Wir haben das Meer gesehen

Vorletzte Woche haben wir unsere Koffer gepackt und uns auf den Weg in den Norden gemacht. Fast sieben Stunden saßen wir im Hundemobil, bis wir endlich unser neues Revier für die nächsten Tage abchecken konnten. St. Peter Ording! Dass es dort anders ist als Zuhause, haben wir sofort gerochen – der Duft von Meer, Salz und Fisch eroberte sofort jede unserer Riechzellen. Wie toll es aber wirklich war, sahen wir erst als wir über den großen Deich gingen. Da war es also. Das Meer. Über einen langen Steg liefen wir über den Strand, bis wir den ersten Sand unter den Pfoten hatten und es kaum noch erwarten konnten endlich loszudüsen. Ein Stück liefen wir noch, bis das Klicken des Karabiners an unseren Halsbändern uns ein Kribbeln durch den Körper jagte. Doch Beherrschung war gefragt. Wir blieben brav sitzen, spannten von der kleinen Zehe bis zur Rute jeden Muskel an und starrten gebannt auf die Zweibeiner. Bloß nicht blinzeln! „Lauf!“ sagte Frauchen – und von da an gab es kein Halten mehr. Mit dem weichen Sand unter den Pfoten flogen wir dem Wind entgegen, jagten uns durch das flache Wasser, kugelten über den Strand und hielten unsere Nase in die brausende Luft. So riecht also das Meer.
 

Bei so vielen neuen Eindrücken wussten wir kaum wohin mit unserer Aufregung. Was bot sich nach der langen Autofahrt also eher an als rennen, rennen, rennen? Unsere Zweibeiner haben ziemlich Augen gemacht wie ausdauernd wir über den Strand fegten. Wir sollen uns unsere Energie gut einteilen, sagten sie. Die würden wir in den kommenden Tagen noch brauchen. Aber das war uns egal. In diesem Moment – das erste Mal am Meer – gab es nichts Tolleres!

Von nun an sollten wir tatsächlich jeden Tag in den Genuss kommen hemmungslos über den Strand zu pesen. Da wir uns wirklich vorbildlich benommen haben – wir haben niemanden belästigt, haben keine Möwen gejagt, waren stets ansprechbar und haben auch immer eigenständig Kontakt gesucht – durften wir die grenzenlose Freiheit des weiten Strandes voll auskosten.

Nach dem Strand war eine schnelle Dusche angesagt, damit das Salzwasser nicht unsere Haut und die Pfotenballen angreift. Und danach – ihr könnt es euch denken – erstmal ein ausgiebiger Mittagsschlaf. Schliesslich waren wir meistens viele Stunden unterwegs und Meerluft, die macht müde! Abends ging es mit den Zweibeinern ins Restaurant. Willkommen waren wir dort überall, haben uns ja schließlich auch vorbildlich benommen. Überhaupt waren wir die Stars! Jeder fand uns (naja, vor allem mich) toll und wollte uns am liebsten klauen. Aber so einfach ist das natürlich nicht.

Nach vier Tagen in St. Peter Ording machten wir uns wieder mit Sack und Pack auf den Weg. Next Stop: Sylt. Leider meinte Petrus es nicht gut mit uns und schickte uns einen heftigen Orkan. So standen wir sechs Stunden vor dem Autozug, der uns nach Sylt bringen sollte, dessen Betrieb aber bis auf weiteres eingestellt wurde. Obwohl die Aussichten schlecht waren, schafften wir es am Abend noch auf die Insel und konnten unser neues Revier beziehen. Trotz Regen und heftigem Wind ließen wir es uns natürlich nicht nehmen auch hier über den Strand zu flitzen und in die Wellen zu springen. Leider ging der Urlaub viel zu schnell rum. Aber – der nächste kommt bestimmt. Und wer weiß, vielleicht haben wir dann auch etwas mehr Glück mit dem Wetter.

Frauchen’s Senf:

Obwohl ich ja zugegebenermaßen Bedenken hatte, haben Maya und Kito sich im Urlaub wirklich absolut vorbildlich benommen. Egal ob am Strand, im Restaurant oder in der Fußgängerzone. Sie haben sich trotz aller Freiheiten immer wieder dazu entschieden bei uns zu bleiben, ließen sich stets abrufen und Möwen wurden besonders von Kito zwar mal bestaunt, aber ansonsten in Ruhe gelassen. Im Restaurant hat man von den beiden nichts mitbekommen. So wurden wir beim Verlassen des Tischs von unseren Sitznachbarn erschrocken angesprochen, dass sie die Hunde überhaupt nicht bemerkt hätten und es gab eine Menge Lob! Die Fußgängerzone von Westerland war besonders für Kito eine Herausforderung, denn die Menschenmassen, Geschäfte, Gerüche, Geräusche der Stadt überforderten ihn noch vor einiger Zeit so sehr, dass er absolut nicht mehr ansprechbar war und am ganzen Leib zitterte. Inzwischen geht Kito recht gelassen an die Sache ran und erträgt die Nähe von vorbeilaufenden Menschen, nach denen früher sogar geschnappt wurde. Und Maya? Nunja, die wird sowieso ruhiger, je mehr Trubel herrscht. Somit war der Spaziergang in der Fußgängerzone eine willkommene Ruhetherapie für unsere wilde Hummel. Es war also wirklich ein toller Urlaub, es hat Spaß gemacht die Mäuse so ausgelassen und glücklich zu sehen – sie haben es sich verdient!

Demnächst werden wir euch noch von unseren Erfahrungen über Hundefreundlichkeit & Co. in St. Peter Ording und auf Sylt berichten – also, reinschauen!

10 Kommentare

  1. Wahnsinnig schöne Fotos!
    Das sieht nach einem echt tollen und erholsamen Urlaub aus.
    Da bekommen wir hier alle auch direkt wieder Lust auf Urlaub am Meer. *seufz*

    Grüße aus Münster

  2. Die Fotos sind ein Traum und es freut mich zu hören, dass der Urlaub so toll war. Nach dem ganzen Training habt ihr das aber auch verdient :-) So, und jetzt muss ich mir noch mal die Bilder ansehen. Die Stimmung ist so klasse eingefangen und *ach* ich komm‘ aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus ;-) Genau mein Ding eben ;-)

    Ganz liebe Grüße von uns an dich und deine Knutschkugeln ;-)

    1. Vielen Dank ihr Lieben! Wir vermissen den Strand ganz schön…da kann der tollste Acker nicht mithalten ;-)

      1. Das glaube ich euch sofort :-)

  3. Wow, toller Bericht und noch viel schönere Fotos! Es macht immer wieder Spaß deine Berichte zu lesen und für viele Hundebesitzer ist dein Frauli ein echtes Vorbild!! Weiter so ihr lieben :-)

    1. Hui, vielen Dank :-)
      ….manchmal ist so ein fleißiges Frauchen schon anstrengend. Aber nunja, irgendwo hat das schon alles seinen Sinn was?

  4. Die Bilder sind mal wieder der Hammer. Wie nicht anders gewohnt… ;)

    Toll, dass Ihr einen gelungenen Urlaub und den Strand fast für Euch alleine hattet.

    LG Andrea mit Linda

    1. Danke, wir freuen uns, dass euch die Bilder gefallen! Wir schauen sie uns auch immer und immer wieder an, in der Hoffnung dass der nächste Urlaub schon ganz bald kommen wird!

  5. […] November ist unser Lieblingsmonat – zum ersten Mal dürfen wir das Meer sehen. Ganz ohne Schleppleinen flitzen wir über den Strand, genießen den Duft der See und der […]

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