Training mit dem Peanut Ball

Heute möchten wir euch einen kleinen Einblick in die Arbeit mit dem Peanut Ball geben. Denn wer denkt, dass jene Übungen nur was für kranke oder schlecht bemuskelte Hunde sind, hat weit gefehlt.

Der Peanut Ball ist im Prinzip nichts anderes als ein handelsüblicher Gymnastikball, der jedoch von der Form her einer Erdnuss ähnelt – daher der Name ;-) Klarer Vorteil – als Vierfüßer kommen unsere Hunde auf diesem etwas langgezogenen Ball viel besser zum Stehen als auf dem klassischen Gymnastikball und die Möglichkeiten das Training zu variieren sind vielfältiger.

 

 

Wozu soll das gut sein?

Was auf den ersten Blick recht einfach aussieht, ist für unsere Hunde körperlich und ja – auch geistig – eine wahre Herausforderung. Je nach Typ, muss ein Hund möglicherweise erstmal über seinen eigenen Schatten springen um überhaupt eine Pfote auf das wabbelige Teil zu setzen. Ist dies geschafft und der Hund fasst Vertrauen, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Neben dem physischen Aspekt verleiht das Training unsicheren Hunden Sicherheit und verhilft hibbeligen Hunden zu Ruhe und Konzentration.

 

 

Wenn ich mit dem Training beginne, verfahre ich in der Regel nach dem Prinzip „zeig mir was du kannst“. Ich konfrontiere den Hund spielerisch mit dem Ball und warte ab, was er damit anfängt. Der eine wird vielleicht vorsichtig eine Pfote draufstellen, ein anderer übermütig draufhüpfen. Was immer es ist, wird von mir belohnt, denn so lernt der Hund die Initiative zu ergreifen und sein Köpfchen anzustrengen. Während es Hunde mit super Körperspannung und einem guten Gleichgewichtssinn gibt, gibt es natürlich auch bei unseren Vierbeinern den ein oder anderen „Körperklaus“, der froh ist, wenn er beim Geradeauslaufen nicht über seine eigenen Beine stolpert. [Nein, ich schiele jetzt nicht zu Kito….] Besonders für letztere ist das Training mit dem Peanut Ball Gold wert. Denn der Hund lernt seinen Körper ganz anders kennen, entwickelt ein sensibleres Körpergefühl und schult seine Balance. Ganz nebenbei bekommt ein eher unsicherer Hund einen ordentlichen Schub für’s Selbstbewusstsein und natürlich auch Vertrauen zu seinem Zweibeiner, der ihm bei seiner Aufgabe unterstützend zur Seite steht.

Welche Muskeln kann ich mit dem Peanut Ball trainieren?

So ziemlich alle – angefangen bei der Rute, die die Balance hält, bishin zum großen Kaumuskel, der natürlich eifrig die Belohnungshappen zermahlt :-)

 

Damit ihr eine Idee habt wie das Training bei uns aussieht, gibt’s ein kleines Video mit der Hibbel-Maus. Maya wurde zuvor aufgewärmt, sie kennt den Ball bereits gut und ist generell ein selbstsicherer Hund mit einem sehr guten Körpergefühl und kräftiger Muskulatur.

 

 

Hier ein paar Übungsbeispiele:

  • Vorderläufe/Hinterläufe auf den Ball:
    die Hinterbeine nehmen vermehrt Gewicht auf, die Muskulatur der Vorderbeine wird verstärkt beansprucht, sowie Rücken und Bauch angespannt um die Balance zu halten – das gleiche gilt andersrum, wenn man die Hinterläufe auf dem Ball platziert und die Vorderläufe auf dem Boden bleiben. Die Rückenmuskulatur wird hierbei gedehnt.
  • Liegen auf dem Ball, während die Beine auf dem Boden sind (bei kleineren Hunden):
    die Rückenmuskulatur wird gedehnt
  • Stehen auf dem Ball:
    hier ist ein Zusammenspiel aus sämtlichen Muskelgruppen gefragt. Je nach Trainingsstand des Hundes, wird der gesamte Hund anfangen zu beben und der Ball somit stark ins Wackeln kommen – stützt euren Hund und gebt ihm Sicherheit! Bei erprobten Hunden sieht der Stand auf dem Ball easy aus – erfordert aber ein Höchstmaß an Körperspannung und Konzentration
  • Steh/Sitz/Platz-Wechsel:
    beim Wechsel zwischen verschiedenen Positionen werden einzelne Muskelgruppen beansprucht, sowie das Körpergefühl geschult – denn nur wer sich ruhig und ausbalanciert auf dem Ball bewegt, wird nicht ins Wanken kommen
  • Spiel-Haltung:
    die Rückenmuskulatur und Teile des Vorderlaufs werden gedehnt, die Bauchmuskulatur, sowie die Muskeln der Hinterläufe vermehrt angespannt
  • Pfötchen geben:
    das tragende Bein muss vermehrt Gewicht aufnehmen und die Balance halten, während die Bein- und Schultermuskulatur der anderen Gliedmaße zum Anheben beansprucht wird
  • Kopf drehen zur rechten/linken Schulter:
    dehnt die Muskulatur je nach Intensität im äußeren Schulter-, Rücken- und Nackenbereich, während die Innenseite vermehrt Gewicht aufnehmen muss
  • Männchen machen:
    fordert ein Höchstmaß an Balance und Körperspannung, trainiert vor allem Bauch und Rückenmuskulatur
  • Schubkarre:
    hierbei werden die Hinterläufe des Hundes angehoben und angewinkelt unterhalb der Hinterhand gehalten (nicht nach hinten weg ziehen – Überdehnungsgefahr!!)
    die Vorderläufe müssen vermehrt Gewicht aufnehmen und je nach Schub oder seitlicher Bewegung von hinten ausbalancieren, Bauch und Rücken sind angespannt

Ihr seht – da ist so einiges möglich. Natürlich funktioniert ein Großteil der Übungen auch am Boden, jedoch wird die Wirkung durch den wackeligen Untergrund verstärkt.

 

 

Solltet ihr neugierig geworden sein und möchtet euch an das Training mit dem Peanut Ball herantasten, denkt bitte daran euren Hund zunächst an das neue Trainingsgerät zu gewöhnen. Vor jedem körperlichen Training steht ein Warm-up! Schwere Übungen sollten nie ohne eine anständige Aufwärmphase durchgeführt werden. Macht also ein paar Trockenübungen ohne Ball und beginnt dann langsam, step by step. Stellt sicher, dass euer Hund die Übungen, die ihr auf dem Penaut Ball machen wollt, bereits vorher kennt und beherrscht. Nur so vermeidet ihr „Unfälle“ oder Frustration seitens des Hundes. Im Vordergrund steht der Spaß – zwingt euren Hund zu nichts, was er nicht machen möchte. Ihr werdet sehen, dass die Hunde von mal zu mal mutiger und sicherer werden und immer wieder neue Dinge anbieten.

 

 

5 Kommentare

  1. Wow, das sieht richtig toll aus bei euch! :)
    Wir haben auch eine Bean (wir nennen sie so ;) ), hatte sie letztes Jahr für Milo gekauft und dann aber wieder in den Keller, weil ich das Gefühl hatte, mit knapp einem Jahr ist er damit noch überfordert. Aber nach diesem tollen Video, muss ich die doch glatt wieder aus dem Keller räumen ;)

    Gepunktete Grüße und viel Spaß mit eurer Bean
    Katharina mit Milo

  2. Danke für den klasse Beitrag! Das sieht nach dem richtigen Gerät für mein Angstmäuschen aus, in der HuSchu findet sie den Gymnastikball auch richttig toll. Welche Größe habt ihr?
    LG Julia

  3. Wow … das sieht echt klasse aus! Mist … jetzt will ich auch einen Peanut Ball haben ;) Woher ist eurer denn? Maya macht das total klasse! Und es sieht nach sehr viel Spaß aus :)

    Liebe Grüße, Caro + Amber

  4. Nadine & Beagle Lilli sagt: Antworten

    Wow, vielen Dank für den Beitrag, das klingt echt interessant und man sieht Maya macht es Spaß :)

  5. Vielen Dank ihr Lieben, wir freuen uns sehr, dass euch der Artikel so gut gefällt :-)
    Wir haben den Ball ganz simpel bei Amazon gekauft – er ist nicht speziell für Hunde, aber bislang stellt das kein Problem dar :-)
    Unserer misst einen Meter, was für kleine und mittelgroße Hunde ideal ist – für die Bretonen wird’s teilweise fast schon etwas knapp, aber irgendwann wird ohnehin mal noch ein größerer einziehen.

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