Bretonen lieben Wasser!

Das hört man aus allen Ecken, wenn man sich in virtuellen Bretonen-Kreisen aufhält und daran gibt’s auch nichts zu rütteln. Überhaupt sind Bretonen schließlich Jagdhunde und damit ungemein vielseitig. Im Grunde lieben sie alles. Überall sieht man planschende Bretonen, Hunde, die mit Anlauf in Seen hüpfen und tollkühn nach Dummys tauchen. Bretonen lieben Wasser!

Nur meine nicht. Oder sie wollen es nicht zugeben.

Ich muss gestehen, dass ich ziemlich auf diese Wasserratten stehe. Die jede Pfütze mitnehmen und durch den See paddeln, einfach nur weil sie das Wasser so mögen. Maya hat den Titel Wasserratte bei uns wohl am ehesten verdient. Sie geht gern ins Wasser und holt mir alles aus dem Teich, was ich irgendwie rein schmeiße – was ich sehr zu schätzen weiß, denn ohne sie wären wir um etliche Spielsachen ärmer oder aber ich müsste dann und wann Dummys hinterher schwimmen, während die wasserliebenden Bretonen am Rand sitzen und zugucken.

Da stehe ich also neulich am See mit meinen drei mehr oder weniger Wasser-affinen Vierbeinern, hoch motiviert – denn heute wird Berti schwimmen, das hab ich im Gefühl. Die Schwimmweste (die einst auch Kito zum wenn’s-denn-sein-muss-Schwimmer machte) liegt schon bereit und natürlich verschiedene Spielsachen, für den Fall dass das eine vielleicht besser ankommt als das andere. Als Frauchen muss man sich schließlich den Gelüsten und Vorlieben seines Vierbeiners anpassen.

Im Wasser sitzen klappt schon gut – die Erfrischung weiß er wohl zu schätzen.

Stand vom letzten See-Besuch: Berti steht senkrecht im Wasser wie ein treibender Korken und fuchtelt mit den Pfoten vor sich herum als wolle er einen Schwarm Bienen vertreiben. Dabei verzieht er angewidert vom spritzenden Wasser das Gesicht und fährt aufgeschreckt herum, wenn das Wasser hinter ihm in Bewegung kommt, weil er vielleicht aus Versehen doch mal eines seiner Hinterbeine benutzt hat. Ein wahres Naturtalent. Nicht. Da er sich aber generell ganz gern im Wasser aufhält bin ich dennoch ganz zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.

Nun sind wir also wieder am See mit dem Leuchtturm als Spieli der Wahl. Meiner Wahl. Denn der Leuchtturm ist mein persönliches Lieblings-Wasser-Spielzeug (ja, auch ein Frauchen hat Lieblings-Spielis). Er sieht hübsch aus, etwas maritim und macht sich gut auf Bildern. Also haben die Hunde ihn gefälligst auch zu mögen. Tun sie glücklicherweise auch :-) Zu meinem Erstaunen stellt sich Berti diesmal gar nicht so doof an, oder ist beim Doof-Anstellen zumindest mutiger geworden. Denn heute setzt sich der fuchtelnde Korken tatsächlich in Bewegung und paddelt theaterreif auf den Leuchtturm zu.

Wäre ja aber zu einfach, wenn man ihn dann direkt zu fassen bekäme. Aufgrund des starken Wellengangs (der nichts mit Berti’s Schwimmtechnik zu tun hat), sieht Berti leider nicht allzu viel und tunkt den Leuchtturm ungefähr dreizehn mal unter Wasser, paddelt verdutzt im Kreis und taucht hier und da unter, ehe er ihn dann entdeckt, zugreift und ans Ufer bringt. Ausdauer hat er, das muss man ihm lassen.

Während Maya neben mir steht und meckert, dass sie nicht dran ist, sitzt Kito ein paar Meter hinter uns und begutachtet das Schauspiel aus sicherer Entfernung. Er scheint sich fast ein wenig über Berti’s Bemühungen zu amüsieren. Dabei macht er sich als Wasserratte auch nicht wirklich besser. Es gibt Hunde, die springen ins Wasser, andere stapfen rein bis sie lospaddeln können oder gleiten elegant davon.

Kito geht ins Wasser wie ein Großvater. Erstmal nur die Füße. Da steht er dann, guckt in der Gegend rum und wartet bis die Temperatur erträglich ist. Geht er dann ein Stück weiter, fällt ihm auf, dass das Wasser, das doch gerade ganz angenehm war, sich nun wieder viel kälter anfühlt und er sich somit erneut an die Temperatur gewöhnen muss. Kurz bevor der Wasserpegel den Bauch erreicht, geht der werte Herr ein paar mal im flachen Wasser auf und ab bis er sich schliesslich überwindet und vielleicht – aber auch nur vielleicht – losschwimmt. Der Bretonenhals wächst dabei spontan gute zehn Zentimeter. Die Ohren dürfen nämlich auf gar keinen Fall nass werden und bitte auch kein Wasser in die Augen. Da sind wir empfindlich.

Warte Kito, ich helfe dir!

[…bloß nicht!]

Dennoch liebt Kito es, wenn er aus dem Wasser apportieren darf und tut dies mit großer Ausdauer. In letzter Zeit kommt es sogar vermehrt vor, dass Kito Anlauf nimmt und einen zarten Hüpfer ins Wasser wagt. Fast schon ein wenig übermütig für seine Verhältnisse und absolut süß.

Zwei Stunden später überdenke ich meine Aussage bezüglich der Bretonen und dem Wasser nochmal. So schlecht haben sie sich gar nicht angestellt. Es war sogar ansatzweise ein Sprung zu erkennen! Vielleicht doch Wasserratten? Oder zumindest Wasser-Möger?

Heeey! Frauchen, er hat’s mir geklaut!!

Während ich voller Stolz Berti bewundere, der eifrig auf seinen Leuchtturm zu paddelt, beschleunigt hinter uns ein Labbi, springt mit Anlauf ins Wasser und platscht förmlich über die Wasseroberfläche wie ein geflitschter Stein. Berti verschwindet kurzzeitig unter den schwappenden Wellen, kneift die Augen zusammen und rettet tapfer seinen Leuchtturm ans Ufer. Während Berti für vier Meter Strecke etwa dreiundzwanzig mal paddelt, macht der Labbi einen einzigen Sprung. Na gut. Wasserratten sind meine Bretonen vielleicht nicht – aber sie haben Potential!

1 Kommentar

  1. *hahaha* jaja, Amber ist auch irgendwie so eine „Möchtegern-Wasserratte“ :P Sie planscht total gerne, aber die Vorderbeine stehen wie ein Fels in der Brandung! Schwimmen … nur wenn es um Leben und Tod geht und man sich nur durch’s Schwimmen ans Land retten kann … Aber es macht mir Mut, dass du es geschafft hast, es deinen beizubringen, vielleicht schaffe ich das bei Amber ja doch noch ;)
    Und ganz ehrlich … Wasserratte hin oder her, mit seiner Frisur ist Berti sowieso der coolste am See :D

    Liebe Grüße, Caro mit Amber

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