Training im Waldpark

Heute hat Frauchen uns ziemlich geschafft. Training war, ich sage mal, durchwachsen. Aber wir konnten nichts dafür. Fangen wir mal von vorne an… Heute Morgen sind wir um kurz nach 8 aufgestanden und sind zu unserem Kumpel Filou gefahren. Wir haben uns riesig gefreut und natürlich erstmal ne Runde getobt. Dann sind wir (mit unseren Schleppleinen) in den Waldpark. Mit dem Filou und seinem Frauchen und noch vier anderen Hunden plus Zweibeinern. Waren ein richtiges Rudel!

Wir haben einen ganz tollen Hund getroffen, nämlich eine Baby-Dogge, die aussah wie eine Kuh. Ziemlich lustig. Sein Herrchen meinte dann, dass unsere Leinen Schrott sind und dass man für kleine Hunde Flexi-Leinen nimmt, weil Schleppleinen anderen Hunden die Beine brechen. Hä? Frauchen hat ihm dann erklärt, dass Flexi-Leinen für unser Training nicht geeignet (und auch generell blöd) sind, aber der Mann wusste es eben besser. Er ist dann weiter gegangen – aber sein Hund nicht. Der blieb bei uns. Der Mann hat – ach ich weiß nicht wie oft, irgendwann hört man ja auf zu zählen – gerufen, aber der Hund fand uns eben toller. Er wurde dann immer lauter und ein bisschen wütend, aber hat auch nichts gebracht. Er rief und rief und rief und holte seinen Welpen dann nach etlichen Versuchen ab. Wenn der mal 100 Kilo wiegt (geht das überhaupt!?) muss er hören, sagte das Herrchen, da muss man also streng durchgreifen. Aha. Unsere Zweibeiner haben dann alle gekichert. Vielleicht sollte der Mann sich auch mal eine Schleppleine kaufen, bevor der Hund 100 Kilo wiegt.

Frauchen, Kito und ich sind dann irgendwann einen anderen Weg gegangen, weil wir ja noch üben wollten (zumindest Frauchen wollte das). Also sind wir auf eine Wiese und haben longiert. Mit mir war Frauchen zufrieden, mit dem Kito nicht so. Ich glaub ihm macht es keinen Spaß mehr, er will nämlich einfach nicht ordentlich laufen. Er befolgt zwar alle Kommandos und schaut fein nach Frauchen, aber sobald er schneller laufen soll, hat er keine Lust und Frauchen macht sich total zum Affen.

Da der Waldpark ein ganz beliebter Hundeort ist, waren wir natürlich nicht ungestört. Obwohl wir uns ein abgelegenes Plätzchen gesucht haben, kamen ständig andere Hunde vorbei. So viele, dass Frauchen es nichtmal an zwei Händen abzählen kann. Also ziemlich viele. Einmal kam zum Beispiel ein Hund einfach in unseren Kreis rein. Was soll denn das? Der war ungefähr so groß wie ein Pferd und hatte zotteliges Fell. Frauchen meint das wär ein Wolfshund. Wie auch immer, der stand dann da in unserem Kreis rum und wollte einfach nicht gehen. Ich bin natürlich trotzdem (schimpfenderweise) fein draußen geblieben und Frauli hat versucht ihm zu erklären, dass man in den Kreis nicht rein darf. Die Zweibeiner von dem Zottel-Pferd standen irgendwo am Wegrand und haben ungefähr zehn Minuten lang gerufen – aber der hat sich eben wohlgefühlt im Kreis. Da die Leute es nicht für nötig hielten ihren Hund mal zu holen, wurde Frauli dann ein bisschen deutlicher und hat ihn weggedrängt. Mannomann.

Eigentlich wollten wir dann direkt mit dem Dummy weitermachen, aber gerade als Frauchen ihn verstecken wollte, kam wieder ein Hund. Frauchen hat also gewartet bis er weg ist (nicht dass er noch den Dummy klaut), aber er wollte nicht gehen. Frauli hat ihn dann bedrängt, damit er geht, half aber auch nix. Das Herrchen war ziemlich weit weg, also rief Frauchen ganz laut, dass er seinen Hund bitte mal rufen soll. Der Mann sagte aber nur „Der läuft immer hier, gehn sie doch woanders hin!“. Oh oh, da wurde Frauchen aber sauer und hat mit dem Mann geschimpft. Einsicht hatte er aber nicht, also sind wir gegangen und haben uns ein anderes Plätzchen gesucht.

Auch da hatten wir keine Ruhe und wurden ständig abgelenkt. Natürlich waren wir brav. Wenn wieder so ein leinenloser Hund kam, hat Frauchen „Platz“ gesagt und wir sind natürlich liegen geblieben, obwohl die immer um uns rum gehüpft sind und spielen wollten. Also Leute, man kann nicht immer spielen, wir haben doch eine Mission! Beim Dummy waren wir total gut, wie immer. Das Verstecken wird langsam schwieriger, aber für uns gar kein Problem.

Danach haben wir uns auf den Heimweg gemacht, inklusive Rückruf, Basis und so weiter, und so fort, der ganze Standardkram eben. Frauchen war sehr zufrieden, wir sind die ganze Zeit bei ihr geblieben. Wir waren dann ziemlich kaputt und ich glaub Frauchen war auch fix und fertig (vor allem mit den Nerven). Waren ja auch fast vier Stunden unterwegs. Später dürfen wir dann noch Triebabbruch üben. Aber vorher wird erstmal im Garten gechillt.

5 Kommentare

  1. Gestern hab einem Typen mit seinem Deutschkurzhaar (nicht jagdlich geführt) abgedroht, die Polizei zu rufen, wenn er nicht sofort mit seinem Hund verschwindet. Unsere Hündin ist läufig, und er hat seinen Hund nicht weggeholt. „Reg dich doch nicht so auf. Er ist doch noch gar nicht drin!“, waren seine exakten Worte.

    In diesem Sinne: allzeit viel Geduld!
    Viele Grüße, Maja

    1. du meine güte… das gibt’s doch nicht! dazu fällt mir ja nichts mehr ein. wenn ich daran denke, wie ich heute schon „leicht“ ausgerastet bin.. bei sowas fehlen doch echt die worte oder? manche leute sollten einfach keine hunde haben… aber du hast recht, geduld ist das einzige was da hilft :-)

  2. Ich liebe eure Missionen! ;) Maya, das ist das Wort des Tages für uns! Mobby hat leider auch immer solche Probleme mit anderen unangeleinten Hunden und ihren verständnislosen Herrchen bzw. Frauchen! Bei unseren Missionen wurden wir auch schon oft gestört und verdrängt- leider!
    Pfotenreiche Grüße!

    1. frauli sagt, dass alle, die hier immer so schön mitlesen und mit uns einer meinung sind, sollten doch zu uns ziehen und dafür alle blöden hundeleute weg. dann können wir alle in ruhe üben und miteinander spielen, wenn es die zweibeiner erlauben. klingt nach einem guten plan, finde ich ;-)

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