Einfach mal die Sau rauslassen

Der Tag heute hat echt nicht gut angefangen. So gar nicht gut. Um 5 Uhr hat nämlich schon Frauli’s Wecker geklingelt. Den hab ich natürlich dezent überhört und feste weitergeschlummert, aber einer halbe Stunde später stand sie dann mit unserem ganzen Krempel vor den Hundebettchen und wollte allen Ernstes mit uns raus! Die spinnt wohl! Ich hab mich einfach schlafend gestellt, aber irgendwie muss sie mich beim Blinzeln erwischt haben und meine Deckung flog auf. Also zog sie mir mein Leuchtwestchen über den Kopf, gefolgt vom Geschirr und obendrauf noch das Leuchtie. Mannomann. Komm mir auch gar nicht blöd vor, so beleuchtet wie ein Weihnachtsbaum. Aber Frauchen sagt es ist wichtig, dass man uns im Dunkeln gut sehen kann. Ich sage, man kann auch einfach im Hellen rausgehen!

Naja. Ihr könnt’s euch denken – half alles nix. Wir mussten raus. Zum Glück hat es wenigstens mal nicht geregnet und draußen war es dann auch ganz ok. Nach frischem Hase hat es nämlich gerochen, mhmmm! Und üben mussten wir auch nix, weil Frauchen in der Dunkelheit eh nicht so viel sieht (wozu dann die ganze Beleuchtung!?). Nur vom Fährten-Schnuffeln hat sie uns mit dem fiesen „No!“ abgehalten. Eine Stunde lang sind wir so durch’s Feld gestapft und zum Glück hat uns keiner unserer Kumpels gesehen, das wär nämlich ober-peinlich gewesen. Aber ist ja logisch, denn kein normaler Hund treibt sich um halb 6 auf dem Feld rum!

Irgendwie haben wir diese halbnächtliche Runde dann rumgekriegt und als wir wieder Zuhause waren bin ich direkt mit voller Montur in mein Wauzelbett geplumpst. Frauchen besaß die Nettigkeit, mir all den Krempel wieder abzunehmen und ich konnte endlich wieder zurück ins Land der Träume. Zum Glück hat Frauchen sich dann aus dem Staub gemacht und wir hatten unsere Ruhe. Gute sechs Stunden waren wir alleine und haben einfach mal riiiichtig lang gepennt! Leider haben zwei verhängnisvolle Beulen im Bett verraten, dass wir nicht brav in unseren Körbchen lagen, aber so what? Frauchen sagt, wenn wir sturmfrei haben, ist das nicht so schlimm.

Nach so viel Schlaferei waren wir natürlich topfit und voller Tatendrang als Frauli wieder nach Hause kam. Die dagegen war totaaal müde. Ist ja kein Wunder. Was steht die auch um 5 auf? Muss man nicht verstehen. Wir haben Frauchen dann also ins Hundemobil zitiert und sind zur Hundewiese gefahren. Das hieß endlich mal wieder toben! Da waren wir nämlich echt lang nicht mehr und das merkt man uns auch an. Wochenlang nur an der Leine ist echt blöd, ab und zu muss man auch mal die Sau rauslassen. Und das haben wir dann auch, und zwar so richtig.

Zuerst waren wir ganz alleine und haben Fangen gespielt. Und eine tolle Riesen-Pfütze gab es auch, vom vielen Regen. Ich wollte die Steine da rausholen, hat aber – naja, ich sage mal mäßig – geklappt. Später kamen noch ein paar andere Hunde, aber die waren jetzt alle nicht so der Knaller. Ich hab dann den großen Schlittenhund zu einem Wettrennen aufgefordert, aber der war echt oberlahm. So macht das keinen Spaß. Bei dem anderen Hund musste ich erst zweimal hingucken. Der war nämlich so winzig, dass es auch ein Hasenbaby hätte sein können. Aber Frauchen sagt es sei ein Chihuahua-Welpe und der war gerade mal neun Wochen alt und passte genau auf Frauchen’s Hand. Na gut, dann fressen wir ihn also nicht. Tja und dann war da noch ein Hundeopi, mit dem konnte man auch nix anfangen und eine Bully-Dame, die nicht in Spiellaune war. Zum Glück hab ich einen Kito! Wir haben also weiter gerauft, getobt und sind rumgerannt wie die Wilden bis wir uns irgendwann dreckig und zufrieden auf den Heimweg machten. Morgen heißt es dann wieder: Traaaaiiiniiiiing!

 

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