Mit Frauchen auf Jagd

Ich bin fix und fertig. Während die Jungs sich Zuhause ’nen faulen Lenz gemacht haben, waren Frauchen und ich zwei Stunden im Feld auf Hasenjagd. Zwei Stunden sind wir den blöden Langohren hinterhergeschlichen, ZWEI STUNDEN! Frauchen hatte ihre hundert Kilo schweren Schneeschuhe an und hat schon nach einer halben Stunde das Jammern angefangen – na super. Zehn Minuten später war ihr dann zu warm und dann wurde gemeckert, dass die Hasen ständig woanders hinrennen. Am liebsten hätte ich sie ja irgendwo angebunden und wäre allein weiter, aber ich will ja nicht so sein. Wenn Frauchen schonmal mit auf Jagd will, drücken wir eben mal ein Auge zu.

Wir haben also unser Hundemobil am Vogelpark abgestellt, denn von dort kommt man schneller ins Hasengebiet als von Zuhause aus. Kaum waren wir auf dem Feld, haben wir auch schon die ersten Häschen gesehen. Ich war schon ein bisschen aufgeregt, wollte immer vorstehen und hab den Acker gescannt. Aber dann fiel mir ein, dass ja Frauchen dabei ist, also machte ich mit ihr ein bisschen Basis-Training und das hat trotz der Hasen prima geklappt. Wir wollten uns den Hasen langsam nähern, aber die Blödmänner konnten sich einfach nicht entscheiden auf welchen Acker sie nun rennen möchten und so liefen wir hin und her und hin und her und die Hasen waren immer da wo wir gerade nicht waren. Tja und mit so einem lahmen Frauchen im Schlepptau kannste auch nicht mal eben Gas geben, da kommt die ja nicht mehr mit.. Also hab ich schön auf sie geachtet und langsam gemacht. Runde für Runde sind wir gelaufen, hin und her, haben immer wieder Hasen gesichtet, sind aber einfach nicht nah genug rangekommen.

Vom Hasenfeld ging es also weiter zum nächsten Hasen-Hotspot. Jaja, wir wissen ja wo die Viecher sich rumtreiben. Und auch dort haben wir welche gefunden, diesmal ist sogar einer ziemlich nah vor uns losgeschossen. Mein ganzer Körper verkrampfte sich, ich wollte schon los, aber dann fiel mir wieder Frauchen ein – also blieb ich bei ihr und wir suchten gemeinsam den nächsten Hasen. Drei weitere rannten auf dem Feld vor uns rum und zwei schossen aus dem Gebüsch, um das wir herumschlichen. Inzwischen war ich von all den Gerüchen schon so betört, dass es mir immer schwerer fiel auf Frauchen zu achten, aber ein Öhrchen hatte ich trotzdem für sie reserviert. Ich wurde immer nervöser und Frauchen dachte sich „Wenn jetzt einer hochgeht, dann schießt sie los….“ und sie hätte ihren blöden Abbruch üben können. Aber wir fanden keinen mehr und inzwischen war es auch schon dunkel. Frauchen resignierte und wir schlurften zurück zum Hundemobil, als *zack* tatsächlich nochmal ein Hase auf einer Pferdekoppel losbretterte. Ich schaute, hielt inne und lief mit Frauchen weiter. Feierabend.

Was Frauchen zu unserer gemeinsamen Jagd sagt?

Eigentlich sollte ich mich über Maya’s Verhalten freuen und natürlich tue ich das auch. Vor zwei Jahren um genau diese Zeit fing Maya diesen blöden Hasen, der einfach nicht schnell genug war oder Suizid-Gedanken hegte. Von da an wurde viel trainiert, mehr als zuvor. Vor einem Jahr wäre Maya schon bei einer frischen Fährte schreiend und zitternd in der Leine gehangen. Bei all den Hasensichtungen, die wir heute hatten, wäre Madame jedesmal weg gewesen, da bin ich mir sicher. Ein Training in einer solchen Umgebung wäre damals gar nicht möglich gewesen. Heute jedoch bleibt Maya bei mir und tut das gern. Sie nimmt die Hasen in der Ferne durchaus wahr und schaut ihnen auch nach, dann jedoch schaut sie zu mir und hält den Blickkontakt, freut sich über mein Lob und ihre Belohnung. Anstatt wie eine Irre im Zickzack Fährten nachzujagen, läuft sie ganz ohne ein Wort Fuß. Was aber, wenn der Hase direkt vor uns aus dem Gebüsch schießt? Was wenn die Leine ab ist? Ich kenne meine Maus gut genug um zu sagen: sie wäre weg, gefangen in ihrem Rausch, unempfänglich für jeglichen Rückruf oder Triebabbruch. Darum liegt mir so viel daran, dieses so wichtige Abbruchsignal realitätsnah zu üben. Doch wie das immer so ist, diese Hasen, die zwei Meter vor einem aus dem Nichts hochschießen, gibt es nur dann, wenn die Hunde ungesichert sind und Frauchen sich in Sicherheit wiegt. Genau die brauchen wir aber um endlich voran zu kommen, und ja, so langsam ist es doch ein wenig frustrierend, dass wir einfach nicht weiter kommen. Von nun an werden wir uns also regelmäßig auf Hasensuche begeben und irgendwann wird uns hoffentlich mal einer direkt vor die Nase schießen…. Erst wenn dieses Abbruchsignal felsenfest sitzt und ich Maya damit auch von einem Hase weg bekomme, der einen halben Meter vor ihr losschießt… erst dann kommt auch allmählich die Leine weg.

4 Kommentare

  1. Ich frag mich gerade wie wir das Abbruchsignal überhaupt üben soll ??? Die Stadthasen sind ja total langweilig und Bonnie steht die ja nur vor und lässt sich dabei noch abrufen…

    1. Hihi, freut euch doch ;-) Ist doch super! Meine stupsen die Hasen manchmal regelrecht aus dem Gras. Du läufst, denkst an nix böses, die Hunde schnuffeln mal hier und da und auf einmal rast da ein riesen Vieh los. Da gibt’s dann natürlich kein Halten mehr und gegenseitig pushen sie sich noch mehr hoch. Aber sowas passiert natürlich nicht, wenn man es mal brauchen könnte.
      Am Anfang werdet ihr den Abbruch reizarm üben, also Bonnie läuft vor, Leine relativ gespannt und dann kommt das Signal, erst wenn sie es verknüpft hat dann auch mit Verleitung. Wir werden Maya die Woche mal austricksen, mal sehen ob es klappt :-) Und natürlich weiterhin Hasen suchen…

  2. […] das mit einem Besuch beim Notdienst endet // Es gibt eine Menge Schnee, wir gehen mit Frauchen auf Hasenjagd und üben unser […]

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