Weil Freilauf nicht gleich Freilauf ist.

Der gute, alte Freilauf. Für manche nichts besonderes, für Leute mit Jagdwutzen gilt er oft als unerreichbares Mysterium. Den Hund wirst du nie ableinen können! Du musst das Wild immer vor ihm sehen! Du bist einfach nicht interessant genug! Klassische Sprüche, die ich mir schon zur Genüge von selbsternannten Hundekennern und auch Trainern anhören durfte.

Für die meisten Hundehalter ist das mit dem Freilauf recht simpel. Leine ab, Hund trödelt los, rennt mal ein paar Meter, fertig. In der Regel sucht er immer mal wieder Kontakt und lässt sich passabel abrufen. Bei einem Großteil der Hunde funktioniert das, ohne dass man jemals dafür trainiert hätte. Ist so, viele Hunde schenken eben viel. Andere nicht. Würden wir das bei unseren jagdlich ambitionierten Hunden mal eben so machen, würde vermutlich auf das Klicken des Karabiners eine fette Staubwolke folgen und mit etwas Glück sehen wir unseren Hund irgendwann wieder. Der hat überhaupt keine Bindung zu dir, hört man dann unter Umständen. Furchtbarer Satz, denn als liebende Hundemama hört man nur „Dein Hund hat dich nicht lieb!!!“, dabei mangelt es vielleicht nur etwas an Respekt. Er hat eben draußen andere Prioritäten und verhält sich in seinen Augen goldrichtig. So wie Mutter Natur ihm das in die Gene gepackt hat. Und jetzt kommen wir ahnungslosen Zweibeiner und behaupten das wäre falsch?! Geht’s noch?

Stellt man also fest, dass das mit dem Freilauf eventuell ein etwas schwierigeres Unterfangen werden könnte, beginnt man aufzurüsten um sich spannend zu machen und den Hund adäquat belohnen zu können: Futterdummy, zur allgemeinen Bespaßung, den Hasenfelldummy als Super-Belohnung. Normale Leckerchen, dafür dass der Hund da ist und atmet, etwas höhlengereiften Gruyère für besondere Leistungen, weil Hund den so gern mag. Gouda verpönt er. Für den Rückruf gibt es Katzenfutter, für den Kehrt-Pfiff Leberwurst, für den Sitz-Pfiff Wiener und für den Super-Super-Super-Pfiff ein halbes Rind. Gut, ist vielleicht etwas viel zu schleppen, aber von nix kommt ja nix. Am Band mit den verschieden frequentierten Pfeifen baumelt dann noch das Fernglas. Damit man das Wild vor dem Hund sieht, das ist nämlich essentiell bei der ganzen Sache. Und wahnsinnig realistisch. Mit rund zweihundert Millionen Riechzellen hat der Hund das Wild schon auf dem Schirm bevor wir überhaupt nur daran denken würden. Unsere Nase ist leider auf gut deutsch zu nichts zu gebrauchen und dass der Hund ein Bewegungsseher ist, macht die Sache für uns nicht besser. Aber dann gibt es natürlich jene Situationen, in denen man als Mensch einen Hasen entdeckt, der erstarrt auf dem Acker hockt, man triumphierend seinen Hund an die Leine nimmt und auf Lebzeiten abspeichert: Wenn ich es vor ihm sehe, klappt’s. Und so läuft man dann durch die Wiesen und Wälder und hat alles im Blick, außer seinen Hund. Der wiederum hat uns ziemlich genau im Blick und wird sich schnell denken: „Geil, die Alte guckt auch nach Wild!“. Macht uns vielleicht aus Hundesicht zunächst mal etwas attraktiver, bringt den Hund aber unter Umständen unnötigerweise auf dumme Gedanken und ehe wir uns versehen, stehen wir allein im Wald.

Nun hat der 08/15-Hund ja in der Regel alle Freiheiten dieser Welt. Eben so lange bis es problematisch wird oder etwas darüber hinaus. Neeeeiiiin, meiner gar nicht! wird jetzt der ein oder andere protestieren. Aber ist es nicht häufig so, dass der Hund als Welpe erstmal kurz gesagt machen kann was er will, weil er ohnehin hinterher trottet und dabei noch wahnsinnig süß aussieht? Dann wird der kleine Fratz langsam älter, die Sinne entwickeln sich und der Jagdtrieb erwacht. Einen kleinen Jagdausflug bewertet man noch als Ausrutscher, an weiteren ist die Pubertät schuld und irgendwann gilt der Hund als unerziehbar. Auf jeden Fall ist der Hund schuld. Dann gibt es Hundehalter, die haben kein Problem damit und lassen ihn eben machen, andere sehen dann [aber wirklich erst, wenn Polen offen ist] die Notwendigkeit, den Hund mal etwas einzuschränken. Er hat es ja nicht anders gewollt und man hat ihm beim letzten Mal schon gesagt, wenn er das nochmal macht, kommt er an die Schleppleine! Natürlich macht man es damit weder sich selbst, noch dem Hund leicht, der ja sein bisheriges Leben den Inbegriff der Freiheit leben durfte und sich plötzlich an einer zehn oder sonstwas Meter-Leine wiederfindet. Nachdem ich ihm den Freilauf zwei, drei Jahre lang so richtig schmackhaft gemacht habe, komme ich JETZT auf die glorreiche Idee, dass der Hund eventuell mal eine Grenze braucht, anstatt den Hund von Anfang an in gewissen Bereichen erstmal einzuschränken und ihm nach und nach etwas Freiheit zu gewähren, wenn er sich entsprechend verhält. Vertrauen muss man sich erarbeiten! Eigentlich völlig logisch, aber oft fehlt die Notwendigkeit und der nötige Leidensdruck um das tatsächlich umzusetzen, denn „noch isser ja brav“.

Warum es so schwierig ist, einem Hund plötzlich zu vermitteln, dass er nun nicht mehr der Nase nach durch den Wald stiefeln darf, liegt eigentlich auf der Hand: Freilauf ist selbstbelohnend! [übrigens durchaus auch an der Schleppleine] Ein Hund, der stark auf externe Reize reagiert, in diesem Fall Wild oder Fährten, wird sich im Laufe des Spaziergangs so richtig an seiner Außenwelt aufgeilen und auf einem permanent hohen Erregungslevel unterwegs sein. Als wäre das noch nicht schlimm genug, findet all das immer schön von uns weg statt. Natürlich macht es aus Hundesicht absolut keinen Sinn, sich aus freien Stücken in unserer Nähe aufzuhalten, wenn doch alles andere für Herzrasen und Adrenalin sorgt. Wir als Mensch sehen am Ende nur den Ausbruch, den Moment, in dem der Hund den Turbo reinhaut und mit einer Staubwolke im Wald verschwindet. Letztendlich war das Reh im Gebüsch aber nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat und wir hätten vielleicht schon viel früher eingreifen sollen. Ist der Hund erstmal weg, wird jeder Super-Pfiff zum Roulette, nicht nur weil der Hund nicht hören will, sondern weil er es im Ernstfall vielleicht gar nicht kann. Mutter Natur ist ja nicht doof und hat unsere lieben Jagdhunde bestens darauf vorbereitet bei der Jagd alles andere auszublenden. Natürlich gelingt das auch unseren Familienhunden ausgezeichnet, weshalb es doch erstrebenswert sein sollte eben so mit seinem Hund unterwegs zu sein, dass ein Rückruf an sich überflüssig wird.

Mal gepflegt abspacken muss sein – doch das muss hund sich verdienen.

Natürlich kann man sich bis auf die Zähne mit Futter und Spielzeug bewaffnen und hoffen, dass der Hund sich im Zweifel für mich und das Rind entscheidet, wenn man sich dabei wohl fühlt. Man kann auch den Horizont scannen und nach Wild Ausschau halten, wenn es einem Sicherheit vermittelt. Ich persönlich setze mehr darauf, die Körpersprache meiner Hunde richtig einzuschätzen – denn eigentlich sagen sie mir sehr genau, wann es an der Zeit wäre sie eventuell anzuleinen, weil sie Wild gewittert haben. Und was den Freilauf angeht, habe ich eben eine etwas andere Definition als die meisten Hundehalter. Freilauf bedeutet eben nicht kopflos durch die Gegend zu rennen wie auf Speed. Freilauf bedeutet mit mir gemeinsam neue Wege zu erkunden, mal hier und da etwas zu schnuffeln und viel mehr eben auch nicht. Ich versuche nicht mich irgendwie interessanter zu machen als Wild [ganz ehrlich, vergesst es!], stattdessen gebe ich meinen Hunden eine sehr klare Linie vor, ich setze Grenzen und gebe ihnen dadurch wiederum Sicherheit. Ich bemühe mich nicht um die Aufmerksamkeit meiner Hunde, indem ich erstklassiges Entertainment biete und ständig Gefahr laufe ohne meine diversen Helferlein schnell uninteressant zu sein. Meine Hunde bemühen sich um mich. Wer zuverlässiges Verhalten an den Tag legt, wird mit meinem Vertrauen belohnt, darf mal eine extra Runde flitzen, bekommt meine Aufmerksamkeit und Zuwendung. All das sind doch Privilegien, die irgendwie ein bisschen in Vergessenheit geraten sind. Wenn der Freilauf also nicht so klappt wie man sich das vorstellt, sollte man vielleicht umdenken und bereits im Ansatz das ein oder andere überdenken.

22 Kommentare

  1. Hallo.

    Ich hab deinen Blog ganz zufällig entdeckt und finde es wunderbar, wie du über dein Leben mit deinen Vierbeinern schreibst.
    In vielen Geschichten und Texten finde ich uns und unseren Henry voll wieder.
    Auch in diesem. Henry ist einen Lackel (einen Labrador Dackelmix), die Ausgeburt an Neugierde, Schnüffelnase, Jäger und Kuschelbestie. Er ist dazu noch sehr clever und lernt schnell. Allerdings muss er seine Grenzen kennen, die testet sehr gern mal aus.
    Das Bild, welches du hier zeichnest kennen wir nur zu gut. Draußen ist die Nase immer im Dreck. Er saugt alles auf, was er bekommen kann. Möchte jedem Vogel hinterher, Eichhörnchen fangen und Rehe erlegen. Sobald die Leine ab ist geht’s auf Wanderschaft. Regelmäßiges heranrufen funktioniert bis zu dem Punkt, an dem die „fette Beute“ gewittert wird. Dann hilft kein Rufen oder Pfeifen.
    Wir gehen dann einfach weiter und hoffen, daß er es merkt und nachkommt. Dann geht’s wortlos an die Leine und fertig.
    Wir haben uns angewöhnt ihn nur noch kurz frei laufen zu lassen, ihn zu rufen und mit einem guten Gefühl wieder an die Leine zu nehmen.

    Den Satz, dass man nicht interessant genug ist kennen wir auch oder das wir ihn ignorieren müssen. Leberwurst, Pfeife und extra Abrufwort haben aber auch nur Erfolg, wenn er nix wildes in der Nase hat. Die perfekte Lösung hatte bisher leider niemand.
    Am Samstag am Ostseestrand war alles in Butter, drei Stunden Strandspaziergang ohne Leine und ohne Probleme. Man steckt einfach nicht drin.

  2. Jau, Maya, genau so ist es! Ich kann nach 5 Jahren Bretonen-Erfahrung alle Deine Ausführungen bestätigen. Einschließlich der Schuldgefühle, für den eigenen Hund nicht interessant genug zu sein. Quatsch, Quatsch, Quatsch!!! Ich bin für meinen Lambert seine Herz-Lungen-Maschine, ohne die kein Leben für ihn möglich ist. Es gibt für ihn nichts Größeres und Wichtigeres als nah bei mir zu sein. Und dennoch, nimmt er eine interessante Spur auf, ist er weg, ansatzlos, ohne mir die Chance zum Lesen seiner Körpersprache zu geben. Und da ist vielleicht die einzige Abweichung, die ich zu Deiner Einschätzung habe. Nicht Mutter Natur hat ihm das in die Gene gelegt, sondern der Mensch, der durch ständige Selektion die Bretonen zu absolut arbeitsgeilen Jagdhelfern gemacht hat. Konsequenz für mich und meinen Hund: Strecke gehen wir an der Schleppleine, eine Wiese, auf der wir sicher genug sind für Spurensuche, Apportierspiele oder Mantrailing finden wir immer, und danach geht´s an der Schlepp weiter. Übrigens: auch an der Schlepp erkundet der Hund viel Neues und Spannendes, was anschließend im Tiefschlaf zu Hause mit manchem Wimmern und Fußscharren verarbeitet wird.

    1. Ja, das mit dem Bretonen kennen wir auch. Er ist mit drei Jahren aus dem Tierheim zu uns gekommen und liebt uns heiß und innig. Aber draußen ist nunmal alles super interessant und er rennt nur noch kopflos durch die Gegend und reagiert auf uns überhaupt nicht mehr. Daher geht’s bei uns auch nur mit Schleppleine, aber 25 m reichen ihm da auch aus.

  3. Ich mag Deinen Stil sehr gerne und habe Deinen Beitrag mit großem Interesse gelesen.

    Am Ende war ich so froh einen Hund zu haben, der keinen Jagdtrieb hat. Aber jetzt glaube nicht, dass Socke hier im häuslichen Umfeld ohne Leine laufen kann. Ich sage nur Hütehund, der einen Erzfeind in der Nachbarschaft hat und es wohl nie lernen wird Radfahrer und Jogger zu verfolgen. Sobald wir woanders laufen, ist das alles kein Problem. Aber der eigene Bereich wird bewacht und von allem bewahrt, was Socke als störend empfindet…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    1. dann ist er entweder ueber- oder unterfordert. hab eine aussiedame und die benimmt sich anstandslos.

      ich nehme sie immer neben mich, wenn jogger oder ueberhaupt irgendwer entgegenkommt.

      wenn uns jogger ueberholen dreh ich mich allerdings um 180 grad und loese sie in die andere richtung auf, sonst denkt sie schnell sie soll hinterherrennen. das hat sie genau einmal gemacht und seitdem schick ich sie mit dem „okay“ immer ins gruene.

  4. Super toll geschrieben und wie wahr.
    Hab eine Aussiehündin…
    Aber kann nur sagen meistens klappts ja wenn da nicht so kleine Hundedamen wären die meinen Sie wären eine Dogge
    Die kann man dann so schön quer durch die Prärie jagen
    Grüsse aus Samnaun

  5. Supertoll, habe auch 2 Bretonen, man muss einfach immer aufpassen beim Laufen lassen, sie sind immer auf der Jagd, aber es sind einfach tolle Hunde, wenn auch etwas anstrengend ich würde nicht tauschen wollen. M. Holle mit Roma+Ray

    1. Mit zwei Hunden hab ich folgende Erfahrung gemacht:

      wenn ich beide von der Leine gelassen habe, waren sie der Kern des Rudels und ich der Depp, der nicht schnell genug hinterherkam.

      wenn ich nur einen schnalle, sind Leinenhund und ich der Kern des Rudels, und der Freilaufende der Depp, der sich vom Rudel entfernt. Und dann aber ganz schnell wieder zurück kommt

  6. Genau so ist es liebe Maya, Freilauf ist toll, deshalb sollten Ihn die Fellnasen sich auch verdienen. Zuverlässigkeit wird mit Vertrauen belohnt. Habe selbst immer alle meinen Hunde (viele Mixe, auch Jagdhunde, heute Jack Russell) von der kurzen über eine etwas längere Leine ans Folgen gewöhnt, solange, bis dann auch die Leine im Kopf funktioniert und ich mich auf sie verlassen konnte. Wenn sie frei laufen folgen sie mir auch ohne dass ich rufe oder ständig schauen muss. Trotzdem erfolgt von Zeit zu Zeit ein Rückruf mit Belohnung, ein Lob oder auch mal ein Leckerli.. Sie sind daran gewöhnt stehen zu bleiben, wenn ich stehen bleibe. Das haben sie an der kurzen Leine gleich zu Anfang gelernt, ohne viele Worte, einfach mit Geduld.
    Das funktioniert bei allen Altersklassen. Hunde hören nie auf zu lernen

  7. Klasse Statement. …… wir werden Viel zu sehr verrückt gemacht ,- lassen uns verrückt machen.
    Gruß

  8. Dein Kommentar ist ja ganz nett, aber diese Stuten bissig meist gerade unter Menschen, die mit Hunden arbeiten, will mir nicht in den Sinn. Warum muss ich in jedem Blog, in jedem Forumseintrag und in jedem Kommentar Satzkonstrukte wie „selbsternannte Hundetrainer“ oder dergleichen lesen. Habt ihr alle so wenig Selbstvertrauen auf die eigenen Fähigkeiten, dass ihr die der anderen runterspielen müßt?

    1. Maya's Frauchen sagt: Antworten

      Lieber Joachim,
      ich schreibe lediglich aus meiner Erfahrung und es ist nunmal meine Erfahrung, dass mir Leute, die von Hunden gelinde gesagt nicht so viel Ahnung hatten, irgendwelche Tipps geben wollten. Ich möchte damit niemanden diffamieren, was ich ja auch überhaupt nicht tue, ich denke jedoch dass es vielen Hundehaltern, die vielleicht ein Problem mit ihrem Hund haben, so geht. Viele, die einen jagenden Hund haben, werden schon die absurdesten Sprüche aufgedrückt bekommen haben und das nicht immer unbedingt freundlich. Von „lassen Sie ihn doch jagen, das machen sie alle“ über „hoffentlich wird ihr Jagdhund abgeknallt“, nur weil er frei läuft, dabei aber brav neben mir oder eben Klassiker wie „einen solchen Hund kann man nie ableinen“ hab ich schon alles mögliche gehört, von fragwürdigen Erziehungstipis mal ganz zu schweigen.
      Ich möchte nur ermutigen sich nicht alles zu Herzen zu nehmen und finde das hat überhaupt nichts damit zu tun die Fähigkeiten anderer herunterzuspielen oder kein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben. Eben darum geht es ja – man kann die Leute auch mal reden lassen und eben genau das tun: auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen und auf sein Bauchgefühl hören.

  9. der beitrag hat mir gerade unglaublich viel gebracht. biscuit (aussie-dame) ist seit montag zum ersten mal laeufig und lies sich gestern zum ersten mal nicht abrufen (der rabe der 5m ueberm boden geflogen ist war einfach cooler)…

    vorher hat sie nie so ein verhalten gezeigt und wenn sie mal weiter weggerannt ist, oder mit einem satz verschwunden war, sobald ich pfiff gabs immer ne kehrtwende und mit highspeed zu mir zurueck.
    war fast dabei es auf die laeufigkeit zu schieben, sie ist etwas sensibler und unkonzentrierter, impulsiver geworden aber gerade da…

    als sie blickkontakt zu mir hatte kam sie sofort. aber den rueckruf hat sie erstmal total ignoriert… aus den augen aus dem sinn eben..

    um ihr das adrenalin und die freude darueber zu „nehmen“ hab ich sie nicht dafuer belohnt als sie schwanzwedelnd neben mir stand, sondern sie im letzten sprung weggeschubbst und boes geguckt. distanz gehalten und naehe erstmal verweigert. wenn sie sich fuer den vogel entscheidet dann soll sie danach bitte nicht schmusen kommen!
    sie hat sich erschreckt und gequitscht, blieb aber dann sehr nah bei mir. hat den kopf danach noch zwei mal gehoben (hab das mit einem raeuspern quittiert, das erste mal mit einem pieks in die seite) und beim dritten vogel, dann nicht mehr.. klar, dann wurde sie auch beschmust :) muss ja auch irgendwann mal gut sein. sie hat den vogel gesehen und als er aufgeflogen ist hatte ich schon blickkontakt (kurz vorher).
    sind dann noch ein paar schritte gelaufen und dann hab ich ihr nochmal den dummy versteckt :) ich denke das ende hat sich richtig gelohnt…

    ich muss dazu sagen:
    wir sind schon einen meter neben einem reh (im maisfeld) vorbeigelaufen und ich hab es erst gesehn als es sich vor uns erschreckt hat und weggerannt ist… da war sie ein halbes jahr alt. das hat sie gar nicht interessiert, nichtmal als es in hektik ausgebrochen ist und ich mich tierisch erschreckt hab.

  10. Ich stimme Dir voll zu,meine Dackel-bis zu 10,habe ich immer dort,wo ich einen guten Überblick hatte,abgeleint,sie achteten aber auf mich und ließen sich zurückrufen-allerdings nur bis zu einer gewissen Entfernung!Da das ein Hundespaziergang war,habe ich mich nur auf die Hunde konzentriert,auf ihre Bewegungen geachtet,bei zu großer Enferung zurückgerufen und-ganz wichtig-auf den Wind geachtet!Kam er von vorn,verbunden mit intensivem Suchen,wurde angeleint!

  11. Sehr schöner Blog und supertoller Blogbeitrag. Ich hab auch zwei Jagdmädels und ohne Schleppleine durch den Wald ist unmöglich. Außerdem wohne ich in einer Gegend, wo sogar zwei Meter von Dir entfernt ein Karnickel aus der Wiese hoppeln kann. Ist erst kürzlich passiert, Direkt neben dem Parkplatz. Der Hund raus, leider unangeleint, der Hase hüpfte hoch aus seinem Versteck in 2 Meter Entfernung und der Hund war weg……… Meine Hunde gehen an der Leine. Auf großen überschaubaren Wiesen gibt’s Spiel und Spaß und Training und zu Hause im Garten können sie toben was sie wollen. Aber was muss ich mir da alles anhören von oberklugen Hundemenschen…..ich sag Euch…

  12. Hallo! Ich lese deinen Blog jetzt schon länger und finde deine Einstellung zum Freilauf und Jagdtrieb super! Jetzt wollte ich dich mal fragen wie du es geschafft hast dass sich deine Hunde um dich bemühen. Ich versuche es meiner Hündin seit eineinhalb Jahren einzuhämmern dass ich der Boss bin, nicht sie. Aber irgendwie klappt es nicht und bis jetzt hat keine Hundeschule oder Trainer helfen können…

  13. Super toll geschrieben…Meine beiden Jagdhundmixe (Dackel-Bracken-Mix und Bretonenmix) halten mich auf Trab…Mari (Bretonenmix) ist mein erster Hund… Gesehen und verliebt… Ohne Nachzudenken, was es heißen könnte, sich einen jagdambitionierten Hund ins Haus zu holen… Extrem klug, extrem niedlich ;) und leider auch Herrin im Haus… Vieles habe ich falsch gemacht… Aber wir arbeiten dran…meine zweite… Ein Angsthase, sollte nur Pflegi sein und ist geblieben… Das Selbstbewusstsein wächst täglich und somit auch die Herausforderung… Da kann man solch tollen Artikel als Anregung und Unterstützung gut gebrauchen

  14. Hallo, eigentlich hört sich dein Beitrag sehr gut an. Warum nur eigentlich? Er sagt nichts falsches, aber auch nichts konkretes. Wie genau handhabst du denn den Freilauf? Oder besser den Spaziergang an der Leine, damit sich die Hunde den Freilauf verdienen? Das klingt so einfach, wie Cesar Milan. Respekt, verdienen. Aber wie? Wenn es so einfach ist, gibts du deine Erkenntnisse an andere weiter? Unterrichtest du oder hast ein Buch geschrieben, in dem ich nachlesen kann wie das funktioniert? Viele Grüße Nadine

  15. Hallo bin auf die Seite durch einen Zufall gestossen. Einfach nur toll. Endlich mal meine Meinung. Meistens schütten die Leute Gülle (symbolisch) über mich aus wenn ich das denen in etwa so erkläre. Und mit den Hundetrainern, das habe ich jahrelang so erlebt, diese Ratschläge oder von Leuten, die mal einen Hund hatten und denken sie haben dann die Weisheit mit Löffeln gefressen, ganz schlimm sind diese „Positivverstärker“ mit Fernstudium in der Schweiz. Nichts gegen positive Verstärkung, aber eben nicht bei gewissen Dingen. Dann erzählen sie Dir noch, Du sollst in irgendwas rein clickern. Ach, und bei jagenden Hund gemeinsam jagen und „Zeigen und Benennen“, hab ich jahrelang alles ausprobiert mit dem Erfolg, dass mein Hund von interessiert in passioniert überging und gekillt hat, wenns auch nur ne Riesenratte war. Dann stand ich da mit meinem Geclickere und MItgejage. Und bei meinem tauben, fast blinden Hund mit natürlich toller Nasenleistung total sinnvoll ;-)
    Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich wirklich „Hundetrainer“ für Blindenführhunde von der Pike auf gelernt habe, deshalb beherrsche ich auch das Clickern und Konditionieren ganz gut, musste aber ganz schnell erkennen, dass der normale Alltag mit normalem Hund was ganz anderes ist. Mittlerweile habe ich einen guten Weg gefunden, in etwa wie oben beschrieben und es klappt super. Habe heute 5 Hunde, davon einen jagdlich geführten (hab extra meinen Jagdschein gemacht). Und jeden Tag mit zig Hunden zu tun beruflich. Aber ich erzähle niemanden mehr annähernd diesen Schwachsinn den ich auch mal gelernt habe und der leider heute immer noch gelehrt wird. Meistens zeige ich es mit meinen Hunden und die Leute sagen dann, bei mir ist das ja ganz normal, wer weiss was ich mit denen mache. Ja, und dann ist es noch ein Labrador und ein Schäferhund, die haben das ja in der Muttermilch. Pustekuchen, dann komm ich nämlich mit meinem Dackel und der kann kein einziges „Kommando“. Und macht aber alles genau so. Dann heisst es, na ja den habe ich bestimmt auch schon seit er 8 Wochen alt ist. Nein, den habe ich mit 6 Jahren aus schlechter Haltung und katzenjagend übernommen! Muss gestehen, manchmal mache ich mir auch einen Spass daraus und erzähle den Leuten, Ihr müsst „Bitte“ sagen, dann klappt das.
    Also auch mein Rat nach jahrelangem Ausprobieren, Suchen und vielen Rückschlägen: einfacher, natürlicher Umgang mit dem Hund. Und Hören auf sein Bauchgefühl.

  16. Ich finde das gelesene einfach nur:suuupiiiii!!!! Tausend Millionen Daumen HOCH!!!

  17. die Hundebesitzer,die einen Aussie haben,wissen nicht,wie ein Samojede tickt,die meisten haben einen starken Jagdtrieb,können nicht abgeleint werden,denn dann sind sie weg,zumindest einer von unseren beiden,ich hatte auch mal einen Aussie,der hat aufs Wort gehört,selbst bei einer läufigen Hündin konnte man ihn abrufen,aber ein Samojede schätzt immer ab,ob ein Kommando sinnvoll ist,oder auch nicht,man kann keinen Hund mit einem anderen vergleichen

  18. Wie schön, mal einen Text von jemandem zu lesen, der genauso denkt! Danke dafür, du sprichst mir wirklich aus der Seele. Bei meinen beiden Podencos ist, wenn sie Wild sehen natürlich Hopfen und Malz verloren. Genau deshalb laufen sie nur frei, wenn ganz ganz viele Faktoren zusammenspielen. Körpersprache ist nur einer davon. Es gibt Tage, an denen gibt es auch mal keinen Freilauf, weil Hund unaufmerksam ist, Hummeln im Hintern hat (und sich deshalb seine jagdliche Beschäftigungselber suchen möchte) oder sonstwie geistig verwirrt scheint. Im Grunde hast du ja auch das geschrieben: Sie müssen es sich eben verdienen, frei sein zu dürfen. Und selbst im Freilauf gibt es Regeln! Auf den Wegen bleiben, nicht zu weit vor…Das alles geht bei uns natürlich mit Belohnung einher aber das halbe Rind halte ich für übertrieben. Wenn die Beziehung stimmt, dann freut sich der Hund über ein Toll-Fein-Super-Juhuuu-Ausrasten (fast) genauso, schnöde Leckerlies lassen wir trotzdem ab und zu springen und nach dem Doppelpfiff immer.
    Auch zu bestimmten Tageszeiten, Wetter etc. hat es absolut keinen Sinn, die Leine abzumachen. Und wenn ich menschliche Gassibegleitung habe und nicht alle Sinne für die Jagdsäue übrig, sowieso nicht. Denn dass sie schlau sind, ist klar!
    Ich muss allerdings gestehen, dass mir jeder Hund, bei dem ich nicht so viel investieren müsste, bei dem ich vor allem das Gefühl, dafür verantwortlich zu sein, dass er überhaupt frei laufen kann, nicht hätte, einfach zu langweilig wäreUnd etwas Bestätigung fürs Ego tut doch auch mal gut.

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