grau ][ orange

Ich bin ein Sommerkind, durch und durch. Es kann nie warm genug sein, nie sonnig genug und nie genug Sommer. Neigt er sich dem Ende zu, verfluche ich schonmal vorsorglich den Herbst, weil er mir meinen geliebten Sommer nimmt. Nun da die warme Jahreszeit endgültig vorbei ist – und zwar so richtig endgültig – kann auch ich mich endlich auf den Herbst und seine schönen Seiten einlassen. Denn auch wenn ich jedes Jahr hoffe, dass der Sommer diesmal bitte einfach bleibt, muss ich doch immer wieder feststellen, dass ich unsere Jahreszeiten mit meinen Hunden schätzen und lieben gelernt habe. Dazu gehört auch der Herbst, Regen und Gummistiefelwetter, buntes Laub und Nebel und wenn wir Glück haben etwas Schnee im Winter.

Sommer hin oder her, ein Schönwetter-Hundehalter bin ich nicht. Ich liebe es warm eingepackt durch den Regen zu spazieren, in Pfützen zu springen und durch den Schlamm zu stapfen. Wenn wir nachher alle dreckig sind, war’s ein guter Spaziergang. Und wenn man dann so durchgefroren nach Hause kommt, sich mit den Liebsten und einer duftenden Tasse Tee auf die Couch kuschelt, sich gegenseitig wärmt und am liebsten den restlichen Tag dort verbringen möchte, dann macht doch auch das ekeligste Wetter irgendwie Spaß.

Gestern bot uns der Herbst knackige vier Grad und Nebel vom Feinsten. Ich muss gestehen – ich liebe Nebel! Wie ein butterzartes Bokeh legt er sich über die Landschaft und ist dabei zauberhaft und gleichzeitig auf eine Weise bedrückend, die mich immer wieder fesselt. Kontrast dazu fanden wir im herbstlichen Wald, der wohl gerade seinem farblichen Höhepunkt entgegenstrebt. Ja, wenn man den Sommer ohnehin nicht haben kann, kann man sich auch mit den anderen Jahreszeiten durchaus anfreunden.

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