Longieren mit hoppelnden Zuschauern

Nachdem wir nach unserer großen Morgenrunde fast fünf Stunden Mittagsschlaf gehalten haben – ja, wir waren echt groggy – sind wir mit dem Hundemobil nach Mannheim gefahren. Im Luisenpark, dort wo die Stadthasen wohnen, sind wir spazieren gegangen und haben dann longiert.

Frauchen hat sich die schönste Hasenstelle ausgesucht. Bestimmt 20 Hasen saßen vor dem Gebüsch und da haben wir dann erstmal Basis geübt. Nachdem wir das gut gemacht haben, hat Frauchen uns an einen großen Baum gebunden und den Kreis aufgebaut. Die Hasen sind dann alle weggehoppelt. Denen war Frauchen wohl nicht so geheuer.

Dann mussten wir tatsächlich ein paar Meter neben dem großen Hasenbusch longieren. Frauchen hat uns auch gefilmt, aber erst nachher gesehen, dass es nicht geklappt hat. Dabei war sie mit mir richtig zufrieden und der Kito hat es auch ganz gut gemacht. Die Hasen kamen hier und da mal aus dem Gebüsch gehüpft, aber ich habe mich davon kaum beirren lassen. Der Geruch hat mich da mehr aus dem Konzept gebracht, aber nach ein paar Runden konnte ich ihn ganz gut ausblenden. Beim Kito war es andersrum. Komisch, denn sonst ist der Kito immer mehr mit der Nase unterwegs als ich. Mit dem Geruch kam er ganz gut klar, aber wenn er einen Hase gesehen hat, ist er sofort erstarrt. Frauchen sagt, das ist so, weil er ein Vorstehhund ist. Der hat das im Blut. Ich bin ein Stöberhund und mag eben stöbern. Also schnuffeln und dabei am besten trotzdem noch rennen. Nachdem Frauchen den Kito ermahnt hatte, ist er aber auch an den Hasen vorbeigelaufen und hat dabei zu Frauchen geguckt.

Als ich gerade fleißig am Longieren war, ist plötzlich ein Hund wie verrückt durch die Büsche gerannt und hat die ganzen Hasen raus gescheucht. Dann sind die alle rausgeflitzt, das war Reizüberflutung pur! Ich hab zwar laut geschimpft, aber trotzdem zu Frauchen geguckt. Der andere Hund ist von einem Gebüsch ins nächste und die armen Häschen wussten gar nicht wo sie hin sollen. Dabei war das nichtmal ein richtiger Jagdhund, das hab ich gesehen. Ein Amateur war das. Ein Frauchen war auch weit und breit nicht in Sicht und der Hund vergnügte sich weiter.

Nach dem Longieren haben wir nochmal Basis geübt. Danach hat Frauchen uns losgeschickt und obwohl dort Hasen saßen, bin ich zu Frauchen gekommen, als sie mich angesprochen hat. Das ist sonst eher die Ausnahme… Übrigens haben wir auch schwarze und weiße Häschen gesehen. Frauchen meint, dass manche Leute ihre Hasen in dem Park aussetzen. Sachen gibt’s.

 

Frauchen sagt, dass wir jetzt mindestens einmal in der Woche zu den Stadthasen gehen, um uns ein bisschen zu desensibilisieren. Das heißt wir sollen uns dran gewöhnen, dass hier und da mal ein Hase hoppelt und dass da nichts weiter passiert. Und dass wir natürlich belohnt werden, wenn wir zu Frauchen gucken und nicht zu den Hasen. Auf dem Feld kann man das nicht so gut üben, weil die Hasen da alle rumflitzen und wir dann auch viel aufgebrachter sind. Aber bei den gechillten Stadthasen geht das ganz gut.

2 Kommentare

  1. Na da machen wir ja grad alle das gleiche durch. Und diese blöden Amateure. Davon gibts hier echt viele.
    Aber ihr macht das sehr schön.

    1. Oh, danke für den Zuspruch ;-) Ich hoffe das zahlt sich mal irgendwann aus, denn Spaß macht dieses Training ja nicht wirklich… Wenn wir diesen blöden Amateuren doch nur mal zeigen könnten, wie es richtig geht!

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