Hitze, Fährten, Störenfriede

Langsam werden wir besser – heute sind wir sage und schreibe um halb 9 aufgestanden. Neuer Rekord. Heute sind wir nicht auf’s Feld, wir haben uns ins Auto gesetzt und waren gegen 9 an den Neckarplatten. Eigentlich ist das unser Lieblingsort. Da gibt es keine nervigen Zweibeiner und selbst Hunde sind dort nicht viele. Dafür mehr Hasen- und Vogelgetier. Das ist nämlich ein Naturschutzgebiet, deshalb wohnen da sehr viele Tiere, die man nicht stören darf.

Nachdem wir ein Stück gelaufen waren, durfte der Kito seinen Schonkost-Dummy apportieren (ja, im Dummy ist noch Reis mit Hüttenkäse und als Leckerli gibt es schon wieder das normale Futter). Ich musste warten und habe wie immer lautstark protestiert. Frauchen hat gesagt das ist ihr grad mal egal, weil hier wenigstens keine Leute sind die dumm gucken. Als ob es ihr sonst nicht auch egal wäre…

Ich durfte nicht apportieren – wir sind einfach weitergelaufen. Haben ein bisschen Rückruf geübt und Orientierung und so’n Kram. Kito hat sich eher an den vielen Fährten orientiert als an Frauchen, aber selbst schuld, dann kriegt er eben nix zu essen. Als wir da so rumliefen, waren wir plötzlich zu viert. „Roooockiiiiiieeeeee“ leistete uns Gesellschaft. Rockie war ein Hund, aber keine Ahnung wo er herkam. Vermutlich von den Zweibeinern, die da in der Ferne mit den Armen wedelten und riefen. Also die meisten Hunde gehorchen wirklich ziemlich schlecht, da sollte Frauchen sich mit uns mal glücklich schätzen.

Als Rockie dann wieder weg war, ging es weiter. Longieren war angesagt. War ja klar. Der Kreis war heute richtig groß, weil da ja so viel Platz ist und Frauchen hat noch extra Band mitgenommen damit es auch reicht. Zur Ablenkung gab es wieder die üblichen Verdächtigen. Tja und dann wurden wir schon wieder gestört. Ist denn das zu fassen. Da kam von Weitem ein Hund mit Punkten angeschossen, ohne Frauchen. Das hörte man nur rufen. Und dann wollte der Kerl natürlich unsere Rinderohren stibitzen. Frauchen hatte ganz schön zu tun, den Tupfen-Typ abzuwehren, weil ja der ganze Boden voll war mit leckeren Sachen. Sie hat dann ihren Fuß dort draufgestellt wo er ranwollte und ihn weggedrängt, aber er ließ nicht locker. Dann wollte er uns noch verjagen und ist auf den Kito losgegangen. Das war echt ziemlich blöd und Frauchen war ganz schön sauer, dass das Frauchen ihren Hund einfach so laufen lässt. Wenn man andere Hunde sieht und die an der Leine sind – und ganz besonders, wenn sie gerade trainieren – dann solle man seinen Hund gefälligst an die Leine nehmen, wenn man ihn nicht unter Kontrolle hat. Das hat Frauchen gesagt. Und Recht hat sie! Die Zweibeinerin von dem anderen Hund hat ihn dann ganz wütend gerufen, aber er hat nicht gehorcht. Dann hat sie wie verrückt gepfiffen, aber das hat auch nichts gebracht. Also musste sie ihn abholen und am Halsband wegziehen. Da mussten wir alle ein bisschen schmunzeln.

Nachdem der Störenfried beseitigt war, konnten wir endlich anfangen. Eigentlich war alles gut, nur waren wir wieder ziemlich langsam. Aber bei der Hitze verzeiht uns Frauchen das. Sie sagte wir würden im Kreis laufen wie ein alter Gaul. Total lustlos haben wir nur geradeaus geguckt und den Kopf hängen lassen. Puhhh.. Aber wir haben die Sachen alle liegen lassen und die Kommandos befolgt, insofern war es dann ok. Haben auch nicht lange gemacht.

Und so sieht das aus, wenn wir bei 500 Grad Celsius longieren müssen.

 

Nach dem Longieren durfte ich auch noch meinen Dummy apportieren und dann ging es endlich ans Wasser! Das war super und total erfrischend. Frauchen war auch ein Stück drin und wollte, dass wir zu ihr schwimmen. Weil die Strömung so stark war, bin ich die ganze Zeit auf der Stelle geschwommen, ich sag euch, das war ganz schön anstrengend! Aber Frauchen sagt das ist gut. Kito ist mit seinen langen Beinen die ganze Zeit im Wasser rumgelaufen und musste gar nicht schwimmen.

Nach der Abkühlung hatten wir wieder Power und sind auf dem Rückweg die ganze Zeit rumgerannt. Frauchen hat noch ein paar mal den Rückruf geübt. Der Kito ist einmal in die Leine gerannt, aber sonst waren wir super (ich sowieso). Das letzte Stück sind wir nur noch neben Frauchen gelaufen. Sie hat ein paar Mal unseren Blickkontakt bestätigt und dann „Lauf“ gesagt, wir sind aber trotzdem bei ihr geblieben. Sie war ziemlich zufrieden mit uns und wir haben das Training für heute schon abgehakt. Wenn wir lustig sind, machen wir heute Abend noch ein bisschen Leinenorientierung and that’s it!

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