Aber die müssen doch spielen!

Wenn wir auf dem Spaziergang Leute mit Hund treffen, ist es schon wirklich die absolute Ausnahme, dass wir stehen bleiben und “Guten Tag” sagen. Heute haben wir eine nette Dame mit einem Cocker-Buben getroffen, die Hunde haben sich kurz beschnüffelt, Berti vergeblich und vollkommen übertrieben versucht, den etwas rundlichen Cocker zum Spielen zu animieren und ich habe mich auf einen kurzen Plausch mit dem Frauchen eingelassen. Das Ganze beschränkte sich auf das wahrhaftig tolle Wetter, blauen Himmel, Sonnenschein und spielende Hunde, die wir zum Bedauern des Cocker-Frauchens nicht vorzuweisen hatten. Kito klebte der Dame mit seiner charmant-subtilen Art an der Jackentasche, Maya schnuffelte ihres Weges und Berti hinter ihr her. Nur für den Fall, dass sie Pipi macht. Das darf man als Markierungs-Beauftragter der Junghundepolizei nämlich auf keinen Fall verpassen.

Einer möchte Action, der andere sieht seine Ressource in Gefahr und die Individualdistanz in der Situation unterschritten. Spiel? Eher nicht.

Nachdem die Dame ihren Spaniel sieben Mal dazu aufgefordert hatte mit meinen Hunden zu spielen [ich muss nicht sagen, dass das nicht von Erfolg gekrönt war?!] zogen wir weiter und sie verabschiedete sich mit den Worten “na, mal gucken, vielleicht treffen wir ja noch ein paar andere Hunde zum Spielen.” Und irgendwie fällt mir das wirklich erschreckend oft auf – dass Leute mit ihren Hunden unterwegs sind und sich regelrecht auf die Suche nach anderen Hunden begeben. Erblickt man verdächtige Umrisse am Horizont – nix wie hin! Schließlich braucht der Hund ja ums Verrecken Sozialkontakt und er muss ja auch mal spielen. Je öfter umso besser. Wenn die Hunde am Ende fix und fertig sind, war’s gut. Hat man bei Monsieur Cocker ja gesehen, wie gern der spielen wollte.

Wenn wir mal einen Blick auf das natürliche Verhalten unserer Hunde werfen, dann ist das, was ganz viele Hundemenschen da tun für den Hund völliger Irrsinn. Wenn frei lebende Hundegruppen bei ihrem Streifzug auf eine andere, fremde Gruppe treffen, dann besteht da kein gesteigertes Interesse mal eben jedem freundlich am Po zu schnüffeln, einen Stuhlkreis zum Austausch der jeweiligen Interessen zu machen und anschließend eine Runde durch den Wald zu tollen. Im Gegenteil. Möchte ein fremdes Tier sich in die eigene Gruppe mischen, wird es vertrieben und kann dabei von Glück sprechen, wenn es mit ein paar Kratzern davon kommt. Worauf will ich hinaus? Ein Hund möchte nicht jedem “Guten Tag” sagen, er möchte nicht ständig und mit jedem spielen und es ist in seinen Augen völliger Schwachsinn, wenn sein Zweibeiner der Meinung ist jeden anderen Hund freudig in sein “Rudel” aufzunehmen. Wir setzen unsere Hunde damit unter Umständen immens unter Stress – natürlich je nach Charakter des Hundes. Und der Hund fasst im schlimmsten Fall für sich den Entschluss, dass er jeden anderen Hund vertreiben muss, weil sein Mensch sowieso keinen Plan hat. Geboren ist Leinenpöbler!

Da drüben hat’s geraschelt. Nix wie hin – natürlich gemeinsam!

Hinzu kommt, dass die wenigsten Hunde in der Lage sind, sich angemessen an andere Hunde anzunähern – in gemäßigtem Tempo, sich im Bogen annähernd, entspannt. Und die wenigsten Hundehalter ihre und andere Hunde richtig einschätzen und Spiel von Rüpeleien unterscheiden können. Dagegen treffen wir im Alltag meistens auf Hunde, die mit extrem angespannter Körpersprache fixieren, sich flach auf den Boden legen, keifend in der Leine hängen oder auch völlig infantil und übertrieben beschwichtigend auf einen zu rennen und im besten Fall einen Hundehalter, der das ganz witzig findet und der festen Überzeugung ist, dass die Hunde sich auf Anhieb sympathisch sind und unbedingt spielen sollten. Hat das alles so viel Mehrwert für unsere Hunde? Ich finde nicht.

Aber der Hund braucht doch Sozialkontakte! Ja, aber hier gilt wie bei so vielem: Qualität vor Quantität. Es ist völlig ausreichend, wenn der Hund ein, zwei Kumpels hat, die er regelmäßig sieht. Die Ernüchterung für alle spielwütigen Herrchen und Frauchen: wenn Hunde sich wirklich mögen, wird sehr viel mehr Wert auf ein harmonisches, ruhiges Miteinander gelegt als auf wilde Raufereien oder Rennspiele. Sehe ich bei meinen Hunden jeden Tag. Maya und Berti machen Zuhause mal ein kleines Zerrspiel – that’s it! Da ist nicht den ganzen Tag Action angesagt, vielmehr liegen die den halben Tag aufeinander rum, folgen sich gegenseitig zu den spannendensten Schnüffelstellen im Wald und trotten gemütlich [oder auch mal schneller] nebeneinander her. Draußen wird bis auf wenige Aufnahmen gar nicht gespielt. Viele Mehrhundehalter finden es schade, wenn ihre Hunde nicht miteinander spielen. “Da ist der Funke nicht übergesprungen” heißt es dann. Natürlich ist es immer schön anzusehen, wenn Hunde harmonisch und ausgeglichen miteinander spielen und ja – auch ich erwische mich dabei wie ich abends auf der Couch plötzlich meine Lieblingsserie links liegen lasse, wenn Kito sich auf eine kleine, gleichgesinnte Kabbelei mit Berti einlässt – aber es ist eben nicht alles.

Es muss nicht immer ein wildes Spiel sein. Gemeinsam ruhen, die Nasen in den Wind halten und die Lage checken.

Ansonsten gibt es da immer noch uns Menschen. Viele scheinen zu vergessen, dass wir doch im Grunde DER Sozialpartner für unseren Hund sind, der die meiste Zeit mit ihm zusammen ist, mit ihm trainiert, Dinge unternimmt, den Alltag bewältigt. Auch wir können mit unseren Hunden spielen, leider tun das aber die allerwenigsten Hundehalter. Und mit Spielen meine ich nicht irgendwelche Dinge möglichst weit von mir weg zu werfen, sondern ein körperliches, objektfreies Spiel. Über Körper und Mimik kommunizieren, über den Boden kugeln, in den Nacken zwicken und einfach mal Spaß haben. Probiert’s mal aus :-)

66 Kommentare zu “Aber die müssen doch spielen!

  • 26. Februar 2016 at 08:21
    Permalink

    Du zwickst deine Hunde in den Nacken!? Wie bist du denn drauf!?

    By the way: Guter Beitrag!

    Antworten
    • 26. Februar 2016 at 17:59
      Permalink

      Klar, ich mach das auch!! Ich beiß ihn sogar manchmal ins Ohr.. Er liebt es mit mir zu spielen ;-)

      Antworten
    • 26. Februar 2016 at 20:22
      Permalink

      Ist zwar manchmal etwas nervig mit den Haaren zwischen den Zähnen, aber als echte Hundemama schockt einen ja nix :-)

      Merci!

      Antworten
    • 26. Februar 2016 at 23:23
      Permalink

      Es gibt nichts schöneres als mit seinem Hund über die Wiese kugeln. Man kann ihn auch mal wegschubsen oder so wie die Hunde miteinander spielen Ich bücke mich und schaue wie der Hund reagiert. Dann renne ich weg und er verfolgt mich.Später laufe ich ei en Bogen und verfolge den Hund. so ist es mit den Artgenossen. Einer jagt den andern; im Wechsel, das ist Spiel. Die Leute müssen lernen mit ihrem Hund zu spielen. (fördert auch die Bindung) je doofer es für einen Außenstehenden aussieht,umso besser ist es

      Antworten
  • 26. Februar 2016 at 11:15
    Permalink

    Das würde ich am liebsten ausdrucken und an ALLE Eingänge der Parks und ähnlich frequentierter Gebiete der Stadt hängen … aber Hundeeigner lesen ja noch nicht einmal das Schild (mit Bild für den Analphabeten), auf dem angesagt ist, dass der Hund an der Leine zu führen ist :-) Ergebnis: Wir meiden diese Gebiete und haben zum Glück am Stadtrand unsere Ruhe, denn die lauffaulen Hundebesitzer kommen da i.d.R. nicht an.
    PS … ich zwicke meinen WAU auch in den Nacken +++

    Antworten
    • 26. Februar 2016 at 20:24
      Permalink

      Ja, da hast du leider Recht. Diejenigen, denen es mal gut täte sich mit einer solchen Thematik zu befassen, würden es ohnehin nicht lesen. So ist das nunmal :-)
      Wir versuchen auch wenn es irgendwie geht, Hundeballungsgebiete zu meiden. Aber immer gelingt uns das nicht.

      Antworten
  • 26. Februar 2016 at 12:33
    Permalink

    Genau meine Arbeitsweise. Ich kläre meine Kunden genau darüber auf und wir haben tolle Erfolge im”” Alltag mit dem Hund””. Meine Kunden lernen wie ein Hund zu denken und zu handeln

    Antworten
    • 26. Februar 2016 at 20:25
      Permalink

      Sehr schön! Es wäre wirklich wünschenswert, wenn mehr Hundeschulen und -trainer ihren Teams vermitteln würden wie Hunde tatsächlich ticken. Man muss ja nicht selbst zum Hund werden, aber es würde doch schon sehr viel helfen, wenn mehr Leute lernen würde mit ihnen auf Augenhöhe zu kommunizieren, auf eine Art und Weise, die sie verstehen.

      Antworten
  • 26. Februar 2016 at 14:24
    Permalink

    Danke für den genialen Bericht! Auch im Namen meiner nicht spielenenden Hunde !

    Antworten
  • 26. Februar 2016 at 15:28
    Permalink

    Ich bin so froh, diese Zeilen zu lesen, denn Socke spielt nicht mit fremden Hunden. Ich weiß das und kann dies gut akzeptieren. Am Anfang dachte ich, dass Socke sich nicht wohl fühlt und deshalb nicht spielt. Aber sie mag es einfach nicht mit Hunden zu spielen bzw. ganz selten. Ich komme damit zurecht, aber ich musste mich schon so oft rechtfertigen, erklären, entschuldigen oder ich wurde einfach kopfschüttelnd stehen gelassen worden.

    Socke spielt natürlich mit uns, nicht mit fremden Hunden und so fordere sie auch nicht auf, basta. Heute kann ich das voller Überzeugung sagen, auch wenn ich nicht verstanden werde. Oft werde ich gefragt, warum ich denn dann hier bin. Hier würden sich doch Hunde zum Spielen treffen. Ja, aber hier gibt es auch Spazierwege und es handelt sich um ein Freilauf -, Naturschutzgebiet….

    Jetzt ist es mit mir durchgegangen und ich habe ziemlich wirr geschrieben, aber Du hast den Nerv bei mir getroffen. Sorry.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit einer nicht anderen Hunden spielenden Socke

    Antworten
    • 26. Februar 2016 at 20:29
      Permalink

      Lass deinen Gedanken freien Lauf, ich freue mich über so viel Anteilnahme und Input :-)

      Ich musste mich auch schon oft rechtfertigen – ob meine armen Hunde nicht spielen dürfen, ob sie ein Problem hätten oder aggressiv seien.
      Nein, sie haben einfach andere Prioritäten und das ist in Ordnung. Ich finde es ehrlich gesagt ganz angenehm. Natürlich finden sie andere Hunde durchaus interessant, aber mehr als im Vorbeigehen mal kurz schnüffeln ist in der Regel nicht drin und das ist an sich völlig normal.

      Manches darf man sich einfach nicht zu Herzen nehmen, auch wenn es manchmal schwer fällt.

      Antworten
    • 27. Februar 2016 at 09:38
      Permalink

      Aber ist ja ne coole Socke alles bestens .
      Wenn dich wer so dumm fragt, warum du mit deinem Hund da bist. Sagst einfach weil dein Hund da gern lang geht und aus..,
      Viel Spaß mit Socke

      Antworten
    • 29. Februar 2016 at 09:35
      Permalink

      Ja genau so ist es
      Und wer seinen Hund kennt, weiß es und akzeptiert es.ich möchte auch nicht mit jedem spielen.

      Antworten
  • 26. Februar 2016 at 16:49
    Permalink

    Toll geschrieben! Wir haben 4 Hündinnen und die spielen – wenn eine oder mehrere läufig sind. Hat dann eher mit Geschlechtstrieb zu tun… aber ansonsten geht es eher so zu wie von Ihnen beschrieben. Wenn ich mit allen 4 im Garten bin, und habe Spielzeug dabei, dann stehen da 4 Hunde, die mit MIR spielen wollen, nicht untereinander. Da kommt man auch als Frauchen schön auf trab, damit die Hunde ihren Spass haben.

    Antworten
  • 26. Februar 2016 at 17:42
    Permalink

    Hallo ich hätte da mal eine frage : mein gut einjähriger Rüde aus einem lager aus Rumänien legt sich bei begegnungen mit anderen hunden immer erst auf alle vier Pfoten bis der andere hund auf schnüffeldistanz ist . Erst dann entscheidet er ob er mit diesem Hund herumtoben möchte oder doch lieber weiterlaufen mit mir . Ich bin gegen stricktes bei fuss laufen und er darf an der rollleine schnüffeln wo er will . Ausserhalb der ortschaft darf er frei laufen weicht aber nie mehr als 10 meter von mir ab . Wenn er mich nicht sieht kommt er zurück oder bleibt stehen . Abrufen funktioniert auch super zum anleinen . Ist sein verhalten bei anderen hunden abnorm ? Liebe Grüsse verena

    Antworten
    • 26. Februar 2016 at 20:32
      Permalink

      Hallo Verena, ohne deinen Hund zu kennen und live gesehen zu haben, kann ich sein Verhalten natürlich nicht beurteilen.
      Die Frage ist immer: welche Ansprüche habe ich als Hundehalter? Ist es für dich in Ordnung, wenn er sich “auf die Lauer” legt, dann ist das deine Entscheidung und völlig legitim.
      Jedoch würde ich dennoch darauf achten, dass er nicht ohne Absprache zu anderen Hunden hin läuft, da es immer sein kann, dass der entgegenkommende Hundehalter keinen Kontakt möchte. Solange du also Herr der Lage bist und dein Hund kontrollierbar bleibt, sehe ich da kein Problem :-)

      Antworten
  • 26. Februar 2016 at 18:01
    Permalink

    Toller Beitrag, sollte breiter veröffentlicht werden! Häufig wird ein Hund angeschafft, weil Frauchen oder Herrchen Sozialkonttakte suchen!

    Antworten
      • 4. Juni 2016 at 16:19
        Permalink

        Lo de Yebra ha sido y es un dolor de muelas tanto para el PP como el PSOE.Ahí está el desencuentro entre el ministro Sebastián y Barreda.En el pleno municipal de ayer en Yebra,un pueblecito pequeño,tuvo que acudir la Guardia Civil para calmar a la gente:los que estaban a favor y en contra.Cospedal en Castilla-La Mancha apenas si es conocida,aunque maneja el partido con puño de hierro.Abrazos

        Antworten
  • 26. Februar 2016 at 20:06
    Permalink

    Danke für den Artikel! Du sprichst mir aus der Seele. Es ist genau das, was ich jeden Tag mit und bei meinen Hunden beobachte. Und das seit langen, langen Jahren.

    Antworten
    • 26. Februar 2016 at 20:32
      Permalink

      Das freut mich, vielen Dank für dein Feedback!

      Antworten
  • 26. Februar 2016 at 22:49
    Permalink

    Das müsste Pflichtlekture werden für jeden Hundebesitzer und müsste obligatorisch in allen SKN Kursen unterrichtet werden. Ich spiele schliesslich auch nicht mit jedem oder jeder und ein Gruss von Mensch zu Mensch ist weder Annäherung noch Spiel sondern lediglich Anstand…

    Antworten
  • 26. Februar 2016 at 23:05
    Permalink

    Hi, sehr schöner Artikel! Stimme Dir vollkommen zu! Liebe Grüße,
    Marleen

    Antworten
  • 26. Februar 2016 at 23:42
    Permalink

    Stimmt soweit. Ich überlasse es meinen beiden Vierbeinern, welchen Artgenossen oder auch Menschen sie interessant finden oder auch nicht. Zwingen kann man sowieso niemanden. Ich fördere die Anlagen meiner Hunde und wir toben auch mal ne Runde ohne andere Hunde oder Menschen. Ist doch wie bei den Menschen. Wir sind auch nicht jedermanns Freund oder Feind.

    Antworten
  • 27. Februar 2016 at 00:34
    Permalink

    Gut geschrieben + sehr stimmig. Ich überlasse es Olivia mit wem sie spielen möchte. Sie läuft nur auf Hunde zu wo sie bereits erkennt das der andere positiv auf sie reagiert. Ansonsten geht sie teilnahmslos weiter + ignoriert den anderen Hund. Sie spielt schon mit vielen Hunden + wirklich Spiel ohne käbbeln. Hundewiesen ect meide ich allerdings….zuviel Leute die sich nicht wirklich um ihren Hund kümmern.
    Lg Petra

    Antworten
  • 27. Februar 2016 at 07:30
    Permalink

    Dein Bericht bringst es auf den Punkt .Meiner hat nur 2 Hunde Kumpels mit denen er ,,spielt “.Ich bin ansonsten immer zu Uhrzeiten und Gebieten unterwegs wo wir in Ruhe alleine trainieren (Fährtensuche,aportieren oder gemeinsam durchs Unterholz auf entdeckungstouren gehn) Ich kenne leider viele HH die selbst bei meinen angleinten Hund ihre Hund zu meinen laufen lassen .Manche Diskussionen erspare ich mir meisten in dem ich Ihnen zurufen das meiner gerade Flöhe , Zwingerhusten usw hat. Gerader meiner (Thailand Ridgeback ) braucht einen größeren Individualabstand als andere .

    Antworten
  • 27. Februar 2016 at 07:47
    Permalink

    Der Beitrag ist super. Wir hatten unseren Vulpix (Collie-Schäferhund-Mix) 15 Jahre und weil er so niedlich war, wollte jeder seinen Hund mit ihm spielen lassen. Zum Glück war er sehr geduldig und hat auf andere Hunde immer freundlich reagiert. Nun haben wir unseren Tyron (Boxer-Labrador-Mix). Ich dachte schon, ich hab ein Ei am Kopf und kann nicht mehr mit Hunden umgehen. Unser Tyron mag es gar nich, wenn er an der Leine ist und ein anderer Hund in Sicht kommt. Habe ewig überlegt, was ich falsch mache. Denn Schlechte Erfahrungen hat er noch keine gemacht. Mit Beginn der Pubertät hat er damit angefangen. Er hat einen Freund (Berner Sennenhund) der ihn öfter besucht. Mit ihm Spielt er sehr ausgelassen in Haus und Garten. Da geht richtig die Post ab. 2 Rüden im ausgelassenen Spiel, das hört sich immer an, als würden sie sich zerfleischen. Aber es sind halt 2 Ringkämpfer.

    Antworten
  • 27. Februar 2016 at 09:15
    Permalink

    Klar gibt es Hunde, die nicht mit anderen spielen wollen. Und das ist ja auch ok. Aber es gibt auch Hunde, wie auch meine, die die ersten 4 Monate in Gruppenhaltung im Tierschutz untergebracht war. 2 Prägephasen liefen da eben fast ohne Mensch. Wenn ich für meine mehrere Tage keinen zum Spielen finde, wird sie regelrecht depressiv. Mit mir spielt sie nur im Notfall. Und auch das muss ich akzeptieren. Also mache ich eben aktiv mit ihren Freunden was aus, oder treffe mich auch mal mit Fremden. Wenn die Chemie stimmt, spielen sie. Ich habe schon festgestellt, dass sie mit verschiedenen Hunden verschiedene Spielereien hat. Mit dem einen balgt sie, mit dem anderen springt sie, wieder ein anderer ist nur zum gemeinsamen schnüffeln gut. Für mich ist es artgerecht, wenn Hunde mit Hunden spielen. Ich finde es nicht normal, wenn ein Hund nur auf seinen Menschen, oder noch schlimmer, auf ein Spielzeug fixiert ist. Ein Hund sollte mit anderen Hunden spielen können und dürfen, es sei denn natürlich, er will es absolut nicht. Da kommt es aber meiner Meinung schon auch ein bisschen darauf an, wie die Hunde aufgewachsen sind. Wir haben im Ort mehrere Hunde aus Rumänien. Alle Hunde mögen sich und wir treffen uns regelmäßig, damit die Hunde sich auspowern können, weil wir alle das gleiche “Problem” haben: Unsere Hunde lieben es, mit anderen zu tollen, und wir freuen uns daran. Das kann in meinen Augen kein Mensch ersetzen. Natürlich musste meine auch lernen, dass nicht jeder Hund spielen will und auch das klappt schon gut. Erst mal abwarten und nicht gleich loslegen. Wenn alles passt, steht dem fröhlichen Spiel nix im weg. Ich glaube, dass die Hunde heute zum Teil auch einfach nicht mehr genug mit anderen Hunden kommunieren können und dürfen. Ich muss zu der ganzen Thematik noch sagen, dass wir auf dem Dorf leben. Das Hundeaufkommen verteilt sich so, dass wir oft ohne Absprache gar niemanden treffen, weil unser Wald, Wiesen, Feld Gebiet so weitläufig ist. Ich habe also eher das Problem, dass wir vereinsamen. Was im Stadtgebiet ja schon anders aussiet.

    Antworten
    • 27. Februar 2016 at 10:35
      Permalink

      Hallo Susanne,
      ich verstehe dich vollkommen und das ist ja auch eigentlich das, worauf ich hinaus möchte.
      Das Hundehalter den Sinn und das Verständnis für ihren Hund sensibilisieren und auf seine Bedürfnisse eingehen und nicht auf die eigenen, weil man es selbst vielleicht toll findet, andere Hunde zu treffen.
      Ich schrieb ja bereits, dass Sozialkontakte wichtig sind und es schön ist, wenn der Hund ein, zwei Kumpels hat, die er regelmäßig trifft.
      Es ging mir nur darum, dass nicht jeder Hund auf Biegen und Brechen möglichst viele Hundekontakte haben muss.
      Klar, meine Hunde sind schon zu dritt und den ganzen Tag zusammen, das ist etwas anderes wie wenn man nur einen Hund hat. Trotzdem tut nicht jedem Hund jeder Kontakt gut und häufig werden Szenen als Spiel gewertet, die dem Hund eher Stress bereiten, zB Hetzspiele oder sehr einseitige Spiele.
      Dennoch finde ich auch soziales Spiel mit dem Menschen nicht zu vernachlässigen. Aber das ist meine Meinung ;-)

      Antworten
  • 27. Februar 2016 at 09:16
    Permalink

    Sehr toller Betrag ! Freut mich so etwas zu lesen.
    Eine Frage, darf ich es auf Französich übersetzten für meinen Blog, damit es zu meiner Umgebung weiter kommt ? Natürlich schreibe ich dass der Artikel von ihnen ist und verlinke das Original ?
    Ich zwicke meinen auch in den Nacken und spiele viel mit ihm. ist doch auch egal was sich die Leute denken. Nix ist mehr wert als eine tolle Beziehung zu seinem Hund :) !

    Antworten
    • 27. Februar 2016 at 10:32
      Permalink

      Natürlich, sehr gern! Vielen Dank :-)

      Antworten
  • 27. Februar 2016 at 10:35
    Permalink

    Hallo :)
    du hast das sehr gut beschrieben!
    Ich habe 3 Yorkshire Terrier und die 3 genügen sich völlig. Wenn sie spielen wollen spielen sie, wenn sie ruhen wollen, ruhen sie. Ich bespaße sie zwischendurch immer mal ein paar Minuten, wenn es sich gerade ergibt.
    Und abgesehen davon, dass man als Kleinhundhalter sowieso oft belächelt (wenn nicht beleidigt) wird, erlebe ich so oft, dass auf unseren langen Spaziergängen andere Halter meinen, sie müssten ihre Hunde wie Handgranaten zwischen meinen dreien einschlagen lassen :( (wobei das sehr oft einfach passiert, weil da Hunde frei laufen, die nicht abrufbar sind)
    Ich wurde schon sehr oft darauf hingewiesen, dass meine Hunde schließlich auch soziale Kontakte bräuchten … auch wenn sie so klein sind.
    Ich finde es dann immer wieder erstaunlich, dass andere Halter sich herausnehmen zu bestimmen, wann und mit wem meine Hunde gefälligst soziale Kontakte zu wollen haben.
    Das sie zu dritt sind – also den lieben langen Tag Sozialkontakt haben – und ich selbst 24/7 mit ihnen zusammen bin, interessiert da nicht. Und das es für sie wirklich alles andere als schön ist, wenn ein Hund, der 20 mal so viel wiegt angestürmt kommt, hinter ihnen her jagt und “nur ein bißchen spielen” will, verstehen mindestens 90 % der Hundehalter nicht.
    Ich frage dann oft, wie häufig sich der jeweilige Halter denn schon für einen Sparingskampf mit einem der Klitschko-Brüder zur Verfügung gestellt hat. Ist doch auch nur Spiel …..
    Aber ich schweife ab ;)
    Eigentlich wollte ich nur sagen, dass es ein schöner Artikel ist :)

    Antworten
  • 27. Februar 2016 at 11:21
    Permalink

    Ich war leider auch ein HH, der ständig auf der Suche nach Sozialkontakten für unsere Goldiedame war. Unser Hund ignorierte uns völlig beim Spaziergang, war nur auf der Suche nach Action und klärte alle Situationen selbst, weil wir für sie nur lästige Anhängsel waren ;-) Seit einem Zwischenfall mit einem Schäferhund ist unsere Sammy nicht mehr gut auf andere Hunde zu sprechen. Nach intensiven Hundetraining und solchen Artikeln wie deinen verstehe ich meinen Hund nun besser und kann es nur bestätigen Hunde wollen nicht ständig spielen.
    Gerade zu Beginn ist es wichtig die Bindung zwischen Hund und HH zu fördern. Ich hab meine Lektion gelernt.
    Danke für den tollen Artikel.

    Antworten
  • 27. Februar 2016 at 11:56
    Permalink

    Toller Beitrag! Mein Charly ist auch mehr ein Eigenbrödler. Er schnüffelt kurz, lässt schnüffeln und geht dann auf Distanz um zu buddeln und Mäuschen zu suchen… das ist seine Leidenschaft und für mich völlig in Ordnung. Mit mir tobt er aber von Herzen gerne und wir genießen das beide. Ich finde…. jedem Hund das seine…. dann ist der Weg frei, dass Hund und Herrchen glücklich werden!! Liebe Grüße

    Antworten
  • 27. Februar 2016 at 18:02
    Permalink

    Hmmm…
    Der Satz “Mal gucken, ob wir noch wen zum Spielen finden.” könnte auch von mir stammen.
    Aber nicht, weil ich der Meinung wäre, dass mein Hund immer, überall und mit jedem spielen müsste.
    Sondern weil ich weiß, dass Kimba mit dem richtigen Spielpartner, zur richtigen, Zeit am rechten Ort eine Menge Spaß haben kann. Spaß den ich ihr in dieser Form nicht bieten kann. Bis mal wieder alles passt sind wir aber vermutlich an 100 anderen Hunden vorbeigezogen. Umso schöner, wenn’s dann mal wieder wild wird.
    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum man darum so viel Bohei machen muss.

    Antworten
    • 5. März 2016 at 02:30
      Permalink

      Das kann doch jeder so machen wie es für ihn und seinen Hund passt, dagegen habe ich niemals etwas gesagt :-)
      Entschuldige das “Bohei”, aber ich behalte mir vor die Themen meines Blogs nach meinem Gusto zu wählen und ich bin nunmal nur in der Lage meine eigenen Gedanken niederzuschreiben und nicht die eines anderen.
      In diesem Sinne – einfach weg klicken, wenn’s nicht gefällt :-)

      Antworten
  • 27. Februar 2016 at 22:12
    Permalink

    Danke für den Artikel, hab ihn mit Interesse gelesen. Mein Havanesermädel hat nicht so viel mit anderen Hunden am Hut. Sind wir mit “Freunden” in ähnlicher Größe unterwegs, laufen die Hunde ruhig ihrer Wege, schnüffeln nur “im Vorbeigehen” mal aneinander oder gemeinsam an einer interessanten Stelle. Für mich ist das ok, denn sie hat ja dann Gelegenheit zum Spielen, mag aber nicht. Nur einen Kumpel fordert sie mal auf. Vor großen Hunden hat sie Angst. Mir ist es auch schon oft passiert, dass ich Sprüche kriege, weil Bellina keinen Kontakt will und ich sie manchmal auch beschützen muss, “Komm weiter. der will nicht mit dir spielen.” “Aber die Hunde kennen sich doch.” “Sie müssen den Hund nicht verstecken, meiner tut nix.” Die Leute kapieren nicht, dass sie Schiss hat. Dass sie ihren Tanzbereich verteidigt. Und ich ihr helfe. Es nervt manchmal ziemlich …

    Antworten
  • 28. Februar 2016 at 13:59
    Permalink

    ein ganz grosses DANKE !!! bei mir lebt ein rudel von 8 hunden. unterwegs (ich trenne und laufe mehrmals) brauchen wir nicht unbedingt fremden kontakt. haben wir aber, von nicht angeleinten hunden, die auf uns zustürmen und in die gruppe rennen. zum glück nicht täglich. wenn ich mir nicht sicher bin, bleibt mein hund(e) erst mal an der leine. geübt wird einzeln. grausam finde ich einfach diese “laxen” hundehalter, die nichts im griff haben, mein rudel in aufruhr versetzen – um wortlos oder mit einer gemurmelten entschuldigung a la : oh, hab ich nicht gesehen/gewusst …. von dannen ziehen. zurück bleibt ein aufgelöster “haufen” der beruhigt, sortiert und angesprochen werden muss – von einem “aufgelöstem frauchen”. wir brauchen nach solchen begegnungen einfach zeit um “runterzukommen”. – und was lernten wir : wir gehen mal gleich in “hab-acht stellung” wenn ein fremder “der tut nix” in sichtweite gerät und meiden frequentierte wege ……………….

    Antworten
  • 28. Februar 2016 at 19:03
    Permalink

    Ich hatte eimne sehr dominante Riesenschnauzerhünin mit ihr war ich fast täglich
    unangeleint auf einem nicht genutzten Betriebsgelände unterwegs , das war eine richtige Hundewiese mit ungefär 15 Hunden in den Gassi Zeiten

    als wir das 1.mal auf die Wiese gingen war mein Hund ca 3 Monate alt

    in den 12 Jahren in denen wir auf der Wiese waren gab es eine Auseinandersetzung mit einem fremden Hund . ansonsten war das eine große “Familie” da ging es bis auf
    ein bisschen gebrumme immer sehr gestittet zu und die Frauchen und Herrchen kannten die Gruppe und deren Hunde Da konnte man seine Hunde noch frei laufen lassen ohne sich viel Gedanken zu machen PS: Es wurde auch jeder Hundegeburtstag gefeiert mit Schaumwein und Guddis für die Hunde .

    Das war eineb richtig schöne Zeit !!

    Antworten
    • 5. März 2016 at 02:26
      Permalink

      Das klingt ja richtig toll :-)
      Sowas durften wir bislang nicht erleben. Wird wohl immer schwieriger mit dem harmonischen Miteinander unter Hundehaltern?!

      Antworten
  • 28. Februar 2016 at 23:05
    Permalink

    Sehr guter Artikel! Unsere Hündin mag auch nicht mit Artgenossen “spielen” und wird von anderen Hundehaltern meist für ne ziemliche Schlaftablette gehalten. Aber wenn die wüssten, wie sie mit Frauchen & alter Socke zuhause austitschen kann….;-)

    Antworten
  • 29. Februar 2016 at 10:48
    Permalink

    Sprech mit deinem Hund ohne Worte und du hast einen aufmerksamen Freund.

    Antworten
  • 29. Februar 2016 at 11:48
    Permalink

    Warum müssen Hunde unbedingt spielen wollen? Und noch dazu mit anderen Hunden? Wir Menschen haben doch auch unterschiedliche Interessen und unterschiedliche Bedürfnisse, was wir alleine oder mit anderen gemeinsam tun wollen. Viele gehen gerne mit möglichst mehreren Menschen gemeinsam feiern (vll vergleichbar mit spielenden Hunden) und ich z.B. möchte maximal 3 Leute um mich haben und das wenn möglich in einer ruhigen, actionlosen Umgebung (also sowas wie das gemeinsame Schnüffeln im Wald oder so *lol*). Ist halt eine Charakter- und Wesenssache und das sollte man akzeptieren und sich entsprechend darauf einrichten. Und/oder sich am Besten vor der Anschaffung des Hundes überlegen, was man will und ob genau dieser Hund das auch “bietet”. Allerdings müsste man da ja schon die Erkenntnis mitbringen, dass nicht jeder Hund mit jedem anderen Hund rumtollen will…

    Antworten
    • 5. März 2016 at 02:24
      Permalink

      Danke, genau so sehe ich das auch :-)
      Ich bin offen gestanden jemand, der sehr gern alleine ist. Klar, habe ich meine Hunde, ansonsten zählt für mich Freund und Familie und vielleicht ein, zwei gute Freunde. Ich bin nicht gern unter Menschen und genieße es für mich zu sein. Ist das nun schlimm? Nein, weil ich mich wohlfühle.
      Und so sollen sich auch meine Hunde entsprechend ihrer Vorlieben wohlfühlen dürfen.
      Sie lieben einander abgöttisch, aber andere Hunde haben bei ihnen kaum eine Chance.

      Antworten
  • 3. März 2016 at 10:27
    Permalink

    Toller Text, voll auf den Punkt gebracht ! Ich als Mehrhundehalter sehe es auch immer, dass vor allem Einhundehalter das Gefühl haben, die müssen doch spielen.
    Und das Spielen auf dem Spaziergang meiner Hunde hält sich auch in Grenzen.
    Dafür wird zu Hause rumgetrolt, gekuschelt und Öhreli und Leftzli geschlabbert.
    Harmonie pur, so wie es sein sollte !

    Antworten
  • 3. März 2016 at 13:53
    Permalink

    Am Anfang meiner Hundezeit, wollte meine Familie mich nicht sehr gerne auf Spaziergängen, begleiten.
    Sie meinten: du machst da immer so komische Sachen, das ist peinlich…
    Mäuselsprung, Kontaktspiele… Ich und Hundi hatten und haben aber Spass

    Antworten
  • 5. März 2016 at 01:47
    Permalink

    Es ist ein Ding, wenn ein Hund nicht spielen mag, muss er ja nicht. Aber deswegen zu bestimmen “Einem Hund reichen 1-2 Hundekumpels” finde ich daneben. Wir gehen tagtäglich mit 5-15 Hunden gemeinsam spazieren und ich kann da ganz andere Erfahrungen teilen.
    So ein Zusammentreffen muss ja auch nicht lange dauern, bei Sympathie eben etwas länger. Sicher sind andere erstmal unterwürfig wenn sie auf unsere Gruppe treffen, aber sobald sie merken, dass keine Gefahr ausgeht tauen sie auf… So wenig wie ich will, dass meine Hunde bedrängt werden so verhindere ich, dass meine pöbeln. So bestimme ich, mit wem wir Ärger haben, wer verjagt wird und nicht der Hund.
    Bei den Straßenhunden, die ich beobachtet habe, habe ich kein Verjagen gesehen. Im Gegenteil, bei normalen Begegnungen kommen sie gut miteinander aus. Sie beschnüffeln und dulden sich. Warum auch sich einem Streit und Verletzungen aussetzen.
    Ich habe seit 20 Jahren Hunde und auffällig Hunde die ich in den Jahren kennengelernt habe waren genau die, die immer weggezogen wurden, die gelernt haben, dass fremde Hunde Stress bedeuten, die verlernt haben wie man miteinander kommuniziert.

    Agree to disagree wie man so schön sagt :)

    Antworten
    • 5. März 2016 at 02:19
      Permalink

      Hallo Alexander,

      nunja, “daneben” finde ich das ganz und gar nicht, denn der Großteil der Hundehalter, die ich bislang kennenlernen durfte, können leider häufig nicht erkennen ob ihr Hund spielt, ob er gemobbt wird oder Stress hat und da ist eindeutig manchmal weniger mehr. Dass das nicht allgemeingültig ist, sollte aber auch klar sein, schließlich beziehe ich mich beim Schreiben sinnigerweise auf einen gewissen Querschnitt und es gibt immer solche und solche.
      Natürlich kann man gern mit einer großen Hundegruppe spazieren gehen. Da spricht überhaupt nichts dagegen, wenn alle Hunde sich wohl fühlen. Was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass es nicht notwendig ist jedem Hundekontakt wie ferngesteuert hinterher zu rennen, weil einen sonst das schlechte Gewissen plagt. Wie oft begegne ich Hunden, bei denen ich merke, dass sie sich Mega unwohl fühlen und nur der Besitzer Ihnen unbedingt irgendeinen Kontakt aufzwängen will. Das finde ich ehrlich furchtbar! Den meisten Hunden reichen in der Regel tatsächlich ein paar Kumpels, bei dieser Meinung bleibe ich. Aber ist doch wie bei uns Menschen, die einen sind gern unter vielen Leuten und lernen ständig und gern neue Menschen kennen, andere haben ein paar gute Freunde und sind damit absolut zufrieden. Ich denke das ist logisch und bei Hunden nicht anders, sie sind schließlich genau wie wir Individuen und jeder hat seinen eigenen, besonderen Charakter und Erfahrungen, die ihn geprägt haben.
      Wenn der Hund lernt, dass andere Hunde Stress bedeuten, ist da meiner Meinung nach etwas grundlegend falsch gelaufen. Sie sollen ja nicht lernen, dass ihr Mensch sie weiter zieht, sondern lediglich, dass ihr Mensch Verantwortung übernimmt und so agiert, dass der Hund sich in der Situation egal auf welche Weise wohlfühlt. Sodass ein Hund, der keinen Kontakt möchte, entspannt weitergehen kann, dass ein Hund, der extrem stürmisch ist lernt, anderen Hunden gelassen zu begegnen und weitestgehend neutral auf andere Hunde zuzugehen usw.
      Meine Hunde gehen völlig gelassen an anderen Hunden vorbei und haben nunmal kein Interesse mit ihnen zu spielen. Auch wenn wir uns mal mit “Hundefreunden” treffen, passiert da nicht viel. Wenn wir fremde Hunde treffen und stehen bleiben oder ein Stück gemeinsam gehen, gehen meine Hunde weiter ihres Weges und schnüffeln lieber als sich dem anderen Hund zu widmen.
      So wird doch hoffentlich jeder seinen Hund halbwegs einschätzen und den gemeinsamen Alltag entsprechend gestalten können.

      Liebe Grüße, Cosima

      Antworten
  • 1. April 2016 at 18:30
    Permalink

    Das kann ich nur bestätigen, der beste Freund meines verstorbenen Hundes war ein Cocker Spaniel, die beiden liebten nichts mehr als Schulter an Schulter nebeneinander herzulaufen, kein Raufen kein Necken, zwei Männer auf einer Mission, so sah es für mich immer aus. Aber mein Hund hatte auch Spielpartner, denn er war in jungen Jahren verrückt danach zu spielen mit anderen Kräfte zu messen. Aber am ausgeglichensten war er mit seinem besten Kumpel, der leider viel zu früh an Blasenkrebs verstarb. Mein Hund hat ihn noch Monate gesucht. Nico ist anders, mal mag er spielen, mal rumschnüffeln und manchmal will er auch gar nicht mit anderen, das ist vollkommen ok, er soll sich soviel Kontakt suchen wie er braucht, aber wenn er nicht braucht, dann halt nicht.

    Antworten
  • 18. April 2016 at 17:20
    Permalink

    Sehr gut geschrieben..ich habe 2 Terrier einen jack russell mix aus Ungarn und einen reinrassigen Parson Russel Terrier und der Parson spielt nicht mit anderen Hunden in gegenteil er rüpelt gleich los deswegen sind beide an der Leine bei begegnungen…und wenns geht weiche ich aus… muss nicht sein…zuhause spielen sie ab und zu aber meist artet es dann irgendwie aus also stopp ich es ziemlich schnell wieder

    Antworten
  • 18. April 2016 at 23:42
    Permalink

    Toller Artikel! Endlich fühle ich mich nicht mehr schuldig und habe das Bedürfnis mich bei anderen HH zu entschuldigen, wenn Jack & Jessy nicht spielen wollen. Meine 2 sind ein tolles Paar, dass miteinander rumtobt. Und wir schmeißen und auch gelegentlich zu dritt von Bett & schlafen manchmal Nase an Nase… Nur weil die beiden nicht mit anderen spielen wollen bzw. nur ganz selten, macht sie das nicht zu “unnatürlichen” Hunden. Tausend Dank für diesen Beitrag!

    Antworten
  • 19. April 2016 at 13:07
    Permalink

    Ich schreibe nicht “ich habe”, ich schreibe bei uns wohnt ein Chihuahua Rüde…. Gizmo hat in der Nachbarschaft 2 Kumpel mit denen er sich super versteht und einen, der nur nach Tageslaune nicht angebellt wird. Wenn wir mal unterwegs sind, lasse ich ihn auf andere Hunde zugehen wenn er möchte. Entweder wird geschnüffelt und kurz gezockt oder Gizmo gibt wieder vor ein Rottweiler zu sein….. Am liebsten sitzt er aber bei meinem sohn auf dem Schoss und lässt sich knuddeln oder streitet mit der Katze um den besten Platz auf der Couch…..

    Antworten
  • 20. April 2016 at 10:44
    Permalink

    Vor allem seit unser Hund immer älter wird merkt man, wie seltsam man sich doch vorher verhalten hat :) Uns kommen auf der Sanddüne immer wieder Leute entgegen, die schier enttäuscht sind, dass unser Hund keinerlei Interesse an anderen Hunden zeigt, geschweige denn mit ihnen rennt. Die Hundebesitzer kommen mir dann immer vor, als seien sie enttäuscht, dass sich ihr Lieblings heute mal nicht mit einem Windhund “messen” kann, da der lieber bei seinen Frauchen stehen bleibt oder in der Gegend rumschnuffelt.
    Seine Leidenschaft ist es, wenn man ihm Stöcke schmeißt, aber das macht er nur, wenn er allein oder nur in Begleitung seiner Hundefreundin ist und das ist uns inzwischen auch klar :)
    Zwar bin ich kein Experte, aber ich glaube es ist aber immer noch ziemlich wichtig regelmäßig auf andere und fremde Hunde zu treffen, um den richtigen Umgang mit diesen Situationen beizubringen (sowohl dem Herrchen/Frauchen als auch dem Hund :) ), weshalb wir beim Spazieren gerne auch auf ein Pläuschchen mit anderen Hundebesitzern anhalten, während unser Hund felsenfest die Annäherungsversuche anderer Hunde ignoriert, bis diese sich interessanteren Dingen wie zum Beispielt Frauchens Leckerlitasche zuwenden :) Viellecht geht das in diesem Maß auch nur, weil wir ein sehr undominantes Exemplar haben, das heilfroh ist, wenn zuhause wieder nur seine kleine Familie zusammenkommt :D
    Ich muss sagen, dass ich deinen Beitrag super fand, vor allem, weil ich mich dabei immer an unsere Anfangszeit als Hundehalter erinnern muss und was für seltsame Sachen wir damals gemacht haben! :D

    Liebe Grüße, Lisa

    PS: Hoffentlich habe ich hier gerade nicht ein aus Hundeexpertensicht gravierendes Fehlverhalten geschildert :D

    Antworten
  • 21. April 2016 at 09:30
    Permalink

    Spricht sich lansam rum – sehr schön :)

    Antworten
  • 22. April 2016 at 00:20
    Permalink

    Anneliese spielt nicht mit jedem.. Es gibt Hunde denen wir begegnen, da läuft sie so dran vorbei. Andere ( besonders die großen und zotteligen.. die einem kuscheligen Sofakissen gleichen *g) findet sie toll, sollte sie, als Moosdame, nicht an die zu beschnüffelnden Stellen ankommen, dann stellt sie sich schon mal keck auf die Hinterbeine und stützt sich an der Brust des anderen mit ihrer Vorderpfote dabei ab.

    Dann gibt es noch die mit denen sie sofort spielen will, die aber nicht wollen und dann gibt es die mit denen sie um die Wette flitzt.. Runde um Runde .. ( und nein, ein Mops muss nicht dick sein und schnaufen wie ein Lokomotive und ja Möpse lieben es um die Wette zu flitzen und vor Freude dabei zu quicken .. und nein, wir haben keine Atemprobleme .. ja, es gibt schwarze Möpse.. )
    Neulich haben wir eine 1 jährige Labradordame getroffen, Lotta.. sie hat sich so gefreut, das sie erst einmal Pipi machte.. und dann hat sie mit Anneliese spielen wollen, ein Stöckchen genommen und kokettiert, Anneliese hat ein anders Stöckchen geschnappt und dann haben sie beide kokettiert und sich mit den Vorderpfoten spielbereit angesprungen..

    Antworten
  • 22. April 2016 at 00:28
    Permalink

    Wir spielen auch zuhause, mit knuffen und schupsen.. Leftze zwicken wenn s zu doll wird, Finger hakeln, Beinchen festhalten.. oder ich drohe mir ein Röhrchen zu schnappen.. was sie natürlich nicht will .. sie zeigt mir wenn sie mit ihrem Spielzeug spielen will ..so ein Stoffteddykopf mit nem Tuch dran, statt Körper oder den Plüschaffen mit den langen Armen und Beinen, beides kann man schön beuteln oder dran zerren. Aber Kiefernzapfen oder ein Blatt tun es auch.

    Antworten
  • 22. April 2016 at 00:39
    Permalink

    Meine Vorredner haben ja alles schon von jeder Seite her beleuchtet. Einen Tipp noch zum Thema “objektlos spielen” und “auf Augenhöhe kommunizieren “: Wer sich schon mal ein oder zwei Nächte mitten in sein Hunderudel zum Schlafen gelegt hat anstelle allein in seinem weichen Bett zu liegen, hat bestimmt tolle Erfahrungen gemacht. Ich habe 2 Kangalt und 1 Hovi. Die 1. Nacht fanden sie erstmal lustig. Da ich schlafen wollte, habe ich Schluss mit Lustig gemacht. IN der Stille hat man Zusammenhalt gespürt. Die erstaunliche Auswirkung kam aber erst am Tag darauf: Noch nie waren meine Hunde so ausgeglichen, so entspannt, so miteinander. Es war eine schöne Atmosphäre und es lohnt sich, das einmal nachzumachen. So soll es ja sein, dass auch nachts der Chef auf die Gruppe aufpasst und sich nicht abseits ins Bett schlägt…..Sorry etwas am Thema vorbei…. Aber ein schönes Erlebnis für das Miteinander der eigenen Gruppe (um nicht Rudel zu sagen).

    Antworten
  • 16. Mai 2016 at 18:19
    Permalink

    Wir haben unsere Süße auch aus dem Tierschutz und am Anfang hatte sie vor so ziemlich allem Angst, dh auch anderen Hunden. Mit der Zeit ging es immer besser und mittlerweile geht ist die der hund der gern auf andere hunde zu geht, da muss ich schon immer aufpassen (an der Leine etc…). Aber das hat mich direkt von Anfang an dazu gebracht, mit ihr zu spielen, und da sie es mit Objekten auch nicht kannte, ohne. Vor allem im Wald, zwischen Gräsern und Sträuchen mag sie gern toben und das macht sie mit mir immer noch gern, ab und zu reagiert sie auf eine Aufforderung von mir, meistens muss sie aber diejenige sein die auffordert damit sie mitmacht ;) Bei anderen Hunden muss die Chemie stimmen…manchmal schnuppern und weiter, manchmal sieht man es schon von weiten das beide Bock haben…da lass ich sie auch, obwohl es vielleicht gerade nicht auf der “Hunde”wiese ist bzw. ich gerade einen Weg vor mir habe und nicht vor hatte anzuhalten, letztens passiert, mit nem 12jährigen Boxer, der plötzlich wieder wie 4 wirkte…das ist dann doch schön anzusehen. Grundsätzlich gehe ich auch immer mal an der Hundewiese vorbei, einfach um ihr die Möglichkeit zu geben, wenn sie aber einfach rumschüffelt gehe ich nicht extra auf andere Hunde zu, sie kann sie ja in weiterer Entfernung riechen und könnte den Weg dorthin einschlagen, wenn sie das machen würde, wiederum ok denke ich und dann würde ich mitgehen… Nun noch eine Frage zum objektfreien Spielen…also sie ist da mit Freude dabei, ich auch, aber manchmal steigert sie sich dann so rein, dass sie anfängt in die Beine zu zwicken (das bei mir schnell blaue Flecken auslöst), in dem Moment finde ich das meist noch nicht schlimm, aber wenn sie sich noch mehr reinsteigern würde? Sie soll ja keine Klamotten kaputt machen und nicht lernen dass es ok ist Menschen in die Beine zu “beißen”, auch schon passiert am Arm, als ich den Stock nicht geworfen habe… ich habe das Spiel dann immer abgebrochen, aber so auch immer das Gefühl, dass sie bei 80% abbrechen muss, und nie so alles rauslassen kann… Bin übrigens auf die Seite gestoßen, weil ich ich bissl gegoogelt habe generell zum Spiel, da sie irgendwie nicht so richtig Apportieren will, und schnell Interesse an einem Objekt verliert, Ball, Stock etc….

    Antworten
  • 17. Mai 2016 at 16:13
    Permalink

    Eigentlich ist es eher so das ein gegenseitiges Ignorieren unter Hunden sehr artfremd und unhöflich ist. Wer des anderen Weges kreuzt muss sich vorstellen, Das dies in der Stadt, lebe selbst in Berlin, den Bogen deutlich überspannt, sehe ich auch. Meiner Hündin wird es bei hohem Hundeaufkommen z.B auf dem Hundeplatz, auch zu viel und sie geht anderen aus dem Weg. Auch hat sie gelernt eine Begrüßung erst mit meinem ok zu vollziehen, man hat ja nicht immer Zeit (oder Lust auf andere HH) Das ist aber ein rein menschliches Problem. Man kann auch beobachten das Hunde denen das Vorstellungsritual zu fremden Hunden untersagt wurde häufig sehr angespannt den Weg passieren und versuchen irgendwie zu deeskalieren, denn eigentlich würde ein ranghöherer Hund ein solches Verhalten nicht akzeptieren, ihn stoppen und das Ritual beginnen, der Hund sieht sich also in der Zwickmühle zwischen natürlichem Verhalten und andressiertem Verhalten durch den HH. Meistens setzten sie dann aber wenigstens eine Marke, das ist das Mindeste was er dann noch tun kann. Spielen ist selten Spiel sondern mehr Kommunikation über Stellung im Rudel oder Ressourcen, das scheinen nur wenige HH zu wissen. Für eine Hundebegrüßung ist Mona fast immer zu haben. Trotzdem spielt sie, ich nenne es “Fuchs und Hase”, nur mit mir, niemals mit Spielzeug, oder anderen Hunden, sehr selten hat sie Interesse an Ressourcenarbeit mit Stöckchen. Das ist auch schade, denn diese Spiele auf Hundeart sind seeeeehr anstrengend für Zweibeiner :-) Ich finde man muss sich wirklich nicht in alles Einmischen, wenn mein Hund begrüßen will und keine sicherheitstechnischen Gründe (Straße, Besoffene, usw.) dagegen sprechen, dann soll sie es tun, sie ist ein eigenes Wesen mit eigener Meinung und einem eigenen sozialen Leben, ich bin ihr Freund, ich respektiere sie, deshalb darf sie Hallo sagen zu wem sie will.

    Antworten
    • 17. Mai 2016 at 17:55
      Permalink

      Ich sehe das etwas differenzierter und finde nicht, dass das ein rein menschliches Problem ist. Der Punkt ist nämlich, dass die meisten Junghunde überhaupt nicht mehr lernen sich angemessen an einen fremden Hund zu nähern, weil im Welpenalter mehr Wert auf Kontakt mit gleichaltrigen Hunden gelegt wird als mit gut sozialisierten erwachsenen Hunden. Das finde ich so wichtig. Die meisten Welpen lernen in den ersten Monaten je nach Typ, dass man auf andere Hunde draufhauen kann oder dass andere Hunde blöd sind, weil man immer auf die Mütze kriegt. Wir haben jedenfalls zu 99% Begegnungen, in denen Hunde aus ewig weiter Entfernung mit Staubwolke in uns rein gebrettert kommen, ehe noch ein Besitzer in Sicht wäre. Das ist hier leider Alltag und DAS ist sehr artfremd und unhöflich und darauf habe ich selbst keine Lust und ganz gewiss auch meine Hunde nicht. Meine Hunde sind froh, wenn ich in solchen Situationen den Weg vorgebe und gehen eigenständig meist ohne sie begrüßen zu wollen an anderen Hunden vorbei. Sie haben die Wahl, wenn der andere Hund nicht an der Leine ist und Kontakt haben darf. Und nein, meine Hunde dürfen nicht Hallo sagen zu wem sie wollen, denn es gibt nunmal Hunde, die das nicht mögen und da ziehen meine Hunde im Zweifel den Kürzeren. Das finde ich sehr verantwortungslos und meinen Hunden gegenüber nicht fair.
      Ein ausgeglichener, souveräner Hund geht an einem fremden Hund vorbei, die beiden umkreisen sich vielleicht einmal kurz, wenn Interesse besteht – that’s it. In freier Natur sieht das ganz anders aus, da wird sich nicht mal eben nett begrüßt, wenn zwei fremde Rudel aufeinander treffen.
      Ich bin häufig in Berlin und finde es immer schön wie entspannt das Miteinander zwischen Hunden und Haltern dort ist. Das ist hier leider längst nicht so, jeder sieht nur sich selbst und die meisten Leute sind extrem rücksichtslos, lassen ihre Hunde jagen und andere Hunde mobben – Hauptsache der Hund ist nachher müde und man musste selbst möglichst wenig dafür tun.

      Antworten
  • 3. Juni 2016 at 10:47
    Permalink

    Dank und Glückwunsch Maja, zu Gedanken, Post und Kommentaren/Statements. Mögen es viele HH lesen und verstehen.

    Antworten
  • 3. Juni 2016 at 10:50
    Permalink

    Sorry Maya bitte für meine Leseschwäche ;-)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *