlaf und rannte wie gestochen durch die Wohnung, auch tagsüber brachte ihn jedes kleinste Geräusch aus der Fassung. Männer machten ihm so große Angst, dass er ohne Vorwarnung schnappte, wenn einer ihm zu nah kam und schon in diversen Hosenbeinen oder Fahrradreifen hing. In der Wohnung dagegen ergriff er die Flucht und machte unter sich.

Es hat eine ganze Weile gedauert sein Vertrauen zu gewinnen und ihm zu zeigen, dass die Welt da draußen gar nicht so schlimm ist. Doch nach und nach fasste er mehr Vertrauen und ist heute der größte Schmusebär und das zarteste Wesen, das ich kenne. Natürlich hat Maya bei seiner Entwicklung eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Sie war vom ersten Tag an zuckersüß zu ihm und hat ihm mit dem nötigen „Fingerspitzengefühl“ gezeigt, dass die Welt da draußen gar nicht so übel ist. Wenn ich ihn mir heute anschaue, bin ich immer wieder sprachlos wie toll sich dieser Hund entwickelt hat. Seine Freudenjauler, wenn wir nach Hause kommen, seine Luftsprünge und sein wacher Blick, wenn es an die Arbeit geht, seine unbändige Lebensfreude. Natürlich ist der Jagtrieb auch bei Kito ein großes Thema. Ähnlich wie Maya hat er gelernt, Grenzen zu akzeptieren und seine Triebe in geregelten Bahnen auszuleben. Er ist stets eifrig bei der Arbeit und voll in seinem Element, wenn er seine Nase einsetzen darf. Rückblickend muss ich wohl sagen, dass Kito der beste Lehrer war, den ich haben konnte und ich bin mir sicher, dass er mir mit seiner besonderen, sensiblen Art noch einiges beibringen wird.

kito

 

Berti *20.12.2013 | Epagneul Breton

Berti, unser Kuckucksei. Man kann nun wirklich nicht behaupten, dass ich mit zwei Jagdhunden unterfordert gewesen wäre. Im Gegenteil hatte ich mit Maya und Kito gerade ein Level erreicht, das unseren Alltag endlich wieder etwas entspannter machte. Wir waren die Schleppleinen los, zu einem eingespielten Team geworden und hatten die größten Probleme hinter uns gelassen. Da entdeckte ich „Umberto“ auf der Seite von Bretonen in Not e.V. und verliebte mich auf der Stelle in dieses kleine, zerrupfte Ding. Er sah wirklich ziemlich übel aus, aber da war dieses Etwas, das mein Herz erweichte. Aber ein dritter Hund – undenkbar. Ich wünschte ihm viel Glück und ein tolles Zuhause und verfolgte seine Geschichte weiterhin. Bis wir von BiN gefragt wurden, ob wir den Zwerg für drei Wochen als Urlaubsvertretung der Pflegestelle zu uns nehmen könnten. Na klar, man hilft ja wo man kann. Ich denke ich muss nicht weiter ins Detail gehen….?!

Ich kann mich nicht daran erinnern wie oft ich geflucht und mir geschworen habe nie wieder einen Jagdhund zu haben. Oft! Aber ihr erinnert euch an den Satz von oben? Richtig. Irgendjemand war also wohl der Meinung, dass ich eine neue Herausforderung brauche, ehe mir langweilig wird. Und da kam Berti gerade recht. Könnten wir Berti’s Energie zur Stromgewinnung nutzen, müssten wir nie wieder Rechnungen zahlen. Kurz: der Kerl hat Energie – ohne – Ende. Macht aber auch mindestens genauso viel Spaß. Jagdtrieb? Ja und davon nicht wenig. Aber schockt mich das wirklich noch? Nein. Inzwischen weiß ich damit umzugehen und somit arbeiten wir uns ganz entspannt Stück für Stück in die Freiheit. Was Aktivitäten betrifft, gibt es wirklich nichts, was Berti nicht mag. Er hat eine ausgezeichnete Nase und ist wirklich unschlagbar gut in der Fährtenarbeit oder Feinstoffsuche. Auch die Dummyarbeit liebt er und ein besonderes Highlight ist der Zughundesport. Ein echter Allrounder ;-) Anders als Maya und Kito braucht er diese Aufgaben auch, nicht täglich, aber dennoch regelmäßig. Sonst wird er drinnen schonmal absolut unerträglich und dekoriert auch gern mal die Wohnung etwas um. Glücklicherweise ist das mehr die Ausnahme als die Regel. Er ist der verkuscheltste und aufdringlichste Hund der Welt und nebenbei auch die allergrößte Nervensäge. Aber das alles mit einem solchen Charme, dass man ihm nur verfallen kann. Auch wenn ich eigentlich keinen Jagdhund mehr wollte, möchte ich unseren liebenswerten Chaot nicht mehr missen.

IMG_4837-2

 

 

8 Replies to “rudel”

  1. Hallo Cosima,
    wir finden Eure Seite toll! Und weil unsere Geschichten sich so ähnlich sind, muss ich dir einfach schreiben. Wir (das sind „Luca“ Ratoneromix-Mädchen, 3J.; „Feliz“ Epagneul Breton-Mädchen 1J.und mein Mann) durchlebten ganz ähnliche Tage in diesem Jahr und laufen mit schleppender Leine durch die Wiesen. Ich würde Euch gerne Bilder schicken und mich über Erfahrungsaustausch freuen :-) Ganz viele liebe Grüße Nicola

  2. Hey…wuff…coooole Seite…wuff….hoffe wir lernen uns bald kennen…WUFF WUFF!!!

    Euer PAUL!!!!!

    PS: Müllaaaa

    1. Hallo und *wuff* lieber Paul!
      Schön, dass du über unsere Seite geschnuffelt bist ;-)

      Wir würden uns auch riesig freuen dich einmal kennenzulernen! Unser Frauchen ist oft mit uns in Ladenburg unterwegs, wenn es also bei euch mal passt, meldet euch gern ;-)

      PS: Pass bloß auf, dass unser Frauchen deinem Frauchen nicht so viel Blödsinn erzählt.. Seit die Hundetrainerin ist, ist mit der nicht mehr gut Kirschen essen – von wegen Erziehung, nicht jagen und so. Alles was Spaß macht ist verboten *pah* ich hoffe deine Zweibeiner sind nicht so gemein zu dir.

      Bis bald! Maya & Kito

  3. Hallo… Wir haben uns entschieden dass wir einen Hund kaufen wollen. Wir sind an einem Cocker-Mops interessiert und würden deshalb gerne Angaben über einen Züchter haben. Hoffe sehr Sie können uns weiterhelfen. Vielen Dank

  4. Hallo!

    Wir sind gerade über euren Blog gestolpert und wollten erst einmal schauen, wer sich hinter dem Blog verbirgt ;-) Schön, wie ihr euch alle vorgestellt habt.

    Kitos Angewohnheit, Nachts aufzuschrecken und bellend zu rennen kennen wir zu gut. Unser Finchen (ehemalige Vermehrerzuchthündin) macht das auch noch in regelmäßigen Abständen und auch wir können nur erahnen, was sie früher erleben musste.

    Wir kommen bestimmt mal wieder vorbei ;-)

    Mopsige Grüße
    Molly und Finchen

  5. Hallo Ihr Lieben,
    wollte Dir und Deiner Truppe mal eben eine paar Grüße hinterlassen und sagen, dass mir „Maya´s Life“ sehr gut gefällt!
    Ins besondere Die Bilder sind unheimlich schön…
    By the way, ich bin ebenfalls stolze Besitzerin eines Hundes. ;-)
    Mein „stiller Jäger“ Pierrot ist ein English Pointer und seinem Herrn in Frankreich abhanden und letztlich zu mir gekommen.

    Wie auch Du, habe ich eine Menge Arbeit mit ihm, aber ich liebe die Herausforderung und vor allem liebe ich diesen Hund ganz schrecklich! :-)

    Herzliche Grüße aus Wuppertal,
    Yvonne&Pierrot

    Alles Gute weiterhin!

    1. Hallo ihr Lieben,
      vielen Dank für deinen Kommentar, freut mich sehr, dass es euch bei uns gefällt :-)
      Ich kann deine Worte absolut nachvollziehen. Manchmal suchen sich die Hunde eben ihre Menschen aus, nicht wahr? :-)
      Liebste Grüße, Cosima

  6. Hallo,
    vielen Dank für die tollen Infos .
    Ich kann mir als Mehrhundehalter immer eine ganze daraus mitnehmen.
    Liebe Grüße,
    Steffi

Schreibe einen Kommentar