Mein ganzes Glück.

Bevor gestern Nachmittag die Welt für einen Moment unterzugehen schien, haben wir das schöne Wetter genutzt und waren gute drei Stunden im Wald unterwegs. Und während ich mal wieder stehen blieb um Berti in seinem Entdeckungswahn ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen, fiel mein Blick auf Maya und Kito. Ja, Berti kann ziemlich anstrengend sein und wie wir Menschen so sind (ich zumindest manchmal) fallen uns negative Sachen meist eher auf als positive, wir sind schnell genervt, gestresst oder haben das Gefühl nicht voran zu kommen. Egal wie es läuft und was wir machen, meine Konzentration gilt zur Zeit überwiegend Berti. Und da stehen sie nun neben mir, meine beiden Großen und gucken mich an, während ich mir innerlich die Haare raufe. Ich muss unweigerlich schmunzeln, vergesse meinen Ärger über Berti und überlege, wann die Beiden eigentlich zuletzt eine Leine gesehen haben.

 

 

Klar, es gibt Situationen, da ist die Leine Pflicht – wenn wir an Straßen laufen, wenn Leinenzwang herrscht oder ich so ein Bauchgefühl habe. Aber sonst? Wir sind tatsächlich an einem Punkt angelangt, an dem die Leinen überwiegend meine Schultern dekorieren und das obwohl ich mich noch nichtmal allzu sehr auf die Beiden konzentriere.

 

 

Wenn ich so darüber nachdenke, wird es mir direkt warm ums Herz und dieser Zustand ist es wohl auch, der mich im Training mit Berti trotz aller Stolpersteine so entspannt werden ließ. Ich weiß, dass wir alles hinbekommen werden. Früher oder später.

 

 

Ich kann kaum in Worte fassen wie dankbar ich bin, dass die Beiden so entspannt geworden sind, so zuverlässig, so geduldig und mir so vertrauen. So musste ich mich gestern fragen, wann es eigentlich selbstverständlich geworden ist, dass Maya sich nach einer netten Ansprache von einem Hasen abwendet, Kito ohne ein Wort ein Dutzend Rehe springen lässt und die Beiden an meiner Seite gehen ohne dass ich es von ihnen verlangt hätte. All das ist ganz und gar nicht selbstverständlich und macht mich dafür umso glücklicher.

Ich genieße jede Sekunde mit euch – auch jene, in denen ich mich über euch ärgere.
Ihr seid mein ganzes Glück.

6 Kommentare

  1. So schöne Worte <3 Ich war schon bei unserem ersten Treffen so fasziniert von deiner Art mit deinen Hunden umzugehen … die Ruhe und das Vertrauen, auch wenn ihr noch nicht dort angekommen wart, wo ihr jetzt seid! Eigentlich kann man euch nur beglückwünschen, zu so tollen Hunden, einem tollen Frauchen und so viel Liebe!

    Allerliebste Grüße <3 Caro und Amber

    1. Oh wow, das hast du aber schön geschrieben <3 danke danke danke!

  2. Wahre Worte (und wunderschöne Fotos dazu!). Ich merke bei uns auch, dass ich eher dazu neige, mich sehr von Dingen frustrieren zu lassen, die bei uns nicht oder schlecht funktionieren (und davon gibt es bei uns sehr viele, so ein tolles Team wie du mit Maya und Kito bilden wir leider bei weitem nicht), anstatt auch Mal Dinge zu genießen, die bei uns gut funktionieren.

    1. Danke :-)
      Naja, es ist ja nicht so, dass bei uns immer alles perfekt ist. Aber ich habe auch gelernt über gewisse Dinge hinwegzusehen. Maya schummelt zum Beispiel unheimlich gern, wenn ich sie ablege. Entweder schleicht sie sich nach vorne oder sie läuft einfach los und geht schnuffeln, wenn ich nicht hingucke. Das ist manchmal zum wahnsinnig werden, aber doch irgendwie eine liebenswerte Macke von ihr. Kito schießt momentan gern mal in den Acker, jetzt wo alles wieder brach liegt, obwohl er das nicht soll. Dann rennt er mit tiefer Nase seine Runden, stellt sich anschließend vor mich und strahlt über beide Ohren.
      Also, ich lasse auch mal alle Fünf grade sein, wenn ich eben weiß, dass ich mich im Ernstfall auf die Hunde verlassen kann. So fällt es mir sehr viel leichter unsere gemeinsame Zeit wirklich zu genießen, anstatt mich über Kleinigkeiten, die meinem perfektionistischen Ich aufstoßen, zu ärgern :-)

  3. Es ist leider all zu oft das wir uns von den negativen Dingen die Stimmung vermiesen lassen bzw das die negativen Sachen lange in unserem Gedächtnis bleiben. Um so wichtiger ist es sich an den schönen Dingen zu erfreuen um einen Ausgleich zu schaffen.
    Du kannst stolz auf deine Bande sein. Schön das ihr das Miteinander so genießt.
    LG Vanni mit Sandy

    1. Danke liebe Vanni, sehe ich ganz genauso :-)

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