Wir leben noch… und die Hasen auch

Mannomann, wir haben echt viiiel zu tun zur Zeit! Wir sind fast jeden Tag mit Frauchen und dem Trainer unterwegs und da könnt ihr euch sicher vorstellen, dass das ziemlich anstrengend ist und wir unsere wenige Freizeit natürlich mit Schlafen verbringen. Und Fressen. Aber natürlich haben wir wie immer auch richtig viel gearbeitet!

Wegen des doofen Wetters wurde ordentlich gesniffelt und das läuft auch ziemlich gut. Neben dem begehrten Trüffel tummeln sich in den anderen Gläsern inzwischen leckere Verleitungen wie Trockenfisch, Rinderlunge und Super-Leckerlis, sowie verschiedene Pilzsorten, aber nichts kann uns davon abhalten unseren Trüffel zu finden! Auch longiert wurde neulich mal wieder, denn unser kleiner Freund Sam war wieder eine Woche bei uns zu Besuch und durfte neulich zum ersten Mal longieren. Natürlich haben wir das nicht ungenutzt gelassen und auch ein paar Runden am Kreis gedreht. Bei mir müssen wir mal wieder verstärkt Ruhe reinbringen (sagt die Chefin), der Kito dagegen war richtig gut und hat nun auch endlich mal wieder Spaß beim Longieren.

Und ob ihr’s glaubt oder nicht, nach einer ewigen Winterpause hat Frauchen mir auch endlich mal wieder eine tolle Fährte gelegt. Die hab ich richtig gut gearbeitet, auch wenn es einen kleinen Zwischenfall gab. Oder drei. Natürlich hab ich mich richtig doll in die Leine gehängt und es konnte einfach nicht schnell genug gehen *schnuffschnuffschnuff* wurde die Bodenzerstörung in die Nase gezogen und gleichzeitig die Futterbrocken inhaliert. Und schwups, ist es passiert – ich hab mich „veratmet“ und plötzlich gar keine Luft mehr bekommen. Rückwärtsniesen nennen das die Zweibeiner und das passiert wenn das Gaumensegel (das bei kurzschnäuzigen Rassen ja oft etwas zu groß ist) sich irgendwo festklebt und somit das Atmen erschwert. Frauchen hat mir dann die Nase zugehalten, damit ich einen Schluckreflex bekomme und wieder besser Luft kriege. Bulldoggen, Mops & Co-Freunde wissen sicher wovon ich spreche ;-) Dann ging es wieder ruhig in die Fährte, ich hab einfach so getan als wäre nichts – doch dann passierte es schon wieder. Also ehrlich, kann man nichtmal in Ruhe eine Fährte schnuffeln! Verflixt. Ganze drei Mal passierte mir das, aber zum Glück war Frauchen immer zur Stelle und hat mir geholfen, sodass ich meine Arbeit dann in Ruhe beenden konnte. Trotz allem hab ich die Fährte voll gerockt und alle Winkel sauber gearbeitet.

Für den Kito gibt es dagegen eine neue Aufgabe. Die Fährtenarbeit fand der Bretone ja von Anfang an eher doof (versteh das mal einer..), also hat er nun eine Alternative bekommen und die heißt Eigentrail! Beim Trailen geht es nicht wie bei der Fährte um die Bodenzerstörung, sondern um den Individualgeruch, den die zu suchende Person hinterlassen hat. Damit der Kito lernt, diesem Geruch zu folgen wurde ein getragenes Frauchen-Shirt in einer geraden Linie über den Boden gezogen bis es schließlich irgendwo liegen blieb. Vom Startpunkt bis zu diesem Shirt hat Frauchen in gleichmäßigen Abständen getragenes-Frauchen-Shirt-Fetzen ausgelegt – alle mit Futter versehen, damit dieser Geruch positiv belegt wird. Der Kito schnuffelt also von Fetzen zu Fetzen und wenn er am „Zielshirt“ ankommt, gibt es Lob und einen kleinen Jackpot. Damit das Bretönchen Fährte und Trail nicht durcheinander bringt, wird beides auf unterschiedliche Weise ritualisiert. Und was soll ich sagen, der Kito hat am Trailen viel viel mehr Spaß als an der Fährtenarbeit! Das Praktische dabei: irgendwann kann Frauchen den Trail so ganz nebenbei legen, indem sie mit mir morgens ein Ründchen geht und sich danach den Kito schnappt und ihn die Strecke trailen lässt. Nicht schlecht oder?

Naja und dann gibt es da ja auch noch den unangenehmen Teil des Trainings… das Abbruchsignal. Fast zwei Wochen habe ich keinen Pfiff gehört und fühlte mich schon ziemlich sicher. Aber heute ist es dann wieder passiert. Ich glaube ja die Hasen bei uns auf dem Feld haben ein kleines Behausungsproblem, denn die rennen alle draußen rum, obwohl doch Schnee liegt und es so kalt ist! Na gut, heute kam wenigstens mal die Sonne raus, aber wenn ich ein Hase wär, würde ich doch lieber in meiner Höhle bleiben. Jedenfalls haben wir hunderte Hasen gesehen. Ok, vielleicht waren es auch nur fünfzehn bis zwanzig, aber das ist auch noch viel! Bis ich dann endlich mal meine Fuß-Position verlassen hab, hat es trotzdem ziemlich lang gedauert. Ich hab die Hasen gesehen, gejammert, blieb aber bei Frauchen. Irgendwann rannte dann ein Exemplar nur ein paar Meter vor uns los und ich hatte meine Beinchen nicht mehr unter Kontrolle. Frauchen nutzte den Moment und was folgte war das blöde Abbruchszenario. Natürlich stand ich total unter Strom, aber dem Hasen bin ich jedenfalls nicht weiter hinterher. Nach der verdienten Portion Futter und Lob von Frauchen ging es weiter. Und egal wohin man sah, überall waren irgendwo Langohren zu sehen. Die waren wohl ziemlich gut drauf, haben gekämpft und Fangen gespielt. Da hätte ich echt gern mitgemacht, aber ich wich kaum von Frauchen’s Seite. Ein weiterer Hase sprang ein Stück weiter vom Wegrand hoch und ergriff die Flucht, aber wir übten uns in Beherrschung (dass wir dabei schreien wie am Spieß wäre wohl in dem Fall egal, sagt Frauchen). Natürlich mussten wir auch immer mal wieder Basis üben, also Frauchen anhimmeln, während irgendwo hinter uns die Hasen hoppeln. Gar nicht so einfach, sag ich euch. Wir kamen aus unserem Jagdmodus gar nicht mehr raus, waren den ganzen Spaziergang über am Jammern und Felder scannen. Trotzdem blieben wir aber bei Frauchen und waren jederzeit ansprechbar.

Nach gefühlten zehn Stunden Hasenkonfrontation pur (tatsächlich waren es eher zwei), ging es dann irgendwann wieder in Richtung Parkplatz. Damit wir die letzten Meter nochmal ein wenig entspannen und runterkommen, ließ Frauchen unsere Leinen lang und schickte uns mit einem „Lauf“ weg. Der Teil des Weges ist erfahrungsgemäß nicht besonders hasenverseucht und sollte uns auf etwas andere Gedanken bringen. Und was macht der Bretone? Findet doch tatsächlich ein Häschen und schubst es direkt aus dem Gebüsch. Damit hatte nun ja wirklich keiner mehr gerechnet! Der Hase rannte natürlich mit Karacho weg, schließlich sehen wir zwei ziemlich gefährlich aus. Und jetzt kann mein Frauchen mal mächtig stolz auf mich sein, denn obwohl der Hase höchstens zwei oder drei Meter vor mir abdampfte, machte ich keine Anstalten hinterherzurennen (nur ein bisschen vielleicht). Der Kito dagegen schon, der landete mit einem Rumms im Leinenende. Na gut, der Hase ist aber auch wirklich direkt vor seiner Nase hoch… ein paar Schritte bin ich zwar auch gelaufen, aber dann blieb ich stehen, mit lockerer Schleppleine, und schaute dem Langohr einfach nur nach, drehte um und fragte Frauchen was ansteht. Hat die sich vielleicht gefreut! Fressi stand an, war ja klar! Tagesration – check! Die hab ich dann wohl mit einem Haps inhaliert, behielt aber gleichzeitig den am Horizont verschwindenden Hase im Auge und jammerte ganz fürchterlich. Ich würd ja sooo gern hinterher! Der Kito war auch fix und fertig und aus einem leisen Jammern wurde plötzlich ein lautes Schreien. Ja ehrlich! Frauchen sagt solche Töne hat sie vom Bretone noch nie gehört. Er schmiss regelrecht den Kopf in den Nacken, riss die Schnauze auf und schrie als ginge es um Leben und Tod. Bei mir ist das ja nix Neues, Frauchen sagt es gibt keine Töne, die ich nicht drauf habe und eines Tages werde ich sprechen und auf zwei Beinen davonlaufen. Immer diese Frauchen.. Naja, ihr merkt ja, das war echt ein ziemlich nervenaufreibender Ausflug. Die letzten Paar Meter zum Auto nutzten wir nochmal für das ein oder andere wichtige Geschäft, denn den ganzen Spaziergang haben wir dafür keine Zeit gefunden. Und Zuhause, da wurde dann natürlich gepennt. Und gepennt, und gepennt…

 

6 Kommentare

  1. ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ ….ich bin so happy von euch zu lesen!!!!!
    Hey, bei euch geht ja echt die Post ab!
    Aber das macht auch spass, gell?
    …manchmal vermisse ich euch hier eigentlich schon ein bisschen,
    ihr habt immer so interessante und tolle Post geschrieben… …vermissen euch… snief….
    was ich bei euch besonders cool finde, ihr könnt schon wieder Fährten…
    wir nicht… hier liegt noch viel Schnee!!!!
    Und erst im April… gehen wir den Kurs wieder auffrischen… damit ich sicher, bin, dass ich wieder alles richtig mache.
    Ich habe mir eure Sniffle Videos sehr oft angeguckt… denn ich möchte Sindy die Steinpilze spassig machen… ich hoffe nur… ich stelle es richtig an… hab mir das vom Video von euch abgeguckt…
    Ihr lieben… meldet euch bitte bald wieder, und erzählt, wie es euch geht!
    Herzliche Grüsse und wauzis… Nathalie mit Sindy ♥♥♥

    1. Im Moment haben wir und unser Frauchen echt richtig viel um die Ohren, deshalb kommt der Blog zur Zeit ein wenig zu kurz. Aber wenn sich die Zeit findet, werden wir natürlich immer mal wieder was hören lassen!
      Beim Sniffeln ist es wichtig, dass ihr erst mit einem einzigen Glas anfangt, ganz ohne Kasten, dazu gab es auch ein Video, habt ihr das gesehen?

      Liebe Grüße *wuff* deine Maya

      1. Herzlichen Dank liebe Maya für deine Antwort!!!!
        So lieb von dir, dass du dir die Zeit nimmst,
        obwohl bei euch so viel los ist!!!!
        Danke!

        Ja, ich hab ein Glas genommen, genau so wie bei euch auf dem Video.
        Habe mit einem Hammer und Nagel kleine Löcher rein gemacht… mit Steinpilzen befüllt.
        Und nun üben wir regelmässig.
        Immer wenn Sindy mit der Nase drann ist… klicke ich…
        ich hoffe, ich mache das richtig.
        Ich grüss euch ganz lieb!
        Nathalie

  2. Also Maya, du musst du dich echt mal ein bisschen in Geduld üben, ganz ehrlich … überleg mal dein Frauchen wäre nicht zur Stelle gewesen *kopf schüttel* ;-)

    Und Kito auf dich bin ich ein bisschen neidisch, Eigentrail, das hört sich an wie ein Zauberwort :-) Ob ich das mit Frauchen auch mal mache *grübel* :-)

    *wuff* eure Lilly

    1. Na du hast gut reden, Geduld.. weißt doch, dass ich sowas nicht kenn. Ich mein Halloooohooo, es ging um eine Fährte!! Schnuffeln UND Futter, besser geht’s nicht! :-)

      Also Eigentrail ist echt praktisch, weil man da nicht so exakt rumtrampeln muss wie bei der Fährte und auch ruhig überall Bodenzerstörung hinterlassen kann. Und man braucht nicht ständig verschiedene Leute wie beim Mantrail, sondern nur ein Frauchen. Und wenn man irgendwann doch mal Mantrailen will, ist der Übergang ganz leicht.

      1. Das hört sich echt super an, ich werde Frauchen direkt mal beim Ausmisten ihrer alten Sachen helfen und dann soll sie ihr T-Shirt zerschneiden und los geht’s ;-)

        Wie lang war denn euer erster „Trail“? fragt sich mein Frauchen ;-)

        *wuff* Lilly

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