Die Sache mit der Leine

Wenn man’s so will, habe ich wohl eine Schwäche für Hundeaccesoires, genau genommen für Halsbänder [über die Geschirre sind wir glücklicherweise hinweg und haben nur noch das Nötigste]. Was ich dagegen überhaupt nicht leiden kann sind Leinen. Passend zum Halsband. Dreifach verstellbar.

Ganz ehrlich, wer hat diesen Quatsch erfunden? Und wieso laufen so viele Leute damit rum? Ja, wir besitzen auch solche Leinen – zwei an der Zahl – aus der frühen Maya-Zeit. Da wusste ich es noch nicht besser und habe eben das gekauft, was zum Halsband passt und somit ja Sinn macht und ordentlich Geld kostet. Wie oft nutze ich diese Leinen? Gar nicht. Ach doch, neulich als ich mit Berti im Einkaufszentrum war und mir dachte man könne doch mal die Leine nehmen, die eigentlich zum Halsband gehört. Was hat’s mir gebracht? Die Erkenntnis, dass ich diese Leine beim nächsten Mal Zuhause lasse.

Mal davon abgesehen, dass diese Leinen ungefähr halb so viel wiegen wie ein ausgewachsener Bretone [jaja, ich weiß, es gibt auch welche die suuuper leicht sind], verstehe ich diese ganze Verstellnummer nicht. Wieso muss man eine Leine verstellen können? Bei uns gibt es zwei Sachen – hop oder top – Freilauf oder Nicht-Freilauf. Freilauf findet ohne Leine statt, Nicht-Freilauf neben mir. Und damit ist der Käs‘ doch auch schon gegessen.

Egal ob man die Leine nun auf kurz oder lang einstellt, man hat immer wahnsinnig viel Zeugs in der Hand oder der Hund latscht ständig drauf und wickelt sich das Teil um die Beine. Ist der Hund im Freilauf, habe ich das Vergnügen den ganzen Salat durch die Gegend zu schleppen. On top kann man mit einer solchen Leine überhaupt nicht – und ich meine wirklich überhaupt gar nicht – arbeiten. Warum in alles in der Welt verkaufen die Dinger sich für teilweise echt nicht wenig Geld?

Wir sind da ganz pragmatisch und nutzen alternativ zur Moxonleine schlichte, schlanke und vor allem leichte Leinen ohne Schnickschnack, ohne Ösen, ohne Verstellmöglichkeiten. Passen irgendwie zu jedem Halsband und leisten uns seit nunmehr vier Jahren treue Dienste, ob aus Fettleder oder gummiertem Nylon. Sicher dürften es auch irgendwann mal neue sein, aber ganz bestimmt unverstellbar, dünn und nicht länger als 1,20 Meter :-)

3 Kommentare

  1. Guten Morgen :)
    Wir teilen diese Leidenschaft ;) Allerdings habe ich diese auch für verstellbare Leinen! Ja, das geht ins Geld! ;) Aber die Verstellbarkeit hat mich für auch einen Sinn: wir leben sehr städtisch und da gibt es eben nicht nur „an meiner Seite laufen“ oder frei umherhüpfen, sondern auch an langer Leine schnuffeln, das ist mit kurzer „nicht erlaubt“ ;) Und es funktioniert echt gut & unser Labbi unterscheidet zwischen den Längen. Und wenn die Zeit mal nicht reichen sollte an einem Tag ins Grüne zu fahren, dann gehe ich auch mal ein, zwei Stündchen durch Parks und Co in denen eine Schleppleine nicht funktionieren würde, weil zu viele Menschen unterwegs sind

    1. Wir gehen durchaus auch mal eine Runde an der Leine, zB abends wenn es schon dunkel ist und ich sie nicht frei laufen lassen möchte. Dann bleibe ich eben irgendwo stehen, gebe die Hunde frei und sie dürfen schnüffeln und dann geht es wieder ordentlich weiter. Das reicht uns :-)
      Sollten mir die Leinen aus irgendeinem Grund nicht ausreichen, haben wir zwei Meter lange Fettlederleinen, allerdings auch sehr dünn und ohne verstellmöglichkeit. Ob ich eine Leine nun verstelle oder einfach kürzer fasse, ist ja letztendlich egal. Mich stören einfach diese Ösen und der doppelte Karabiner extrem :-) jedoch nutzen wir die längeren Leinen eigentlich nie, außer zur Arbeit am Pferd, da ist diese Länge natürlich notwendig.

  2. Bei uns gibt’s drei Sorten Leine: die Moxonleine mit etwa 1 m, eine gummierte Nylonleine mit 2 m Länge und eine verstellbare, Leine mit drei Metern die praktischerweise auch noch stark reflektierend ist.
    Letztere ist häufig im Einsatz, wenn wir zum Geocachen im Wald unterwegs sind. Kelly (Malinois-Mix, den wir mit vier Jahren aus dem Tierheim geholt haben) hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und so eine Waldrunde ist für alle entspannter, wenn sie an der Leine bleibt. Sie darf auch im Wald frei laufen, so ist das nicht – aber nur, wenn ich 100% bei ihr bin und mich auf sie konzentriere und nicht durchs Cachen abgelenkt bin. Da ich aber keine Lust habe, die Leine dauernd zu halten gibts die verstellbare Leine – die kann ich mir quer umhängen und Kelly hat dann trotzdem noch genügend Raum um neben mir zu laufen und etwas „Freiheit“ zu haben. Sie kennt das sehr genau, da gibt’s auch kein Ziehen oder Zerren.
    Und auch im Dunkeln geht es nur angeleint zur letzten Gassirunde, dann eben mit 3m Länge. So kann sie nochmal schnüffeln und ihr Geschäft erledigen ohne dass ich befürchten muss, dass sie mir im Dunkeln abhaut.
    Ich habe auch immer das Gefühl, das beide Hunde wissen was welche Leine bedeutet – an der Moxonleine ordentliches bei Fuß gehen, an den anderen Leinen eben auch mal mehr Spielraum. Ich habe dafür das Hörzeichen „Leine“ – heißt, die beiden müssen nicht genau neben mir sein sondern dürfen den Leinenradius ohne ziehen ausnutzen.

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