Unser Trainingstagebuch

Was, Trainingstagebuch? Jetzt denkt ihr vielleicht wir spinnen (ich fand die Idee am Anfang auch blöd), aber unser Trainingstagebuch wird voller und voller und so langsam kann man schon mal den Überblick über all die vielen Übungen verlieren.

Ihr müsst ja wissen, dass unser Hundetrainer kein Typ ist, der mal eben sagt „Macht mal das und übt mal einen Rückruf“. Nee nee, für alles gibt es eine EXAKTE Anleitung und das ist schwerer aufgebaut als man denken würde. Drum haben wir seit dem ersten Training alles schriftlich festgehalten.

Unser erstes Treffen mit dem Hundetrainer war übrigens am 29. Mai. Ja, das steht alles im schlauen Tagebuch. Also sind wir nun seit fünf Monaten im Hardcore-Training, seit fünf Monaten Dauerleinenträger und Körbchen-Schläfer (obwohl die nicht-mehr-ins-Bett-Sache ja erst später kam..). Was wir seitdem gemacht haben? Also ziemlich viel wie ich finde und für fünf Monate haben wir schon ziemliche Fortschritte gemacht. So, jetzt passt mal auf. Hier kommt unser Trainings-Überblick von Anfang bis Heute.

1. Basis

Das bedeutet rumsitzen und Frauchen angucken und dafür viele Leckerlis kassieren. Wenn wir wegwollen, werden wir natürlich blockiert, aber nicht etwa mit der Leine, sondern nur körperlich. Egal was drum herum passiert, wir dürfen nur zu Frauchen gucken, sobald wir was anderes machen, nervt sie uns wieder.

2. Leinenorientierung

Bei der Leinenorientierung ist die Leine nicht wie sonst am Geschirr, sondern an unserem Halsband. Wir sollen lernen, dass wir am Halsband nicht ziehen dürfen. Wir müssen also neben Frauli laufen und dürfen sie nicht überholen. Schauen wir zu ihr, werden wir natürlich belohnt, wenn wir schneller werden, läuft sie in uns rein und wechselt die Richtung (was ziemlich nervig ist).

3. Dummy

Den Dummy haben wir ziemlich genau aufgebaut. In den ersten zwei Wochen hatte Frauchen den meisten Spaß mit dem Dummy. Sie hat nämlich ständig dran geschnuppert, gejubelt und ich glaube sogar draus genascht. Weil wir dann so gierig nebenher liefen, durften wir auch immer was abhaben. Später hat sie dann ganz gemein mit dem Dummy vor unserer Nase rumgewedelt und ihn immer wieder weggezogen. Irgendwann flog er dann ein ganz kleines Stück und dann kam dieses neue Wort „Apport“. Naja, wir haben den Dummy natürlich zu ihr gebracht, denn sonst gibts ja kein Leckerli. Inzwischen sind wir richtige Apportierprofis und dürfen das Ding auch aus weiten Entfernungen mit schleppender Leine apportieren und suchen.

4. Longieren

Bäääh! Longieren gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben, der Kito mag es aber ganz gern. Die ersten Wochen waren RICHTIG blöd! Erstmal war der Kreis klitzeklein. So etwa vier Meter. In den Kreis rein war tabu (dabei war doch Frauchen drin!?) und dann sollten wir auch noch Schriiiiiitt laufen UND dabei noch zu Frauli gucken. So viel auf einmal. Da mussten wir ziemlich viel üben. Nach einiger Zeit musste Frauchen nicht mehr mit uns am Rand mitlaufen, nun steht sie in der Mitte. Unser Kreis ist gewachsen und gewachsen und hat nun so um die zehn Meter. Wir dürfen auch traben und galoppieren, bauen Richtungs- und Tempowechsel ein und üben Sitz und Platz aus der Bewegung. Außerdem sorgen hunderte Leckereien und das Hasenfell auf unserer Strecke für Ablenkung. Kito darf inzwischen ohne Leine longieren und als nächstes werden wir das Band abbauen. Ziemlich gut, was?

5. Rückruf – Aqui

Den Rückruf haben wir ganz neu aufgebaut. Die ersten zwei Wochen nur in der Wohnung. Wir saßen vor Frauchen und immer wenn sie „Aqui“ gesagt hat, gab es Leberwurst. Das Wort haben wir uns also schnell gemerkt. Warum Aqui? Die Zweibeiner wollten ein neues Wort und eines das man nicht so oft benutzt. Und Aqui heißt ja Hier auf Spanisch. Später haben wir das Training nach draußen verlegt und langsam aufgebaut. Inzwischen üben wir das ganze auch (natürlich mit spezieller Hundetrainer-Technik) unter Ablenkung, also bei Hasen, Vögeln, Fährten und so weiter…

6. Schleppleinen-Orientierung

Bei der Übung dreht Frauchen immer ein bisschen durch. Wir sind an der Schleppleine und sie läuft wie eine Verrückte über den Acker und ändert dabei ständig die Richtung. Wenn wir nicht nach ihr gucken, bekommen wir also auch schnell mal einen Ruck in der Leine. Die Übung kann sich Frauchen aber eh mal abschminken, weil wir nämlich immer brav bei ihr bleiben, wenn sie das macht.

7. Strategische Suche

Ist eigentlich unser aktuelles Dummy-Training. Dabei wird der Dummy mehrmals hintereinander und in der gleichen Reihenfolge an drei verschiedenen Orten abgelegt und wir dürfen apportieren. Im letzten Durchgang wählt Frauchen einen der drei Orte aus und legt den Dummy ab, ohne dass wir sehen wo er ist. Nun müssen wir suchen. Bei der Übung geht es darum uns eine Such-Strategie anzutrainieren. Frauchen muss nun ganz genau beobachten wie wir suchen, damit man das später auf unsere Nasenarbeit übertragen kann.

8. Basis beim Spazieren

Was wir sonst im Sitzen machen, machen wir auch beim Spazierengehen. Jede freiwillige Kontaktaufnahme zu Frauchen wird belohnt. Wenn wir also zu ihr kommen, gab es anfangs jedesmal ein Leckerli. Danach dürfen wir aber nicht einfach abhauen. Wir müssen solange bei ihr bleiben und Blickkontakt halten, bis sie uns losschickt. Wenn wir doch weiter wollen, werden wir wieder körperlich blockiert. Frauchen meint, das wäre manchmal ganz schön schwer mit uns beiden. Wenn sie den einen gerade zurückhält, macht sich der andere wieder vom Acker. Naja und die Leinen dürfen ja nicht benutzt werden! Aber das ist jetzt wurst, denn inzwischen haben wir das kapiert. Ich laufe den ganzen Spaziergang nur neben Frauchen und entferne mich nur, wenn sie es erlaubt. Sogar bei Hasen und Fährten gucke ich nach ihr. Beim Kito sieht das noch ein bisschen anders aus, aber es wird besser.

9. Taktiler Reiz – Platz

Die mega blöde Übung! Soll dafür sorgen, dass wir uns auch wirklich wirklich hinlegen, wenn Frauchen das will (zum Beispiel, wenn ein Hase wegrennt). Dabei haben wir das Halsband und Leine an. Frauchen drückt mit der einen Hand auf unsere Schulterblätter und zieht uns mit der anderen Hand an der Leine nach unten. Solange bis wir liegen, dann ist aller Druck sofort weg. Das soll dafür sorgen, dass ein kleiner Leinenzuppel reicht um uns ins Platz zu bringen. Die gleiche Übung soll es auch noch für Sitz geben. Oh Mann!

10. Down

Down ist eigentlich wie Platz, nur viel schneller. Das hat auch eine spezielle Hundetrainer-Aufbau-Technik (naja, wie alles eben!). Ich kann das super gut, der Kito nicht so. Der legt sich lieber langsam und gemächlich hin, muss also noch viel üben.

11. Triebabbruch

Neben Dummy meine Lieblingsübung! Es geht darum, so schnell wie möglich zu einem Napf mit Leckerlis zu rennen. Der steht etwa 15 Meter von mir entfernt, zusammen mit Frauchen. Ich warte also, bis Frauchen „Lauf“ sagt und dann heißt es „Auf den Napf, fertig, los!“. Hinrennen und futtern. Ab und zu brüllt Frauchen dann „Down“. Da lasse ich mich schnell auf den Boden plumpsen und darf dann sofort zum Napf. Anfangs stand Frauchen noch hinter dem Napf, inzwischen schon davor und Ziel ist es dass sie neben mir steht, mich zum Napf schickt und kurz davor „Down“ brüllt und ich mich natürlich schnell hinlege. Wie ihr euch denken könnt, wird der Napf irgendwann ausgeschlichen und durch was besseres ersetzt. Vielleicht durch einen Hasen?

Ist schon einiges zusammengekommen, was? Darum macht das Trainingstagebuch dann doch Sinn. Natürlich üben wir nicht alles täglich, das wäre wohl ein bisschen viel. Aber Longieren, Triebabbruch, Rückruf, Dummy (Strategische Suche), Down, Taktiler Reiz, Fuß laufen und Basis im Sitzen und beim Spazierengehen stehen täglich auf dem Plan. Außer wenn Frauchen arbeiten muss. Dann haben wir frei. So wie heute und morgen. Am Samstag kommt sie ja wieder nach Hause. Zwar erst abends, aber ich bin mir fast sicher, dass wir dann nochmal ranmüssen.

 

6 Kommentare

  1. Ja, das Trainingstagebuch. Wir haben auch so eins. Wir haben noch die Fährtenarbeit drin (auch nach spezieller Hundetrainer Technik), dafür gibts bei uns keinen taktilen Reiz, aber mal schauen, vielleicht kommt der ja in der nächsten Stunde, wenn ich mich auch blöd anstelle. Hoffentlich nicht. Bei mir wird der Dummy nur noch so versteckt, auch mit antäuschen und viel größeren distanzen. Manchmal ist er auch eingebuddelt oder hängt mitten im Gebüsch. Da muss ich ganz schön arbeiten bis ich ihn hab, aber das macht riiiiesen Spaß und was tolles zum Futtern ist ja auch drin ;)

  2. naja, ihr trainiert ja auch schon bestimmt doppelt so lange wie wir. zumindest mit dem Trainer. früher hat Frauchen meine Dummys auch immer richtig schwer versteckt. Aber bei dem hundetrainer muss ja alles neu aufgebaut werden… bevor wir mit der Nasenarbeit anfangen will der Trainer sich nämlich genau angucken wie wir suchen, damit er für jeden die perfekte Aufgabe findet.

  3. Klasse, dass du mal etwas über euer Trainingstagebuch geschrieben hast. Ist sehr interessant zu lesen und ich bin jetzt wieder hochmotiviert mit Lilly etwas mehr zu trainieren – zumal die Hitze der letzten Tage ja jetzt zum Glück nachgelassen hat ;-)

    Liebe Grüße,
    – Lilly’s Frauchen –

    1. Eine Frage fällt mir gerade noch ein: Was ist bei euch das „Super-Leckerchen“? Lilly ist ziemlich schwer für Futter zu begeistern und ich muss sehr oft die Leckerchen wechseln, damit der Reiz des toootal Leckeren bleibt ;-). Hast du vielleicht einen Tipp für mich :-)?

      Liebe Grüße,
      – Lilly’s Frauchen –

      1. Bei uns gibts immer Leberwurst aus der Tube. Die zwei sind aber auch nicht besonders wählerisch :-) wenn wir Tricks üben gibt es zb Obst und Gemüse als leckerli :-)
        Wie wär’s mit frischem Pansen??

  4. Find ich toll so ein Trainingstagebuch – sehr schöne Schrift übrigens *hihi* ;-)

    Süßes Bild *gg*

    Wuff und Wedel,
    der schwarze Hund

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