Wer war jetzt nochmal Kito?

Mein Traum ist ein großer, alter Bauernhof. Mit viel Platz für viele Tiere.. viele Hunde. Das wär was. Aber ich habe keinen Bauernhof, lediglich eine bescheidene Mietwohnung mit Platz für einen Hund. Maya. Naja.. aber ein zweiter würde ja schon gehen. Zwei Jahre lang ist es mir gelungen, mir den Wunsch nach einem zweiten Hund schlecht zu reden. Schließlich war Maya noch ein Teenie im besten pubertären Rüpelalter, die mir mehr als einmal die Nerven raubte. Wie wäre das erst mit einem zweiten Rüpelhund? Chaos pur! Nee nee, für einen Spielkameraden muss Maya erstmal ein paar Jährchen älter und reifer werden, nicht alle paar Meter ihre Ohren verlieren, stattdessen öfter mal auf Frauchen hören und überhaupt mal etwas ruhiger werden.

Endlich jemand, der mitspielt!

Zwei Jahre lang ist es mir gelungen mir dieses Geschwafel abzukaufen. Naja gut, ich hatte damit schon recht, aber nun da Maya schon zwei ist und zu einer jungen Dame herangereift ist, lag der Gedanke an einen Zweithund gar nicht mehr allzu fern. Und ab dem Zeitpunkt als mir dieses „Warum denn eigentlich nicht?!“ in den Kopf schoss, war die Entscheidung längst gefallen.

Am liebsten hätte ich einfach noch eine zweite Maya gehabt, sah mich um nach niedlichen Mixen, Welpen, Puggles… bis ich merkte, dass ich keine zweite Maya finden werde. Schnell ging ich dazu über, die Seiten verschiedenster Tierheime abzuklappern, sah mir Tierschutzhunde an und durchforstete Online-Anzeigen… bis ich Kito fand. Ich verliebte mich sofort in den kleinen Hundemann und einige Tage später machten wir uns auf den Weg in den Schwarzwald um den Kleinen einmal kennenzulernen. Der anfangs etwas misstrauische Bretone entpuppte sich schnell als kleine Schmusebacke, die uns nicht mehr von der Seite wich, fast als wüsste er bereits, dass wir seine neuen Menschen waren. Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen unsere Entscheidung in den nächsten zwei, drei Tagen mitzuteilen.

Einen Tag später griff ich zum Hörer: „Wir würden den Kito gern nehmen!“. Zack, da war’s passiert! Und dann ging alles ganz schnell. Nur drei Tage nach unserem Kennenlernen auf Kito’s Pflegestelle, machte ich mich erneut auf den Weg und kam diesmal mit einem neuen Familienmitglied nach Hause. Für Kito ist nun natürlich alles sehr sehr aufregend. In der Wohnung ist er oft noch sehr unsicher, zuckt bei jedem Geräusch, jeder schnellen Bewegung zusammen. Ist ja auch kein Wunder, bei der Vergangenheit. Kito wurde im Sommer 2010 in Spanien geboren und war wie so viele arme Hunde dort unerwünscht. Also wurde er einfach über die Mauer einer Auffangsstation geworfen, wo man ihn aufpeppelte. Zum Glück verletzte er sich dabei nicht, lediglich einen alten verwachsenen Knochenbruch konnte man finden, der ihm heute aber keine Probleme mehr bereitet. Was ihm in seinem früheren Leben passiert ist, möchte man gar nicht wissen…

Kito hatte leider keinen schönen Start ins Leben… (Foto: viva-animal)

Der kleine Kerl ist trotz all der schlechten Erfahrungen ein wahrer Schatz. Hat er erst einmal Vertrauen gefasst, weicht er einem nicht mehr von der Seite. Eine treue Seele und absolut dankbar für seine Chance auf ein neues, schönes Hundeleben. Auf unseren Spaziergängen und im Freilauf auf der Hundewiese blüht er richtig auf, man sieht regelrecht das Lachen in seinem Gesicht. Wenn wir aufbrechen, weiß er gar nicht wohin mit seiner Freude und sein kleines Stummelschwänzchen wedelt was das Zeug hält und zurück auf seiner Couch genießt er die Kuschelstunden mit seiner neuen Hundefreundin Maya.

Kito ist übrigens Suaheli und bedeutet „Juwel“ – und das ist er auch.

2 Kommentare

  1. Das ist so schön :-)

  2. was für eine schöne geschichte mit einem so glücklichen ende! kito hätte es echt nicht besser treffen können, ein echter glückspilz! :)

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