Der Tanz mit dem Tiger

Nach unserem ziemlich anstrengenden Wochenende (als Co-Trainer beim Basis-Training Seminar) haben wir den Tag heute mit einem Ausflug zu den Neckarplatten begonnen. Weil’s dort immer mega cool ist, haben wir uns natürlich gefreut wie ein Keks. Frauchen hatte auch ihren Rucksack dabei – was da alles drin war, weiß ich gar nicht, rausgeholt hat sie jedenfalls zuerst den Longierkreis. Das Aufbauen hätte sie sich eigentlich auch sparen können, weil die Wiese schon so hoch war, dass man von dem Band sowieso nix mehr gesehen hat. Aber gut, wie sie meint. So wurde dann also mal wieder longiert und zwar direkt wir beide zusammen. Zunächst musste einer am Kreis liegen oder sitzen bleiben und der andere lief, dann wurde getauscht, mal durften wir beide laufen, haben parallele Richtungswechsel gemacht, Distanzkontrollen und so weiter… das übliche Gedöns, nur eben zu zweit. Ich muss gestehen, dass ich hier und da auch mal loslaufen wollte obwohl ich gar nicht dran war. Das fand Frauchen dann nicht so gut und hat mich zurückzitiert. Na gut, der Klügere gibt ja bekanntlich nach und somit hab ich mich dann irgendwann damit abgefunden.

Nach dem Longieren war eine Runde spielen angesagt. Beim Spielen mit Hund denken die meisten wohl an Bällchen werfen & Co. Bei uns ist der Hauptdarsteller aber die Beißwurst. Damit wird gezerrt was das Zeug hält, aber unser Frauchen wäre ja nicht unser Frauchen, wenn’s da keine Regeln gäbe. So müssen wir das Ding natürlich komplett ignorieren, auch wenn’s uns auf den Pfoten liegt oder über die Schnauze streichelt. Frauchen staut uns dann regelrecht auf, indem sie selbst Körperspannung aufbaut und uns im Platz warten lässt. Irgendwann kommt dann das Zauberwort „Pack“, die Beißwurst schnellt davon und es kann losgehen. Wichtig ist hierbei, dass man tief spielt und dass die Beute sich immer von uns weg bewegt, unser Frauchen sich dabei aber trotzdem nach vorn bewegt, also unserer Rückwärtsbewegung nachgeht – denn wir sollen bei dem Spiel gewinnen! Wenn wir uns richtig Mühe geben und schütteln, gehört die Beute uns. Frauchen lässt los, rennt rückwärts und wir dürfen unsere Beute präsentieren. Bei Frauchen angekommen wird zur Belohnung weiter gezerrt bis ein „Aus“ kommt. Belohnung für’s Loslassen ist dann wiederum das erneute Packen *puh* klingt ziemlich kompliziert, was? Tja, spielen ist gar nicht so einfach, macht aber einen riesen Spaß!

Anschließend war dann aber erstmal Freizeit angesagt. Muss ja schließlich auch mal sein. Wir sind also ein ganzes Stück gelaufen, ehe Frauchen „bei mir“ sagte und wir neben ihr her schleichen mussten. Da wir das aber brav gemacht haben, durften wir auch bald wieder los und folgten unseren Nasen ans erfrischende Wasser. Denn auch, wenn das Wetter nun nicht gerade sommerlich ist, war es doch schon recht warm und so kam uns der Neckar gerade recht. Frisch gestärkt haben wir eine kleine „Spaß-Apport“-Einheit eingebaut. Kann man das so sagen? Naja, das Apportieren an sich ist bei uns ja Arbeit und hat strikte Regeln. Da Frauchen uns aber einfach nur etwas auflockern wollte und dazu weder unsere Dummys, noch das heilige Hörzeichen „Apport“ missbraucht werden sollen, durfte der gute alte Tiger mit zum Ausflug. Obwohl er nun schon etliche Monate Bettruhe in der Spielzeugkiste hinter sich hat, hat er sich von unserem letzten heftigeren Spiel noch nicht so recht erholt und so quoll immernoch das weiße Zeug aus seinem Gesicht. Aber der Tiger ist ja kein Weichei und hat trotzdem mitgemacht. Was für eine Gaudi!

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