10. Treffen mit dem Hundetrainer

So langsam bekommen wir Routine, Leute. Ehrlichgesagt freuen wir uns sogar schon auf den Trainer, denn die letzten Male waren immer super und da die Aufgaben zur Zeit auch ziemlich cool sind, sind wir voll entspannt. Heute bin ich sogar wild rumgehopst und hab gepiepsbellt, da war der Trainer ganz verdutzt, dass ich mich so freue.

Heute mussten wir nichts präsentieren, sondern haben direkt mit der neuen Aufgabe angefangen. Ach nee, Moment. Natürlich hat Frauchen wie immer aus dem Nähkästchen geplaudert und meinte allen Ernstes, dass ich zu viel Spaß an der Fährtenarbeit hätte und es ein wenig eilig hätte. Da hätte ich ihr ja gern mal ins Hosenbein gezwickt, aber *puh* der Trainer meinte das ist halb so wild, sie soll mich einfach ein bisschen blockieren und ausbremsen. Na werden wir mal sehen wer gewinnt! Ansonsten hat Frauli mich aber in höchsten Tönen gelobt – alles tippitoppi. Kito’s Lieblingsaufgabe ist momentan die Dummysuche, aber auch der Rest läuft für Bretonen-Verhältnisse sehr gut.

Genug geplaudert, jetzt zu unserer neuen Aufgabe: Sniffledog! Also erstens: Sniffeldog ist super. Zweitens: Sniffledog macht Spaß. Drittens: Ich liebe Sniffledog. Was es damit auf sich hat, sagt ja schon der Name, oder? Es geht ums Schnüffeln! Unsere Zweibeiner haben sich einen Geruch ausgesucht, auf den wir nun konditioniert werden. Das kann alles mögliche sein, wichtig ist nur, dass man es verkleinern kann, damit wir irgendwann den kleinsten Fitzel erschnuppern können. Für den ersten Schritt brauchen wir erstmal nur ein ausgekochtes Glas mit Schraubdeckel, einen Softclicker und natürlich viiiel Futter. Im Glas befindet sich unser Geruchsträger und im Deckel sind Löcher, damit wir ihn besser riechen können. Bevor wir anfangen quasselt Frauchen irgendwas von „Komm, wir sniffeln!“ oder so, keine Ahnung. Ritual nennt sie das, mir aber egal. Wie ihr euch ja denken könnt, geht es mir nur darum möglichst schnell loszulegen.

Bevor wir starten muss ich mich hinlegen, während Frauchen sich etwa ein bis zwei Meter entfernt hinsetzt und das Glas zwischen die Knie klemmt. Ihre Hände (eine mit Leckerlis, eine mit Clicker) sind direkt neben den Knien. Wenn ich still bin – natürlich gebe ich wie immer alles – kann es eeendlich losgehn. Auf Frauli spezielles Sniffle-Kommando darf ich los. Natürlich soll meine Nase aber nicht an der Leckerli-Hand kleben, sondern am Deckel. Ist das der Fall, gibt es sofort einen Click und Futter direkt am Glas. Das ist wichtig, damit wir auch mit der Schnüss am Deckel bleiben. Dazu gibt es dann auch noch diese Mehrfachclicks, mit denen wir schon in ein paar Tagen beginnen dürfen. Manchmal clickt Frauchen dann zwei oder drei oder viermal und erst dann kommt das Futter. Dadurch sollen wir unsere Nase länger am Deckel lassen. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Wir haben das beide voll Profi-mäßig gemacht und hatten riiiichtig viel Spaß!

Wenn wir das mit dem Duft drauf haben, kommt das Glas in einen großen Holzkasten, in dem noch sieben weitere Gläser stecken, alle nebeneinander in einer Reihe. Oben gucken nur die Deckel raus und wir können natürlich nicht sehen, was in den Gläsern ist. In die anderen Gläser kommen dann verschiedene Gerüche, wie zum Beispiel Kaffee oder Mehl oder oder oder… und wir müssen natürlich das Glas mit UNSEREM Duft herausfinden und anzeigen. Irgendwann wird unser Geruchsträger immer kleiner und schließlich mit den anderen Substanzen vermischt. Aus einem Berg Zucker müssen wir dann unser Duftfitzelchen zuverlässig heraussniffeln und anzeigen. Ziemlich cool oder? Demnächst werden wir euch mit Trainingsberichten und Bildern versorgen, damit ihr eine bessere Vorstellung habt.

Achja, wonach wir sniffeln? TRÜFFEL! :-) Ja, wenn wir uns gut anstellen, steht einer Karriere als Trüffelschweinhund bald nichts mehr im Weg. Sollte es also mit Polizeihund oder echtem Jagdhund nichts werden… Unser Kommando zum Lossniffeln ist „Trüffel Go!“ und ich kann euch jetzt schon sagen, dass das Sniffeln der Fährte ziemlich gefährlich werden könnte. Sniffeln rockt!

Und der Rest? Natürlich üben wir weiterhin fleißig Basis, Leinenorientierung, Dummy, Longieren, Fährte, Rückruf, Triebabbruch… achja, den ganzen Krempel eben. Dummy ist richtig super, wir sind total drangvoll und suchen inzwischen richtig große Flächen ab. Das ist klasse, weil wir dann auch mal nen Sprint hinlegen können und trotzdem konzentriert der Nase nach gehen. Rückruf und der Basiskram klappen einwandfrei und im Triebabbruch bin ich der Profi. Direkt vor dem Napf lasse ich mich ins Down rufen. Für den Trainer haben wir das ja extra gefilmt und er war begeistert. Wenn der Trainer zufrieden ist, ist alles gut. Auch beim Kito nimmt das langsam Form an. Fährte wisst ihr ja. „Zu motiviert“ aber gut. Ich hab’s drauf. Der Kito schwächelt so hin und wieder mal, hat das System beim Dreieck aber schon verstanden. Beim Longieren ist das Band nun fast ganz weg und bald werden wir was Neues probieren. Ich bin schon mächtig gespannt und werde euch demnächst mehr verraten.

9 Kommentare

  1. ♥♥♥…wauw!!!!

    ich bin mächtig beeindruckt über den Bericht!!!
    Echt total interessant!!!!!
    oh wauw!!!! ein Trüffelhündchen, das find ich ja toll!!!
    die sind ja echt scher zu suchen!!!!
    respektive zu finden!!!!

    Und das Video!
    Echt toll!!!!

    Gefällt mir hier echt gut!

    Herzlichst Nathalie

    1. Hui vielen Dank! Freut uns, dass es dir so gut gefällt :-) Wir hoffen du schaust mal wieder rein!
      *wuff* Maya, Kito & Frauchen

  2. *ha* das ist ja lustig … Fraulis Schwester überlegt nämlich gerade, sich einen Lagotto zu kaufen – und das sind Trüffelhunde … tja, und Frauli hat sich gedacht, was der Lagotto kann, kann Lilly – also ich – schon lange und so hat sie sich auch überlegt, mich auf Trüffel „abzurichten“ ;-) Und jetzt kommt ihr mit einer perfekten Anleitung – super :-) Aber Frauli hat da noch eine Frage, wie macht ihr das mit dem Geruchsträger? Ich nehme an, ihr nehmt Trüffelöl … träufelt ihr das auf Watte oder packt ihr das einfach ins Glas, wieviel Öl ist für den Anfang ausreichend? Auf jeden Fall ist das echt spannend und Frauchen und ich sind schon gespannt, auf eure Bilder und eure weiteren Berichte über euch zwei Sniffledogs ;-)

    Schlabber,
    eure Lilly

    1. *hihi* ein neuer Trend? Wir nehmen richtigen Trüffel und packen für den Start zwei dünne Scheiben ins Glas. Nach und nach wird dann immer ein Stückchen abgeschnitten. Und ich sag dir, das riecht eeeecht gut!
      Beim Training gibt es ganz ganz viele Sachen, die man beachten muss, aber es macht echt richtig viel Spaß :-)

      Deine Trüffelschweine Maya & Kito

      1. *hm* stimmt … beim Trüffelöl ist der Geruch durch das Öl wahrscheinlich verfälscht, oder?! Es ist auf jeden Fall eine interessante Sache und ich werde schon mal anfangen Gläser zu sammeln und nach einer Holzkiste zu suchen ;-) und wer weiß … vielleicht treffen wir uns irgendwann mal beim Trüffel suchen ;-)

        Liebste Grüße,
        – Lilly’s Frauchen –

        1. Wir wissen das gar nicht so genau. Wir hatten auch erst überlegt Steinpilze zu nehmen, weil wir noch getrocknete da haben. Da wussten wir aber auch nicht ob der Geruch sich von frischen stark unterscheidet. Also haben wir einfach Trüffel gekauft und der Rest wird von den Zweibeinern gefuttert :-)

  3. Super! Danke für die Anleitung, Maya. Der Hundetrainer kann einpacken. Ich mach das alleine ;)
    Frauchen wollte auch Trüffel nehmen, aber jetzt überlegt sie sich was anderes. Sie möchte nämlich nicht was „sinnloses“ nehmen, sondern etwas, was man vielleicht auch wirklich finden kann ;) Typisch Zweibeiner.

    1. Jaja, so ist das… Meine Zweibeiner meinten auch „was bringt es uns, wenn die Hunde Tee erschnüffeln können?“ hmm weiß auch nicht was die damit meinen. Aber Hauptsache es macht Spaß! Wir sind schon gespannt was es bei euch zu sniffeln gibt!

      PS: Voll blöd, dass der Hundetrainer dich doch nicht vergessen hat. Wir haben nichts von dir gesagt, großes Jagdhundehrenwort ;-)

  4. […] Neulich war beim Hundetrainer ja von Ausbremsen und Blockieren die Rede, weil ich es immer so eilig hab, also hat Frauchen heute richtig gegengehalten. Aber ich kleines Kraftpaket wollte natürlich trotzdem Gas geben und hatte richtig Zug auf der Leine :-) Trotzdem hab ich sauber und konzentriert gearbeitet und diesmal nicht alle Leckerlis überrannt. Bei der zweiten Fährte war ich dann schon etwas entspannter. Frauchen war sehr zufrieden und hat mich ganz doll gelobt. […]

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