Ein Jahr mit Kito

Ja Leute, heute gibt es Grund zum Feiern, denn mein allerliebster Lieblingskumpel Kito ist heute genau ein Jahr bei uns. Ist das nicht toll? Heute vor einem Jahr vor ein paar Tagen (hihi) haben wir den Kito erstmals besucht. Naja, anfangs war ich schon skeptisch, denn obwohl ich mir echt richtig viel Mühe gegeben habe, ihn zum Spielen zu animieren, hatte er nur Augen für die Zweibeiner. Aber trotzdem fand ich ihn irgendwie von Anfang an ziemlich nett und als er dann bei uns einzog, lag es ganz allein in meiner Pfote, ihm die richtigen Tricks und Kniffe beizubringen, die man als Hund drauf haben muss. Und ich finde für ein Jahr hab ich ihn schon echt gut hinbekommen.

foto: vivaanimal

Schließlich kommt der Kito nicht gerade aus gutem Hause. Genau genommen hat er die erste Zeit seines jungen Hundelebens als „Pol“ in einem spanischen Tierheim verbracht. Irgendein böser Mensch hat ihn nachts einfach so über die zwei Meter hohe Tierheimmauer geworfen. Zum Glück konnte man ihn dort aber aufpäppeln und umsorgen. Denn Kito hatte einen alten, verwachsenen Knochenbruch und konnte nur auf drei Beinen laufen. Ob man ihn deshalb nicht mehr haben wollte?

foto: vivaanimal

Mein Frauchen ist ja der Meinung, dass der Kito bei einem Jäger gelebt hat. Der konnte ihn aber nicht gebrauchen, da er eine schwere Verletzung hatte und zudem noch hypersensibel ist und somit für die harte jagdliche Ausbildung nicht geeignet war. Ebendiese könnte auch Grund für seine Angst vor Männern sein, die bestimmt nicht immer nett zu ihm waren.. Am Anfang war es so schlimm, dass der Kito sich auf den Rücken schmiss, wenn die Zweibeiner sich mal nach vorn beugten und er sich duckte und die Augen zusammenkniff, wenn man mal im Affekt ganz beiläufig die Hände hob. So als hätte er sich daran gewöhnt, Schläge auszuhalten. Aber was in Spanien genau passiert ist, wissen wir nicht. Jedenfalls hatte er das Glück nach Deutschland zu kommen, wo er zunächst auf einer Pflegestelle lebte. Die Vermittlung war wohl nicht ganz leicht, denn erstens ist der Kito nunmal ein Jagdhund und zweitens war ja nicht klar ob er vielleicht doch noch eine OP braucht. Irgendwann war es dann so weit und Kito sollte als „Fridolin“ endlich ein neues Zuhause bekommen. Doch schon nach zwei Wochen gab man ihn zurück zu seiner Pflegefamilie, wo er fast ein Jahr wartete bis wir ihn gefunden haben.

Die ersten Tage im neuen Zuhause waren für den Spanier gar nicht so einfach. Ich versteh ja auch nicht wie man so mega sensibel sein kann, der Kito jedenfalls bekam jedesmal einen Schock, wenn es irgendwo ein Geräusch gab, das ich nichtmal mehr wahrnehme. Das wurde dann mit heftigem Angstbellen quittiert und das kann auf Dauer eeeecht nerven! Auch unser Herrchen wurde anfangs heftigst verbellt, wenn es nach Hause kam oder – für den Bretone wie aus dem Nichts – einen Raum betrat. Denn der Kito hat hatte ja panische Angst vor Männern. Das war sogar so schlimm, dass er sich vor Angst bepieselt hat und es sehr lange brauchte bis er sich wieder beruhigt hat. Aber meine Zweibeiner und ich sind ja geduldig und haben dem Kito die nötige Sicherheit gegeben, die er brauchte um sich bei uns wohlzufühlen und so wurde er allmählich entspannter.

Nach wochenlangen vergeblichen Animationsversuchen, die schon echt kräftezehrend waren, war es endlich so weit. Der Kito konnte seine Angst für einen Moment vergessen und ließ sich auf ein erstes kleines Spiel mit mir ein. Was war ich erleichtert! Stellt euch mal vor, da zieht ein Hundekumpel ein und dann spielt der nicht mit euch? Geht ja mal gar nicht.

Kuscheln kann der Kito gut, das hat er mir auch direkt am ersten Tag gezeigt. Der alte Charmeur. Das allgemeine Kennenlernen haben wir also quasi übersprungen und sind sofort auch Tuchfühlung gegangen. Vom ersten Tag an haben wir gekuschelt und natürlich durfte der Kito auch auf meine Couch.

Auch was die Spaziergänge betrifft waren wir von Anfang an auf einer Wellenlänge. Der Fokus lag ganz klar auf Fährten, Wild und Co. und so ein Jagdgefährte, das sag ich euch, ist echt super! Anstatt mit Frauchen zu kommunizieren, haben wir ständig Blicke ausgetauscht – wie echte Jagdprofis eben. Aber war ja klar, dass Frauchen uns einen Strich durch die Rechnung macht. Ihr wisst ja, Hundetrainer und so. Den Spaß haben wir uns aber trotzdem nicht verderben lassen.

Obwohl wir alle dachten, der Kito sei nach einigen Monaten bei uns schon ganz gut angekommen, legte der Bretone immernoch eine Schippe drauf und zeigte uns allmählich sein wahres Gesicht. Der anfängliche Angsthase entpuppte sich als alberner Clown und richtiger Frechdachs. Mit seinem anfangs magerem Gewicht nahm auch die Energie zu und Kito entwickelte sich zu einem richtigen Power-Bretonen.

Und ich sag euch, der kann manchmal echt anstrengend sein. Eine junge Dame wie ich braucht ihren Schönheitsschlaf! Aber der Rabauke will nur raufen, raufen, raufen und kann dabei schon ziemlich nervig sein.

Über mangelndes Spiel kann ich mich nun also nicht mehr beschweren. Na gut, nun wollen wir mal nicht meckern, der Kito ist echt ein super Typ und der beste Kumpel der Welt! Deshalb freuen wir uns auf viele, viele weitere Jahre mit unserem Lieblingsbretonen!

9 Kommentare

  1. Wow Maya, das hast du echt prima hinbekommen. Da hatte Kito aber Glück, dass er bei dir gelandet ist.
    Ich wünsche Euch noch viele gemeinsame Kuschelstunden, Jagdausflüge (wenn auch eingeschränkt), Tobezeiten und Kraulis von euren Zweibeinern :))))
    Schlabberbussi, Phoebi

    1. Danke lieber Phoebi! Da bekomme ich ja jetzt glatt Lust auf einen Jagdausflug… hmm.. naja, beschränken wir uns erstmal auf die Kuschelstunden ;-)

  2. Wie schnell die Zeit vergeht. Ich weiß noch genau, als ihr ihn besucht habt und Dein Frauchen ihn ein paar Tage später abgeholt hat. Es tat ziemlich weh, als Dein Frauchen mit Kito davon fuhr. Aber ich freu mich riesig, dass er es bei Euch so gut getroffen hat. :-)
    Viele liebe Grüße an Euch Uli

    1. Ja, die Zeit verging echt wie im Flug. Meine Zweibeiner bewundern dich dafür, denn die könnten sicher keinen ihrer Pflegis jemals wieder hergeben. Aber so ist immer wieder Platz für eine arme Seele, die auch auf ein eigenes Körbchen wartet :-)

  3. Oooh Maya, da hast du aber einen tollen Rückblick über Kito geschrieben :) Bei „Fridolin“ musste ich ja etwas lachen, das passt ja gar nicht zu kito ;)

    Ach, ich wünsch mir auch einen Hundefreund, dann müsste ich vielleicht draußen nicht immer die anderen Hunde belästigen :D

    1. Meine Zweibeiner fanden das mit dem Fridolin auch total albern, hihi. Auch Pol war jetzt nicht unbedingt der schönste Name… Aber Kito fanden wir richtig klasse, also durfte er den Namen behalten.

      PS: Der Kito will auch immer andere Hunde belästigen, mich hat er ja schließlich immer, das ist langweilig *ts* Aber bei uns ist ja auch schon der Alltag eingekehrt. Ich wette, wenn bei dir ein Kumpel einzieht und der genauso toll ist wie der Kito, hast du nur noch Augen für ihn ;-)

  4. Wenn man das erste Foto aus dem Tierheim sieht und die aktuellen, kann man euch nur loben, wie toll Kito sich entwickelt hat und dafür, dass er am Anfang nicht spielen wollte, hat er aber auf der Hundewiese so richtig den Tobe-Kito raushängen lassen ;-) Auf jeden Fall habt ihr euch ein richtig süßes und hübsches Kerlchen ins Haus geholt und auch ich wünsche euch noch viele, viele tolle gemeinsame Jahre :-)

    Liebste Grüße,
    – Lilly’s Frauchen –

    P.S.: Das Foto von dir, Cosi und Kito ist einfach wunderhübsch :-)

    1. Danke, Lilly’s Frauchen ;-)
      Ich würde meinen Kito auch um nichts in der Welt hergeben, wir haben uns einfach gesucht und gefunden!

  5. ♥ …wie schön diese Zeilen zu lesen sind….
    mir sind fast die tränchen gekommen…
    …ich bin sooooo froh, hat Kito den Weg zu euch gefunden,
    und bei euch ein super tolles neues Zuhause gefunden!
    Ein besseres hätte er nie und nimmer finden können!!!!
    So lieb!
    Ich drück euch alle ganz lieb!
    glg Nathalie

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