Die Anziehungskraft des Cocker-Mopses oder Cosi’s Hundeberatung

Ich gehörte definitv schon immer zu den Leuten, die Hunden jeglicher Art hinterherstarren, dabei einen entzückten Quietschlaut und gegebenenfalls ein „Ooooohhhh ist der süüüüüß!“ ausstoßen und vielleicht – ganz vielleicht – sogar einmal kurz streicheln gehen. Seit Maya da ist, ist das Bedürfnis nach einem vierbeinigen Freund nun so weit gestillt, dass vielleicht nur noch einer der Punkte zutrifft, je nach Aussehen des Hundes auch mal gar keiner – schließlich ist mein Hund ja der süßeste und beste Hund der Welt, was sag ich, des Universums! Überheblich? Wenn ich mit Maya durch die Stadt marschiere, bin ich mir da gar nicht so sicher.

Ein Spaziergang mit Maya in der Öffentlichkeit erregt Aufsehen, daran habe ich mich gewöhnt. An schmachtende Blicke, junge Mädels, die ihren Freund mit dem Ellbogen in die Seite pieken und tuschelnderweise etwas wie „Guck mal, der süße Hund.. JETZT GUCK DOCH MAL!!“ von sich geben, dabei unauffällig nochmal zu uns zurückschauen und dabei fast mit dem nächsten Laternenmast kollidieren. An Eltern, die ihren Jüngsten weismachen, dass das noch „ein ganz ganz Kleiner ist“ und Senioren, die uns im Vorbeigehen etwas wie „Aaach Gott, der is‘ aber noch jung gell?!“ zuwerfen. (Nein, von der Sache mit dem Labrador möchten wir nun nicht wieder anfangen…). An all das habe ich mich gewöhnt.

Mit meiner Rolle als Hundekaufberater muss ich mich jedoch erst noch anfreunden. Neben entzückten Blicken, kommt natürlich auch mal die Frage, was das denn für eine Rasse sei. Damit geben sich die Leute in der Regel zufrieden. Aber es gibt ja nunmal immer Ausnahmen. So vor Kurzem im Rhein-Neckar-Zentrum. Maya und ich stehen in der Schlange, warten auf Herrchen, das sich etwas zu beißen holt. Maya liegt brav neben mir, meine Blicke schweifen ab, als ich von weitem einen Mann mittleren Alters zielstrebig auf uns zugehen sehe. Tatsächlich kommt er zu uns und hält inne:

„Entschuldigung, was ist das denn für eine Rasse?“ – „Das ist ein Mischling aus Cocker Spaniel und Mops.“ – „Cocker Spaniel und Mops, aha, aha.. mhm… Mops…… Und wie ist der so? Bellt der in der Wohnung?“ – „Das kommt drauf an. Wenn es an der Tür klingelt, bellt sie schon mal.“ – „Hmmmm ok. Und sonst so, eher lebhaft oder nicht so?“ – „Ja, die hat Pfeffer im Hintern, mit Spazierengehen allein ist’s da nicht getan.“ – „Hmhm… Cocker Spaniel und Mops. Ok. Ja.. Danke!“

Hä? Hab ich vielleicht ein Schild auf der Stirn stehen „Gefällt Ihnen mein Hund? Ich berate sie gern!“. Ich konnte jedenfalls keines finden, schmunzelte über die Situation und ging weiter. Bei einem Bummel neulich mit Maya schien ich das Schild wieder getragen zu haben. Wiedermal stand ich – Maya lag – in einer Schlange, als ein Mädel in „Soll ich oder soll ich nicht“-Marnier um uns herum schlich, sich schließlich ein Herz fasste und auf uns zukam:

„Oh wie süß, ist der ausgewachsen?“ – „Ja.“ – „Der wird nicht mehr größer???“ – „Nein.“ – „Wie süüüß, was ist das denn für eine Rasse?“ – „Ein Cocker-Mops-Mix.“ – „MOOOPS?? Wie süß! Und kann der auch alleine bleiben?“ – „Ja, ein paar Stunden bleibt sie auch hin und wieder alleine.“ – „Echt?!“ – „Ja, das muss man eben üben, wie bei jedem anderen Hund auch.“ – „Wie alt ist der denn?“ – „1,5 Jahre.“ – „Ist ja süüüß!“

„…macht dann 10 Euro, bitte.“ – ob ich das beim nächsten Mal sagen soll? Naja, gut, bisher gaben sich die Leute mit einigen Informationen zufrieden, aber was wenn es ausartet? Hey, es gibt Leute, die sich Hundeverhaltenstherapeuten schimpfen und das als „Wir beraten sie auch gern beim Welpenkauf“ betiteln. Ob ich darauf vielleicht hinweisen sollte? Die geben sicherlich auch gern Tipps über das Alleinbleiben und wie ich meinen Kläffer zur Ruhe bringe. Also sollte ich vielleicht das Beratungsschild beim nächsten Stadtbesuch abnehmen und stattdessen eine Liste qualifizierter Hundetrainer auf meine Stirn heften. Oder aber auf das altbewährte Logogeschirr zurückgreifen, auf dem einst die Worte „Kein Labrador“ für Aufklärung sorgen sollten, und Maya alle wichtigen Informationen gebündelt auf die Seite kletten:

English Cocker Spaniel-Mops-Mischling, 1,5 Jahre, weiblich, liebenswertes Energiebündel mit eigenem Kopf, hat Hasen zum Fressen gern, bleibt allein, ist stubenrein, fährt Auto, beherrscht die Grundkommandos und auch einige Tricks, sehr aktiv, aber auch für eine Schmusestunde zu haben, schläft am liebsten unter der Bettdecke und hat ein Faible für Erdbrocken und Steine……

6 Kommentare

  1. Cathrin Drosihn sagt: Antworten

    Hallo, bin vor zwei Wochen auf Maya gestoßen und hab mich direkt verliebt

  2. Sperling Kathrin sagt: Antworten

    nachdem unser Welpi in unseren Haushalt eingezogen ist, habe ich eure Seiten u. Bilder im Netz entdeckt.
    Welpi heißt Marlon und ist jetzt 4 Monate alt. Bilder muss ich euch keine senden, es ist fast erschreckend –
    eineiige Zwillinge sehen sich genauso ähnlich…und eure Beschreibungen dazu decken sich eins zu eins…
    LG und uns weiterhin viel Spaß mit Schnuffel

  3. Herrlich… Habe seit 7 Monaten einen „Mopco“ namens Abby… Hab sie aus dem Tierheim. Und diese Gespräche die du beschrieben hast sind identisch. Bloß das mein Abbynator leider noch nicht alleine bleiben kann…
    Und egal wie verrückt und wirbelig die Kurze ist ich bin so froh das ich sie hab!!!!

    Lg

  4. Gabi Speckbacher sagt: Antworten

    Puggle-Halter können ein Lied davon singen! Der Puggle ist eine Hybrid-Rasse (eine Zucht aus Beagle und Mops). Mit einem Puggle erregt man ebenfalls immer Aufsehen (leider, denn mit den Jahren nervt das etwas) und auch Puggles werden selbst im hohen Alter häufig noch für Welpen gehalten, weil sie das Kindchen-Chema nicht verlieren. Unser Puggle-Rüde ist jetzt sechs Jahre alt und immer wieder werden wir gefragt wie alt er denn ist oder man hört ein „guck mal der süße Welpe“ aus dem Hintergrund raunen (das geht allen Puggle-Haltern so).
    Vom Wesen sind Puggles dem Beagle sehr ähnlich, also sehr lauffreudige Jagdhunde, die viel Bewegung und geistige Beschäftigung brauchen. Gibt man ihnen das, dann sind sie zuhause die reinsten Schmusebären und wollen am liebsten immer mit ihren Menschen kuscheln. Erfüllt man die Ansprüche eines so aktiven Hundes nicht, wird er mit Sicherheit zuhause viel Unsinn anrichten und Unruhe stiften oder merkwürdige Eigenarten entwickeln (wie jeder Hund, der nicht seinen Bedürfnissen entsprechend gehalten wird). Puggles gibt es in schwarz und in beige, schwarze Puggles sehen diesem Cocker-Mops Mix namens Maya übrigens ziemlich ähnlich, lediglich Nase und Ohren des Puggles sind ein wenig kürzer und die Rute leicht geringelt an etwas kompakterem Körperbau.

    Ich bin mit Hunden groß geworden, lebe also seit über 50 Jahren mit Hunden und die Fragen, die der Halterin von Maya tlw. gestellt werden, kenne ich (vor allem seit wir einen Puggle haben); auf manche reagiere ich inzwischen etwas ungehalten, denn zu fragen, ob eine Rasse alleine bleiben kann ist einfach nur dämlich und entlarvt gänzliche Unkenntnis in punkto Hund! Auch die Frage nach der Bellfreudigkeit oder dem Bewegungsdrang zeugt von absoluter Non-Kenntnis! Das nervt mich ebenso wie die verbreitete laienhafte Meinung, ein großer Hund bräuchte viel Auslauf und ein kleiner wenig! Denn abgesehen von braccoiden Rassen ist es oft sogar genau umgekehrt! Das Bewegungsbedürfnis ist abhängig von der Morphologie eines Hundes, nicht von der Körpergröße!
    Wer solche Dinge erst erfragen muss, hat sich im bisherigen Leben nie ernsthaft mit Hunden auseinandergesetzt und sollte tunlichst davon Abstand nehmen, über eine Anschaffung nachzudenken!
    Ich empfehle in solchen Fällen, sich erst einmal intensiver mit Kynologie und Hundekommunikation zu befassen und dann im Tierheim als freiwilliger Helfer oder Gassi-Gänger anzuheuern. Wenn man dann nach ein bis zwei Jahren intensivem Kontakt immer noch das Bedürfnis nach einem eigenen Hund hat und glaubt genug Empathie, Zeit und Engagement mitzubringen, dann ist man evt. auch reif für den eigenen Hund!

    Aufgrund der eher braccoiden Morphologie (mit leicht molossoiden Einschlägen) gehe ich davon aus, dass Maya vom Englischen Cocker abstammt (denn die Kreuzung von Mops mit Amerikanischem Cocker würde eher einen molossoiden Typ ergeben), daher kann man sicher sein, dass Maya einen ausgeprägten Bewegungsdrang, mit viel Lauf- und Rennfreudigkeit hat (Jagd- und Suchspiele sowie Agility wären sicher perfekt für sie).
    Englische Cocker wurden als Jagdhunde (Stöber- und Apportierhunde) gezüchtet. Das Jagd-Allel setzt sich bei solchen Hunden immer durch, auch bei der Verpaarung mit einem Mops!

    Ich kann mir schon vorstellen, dass Maya eine Seele von Hund ist, denn Englische Cocker sind sehr anhänglich und eine der friedlichsten Rassen und der Mops wurde ja ohnehin als Gesellschaftshund gezüchtet. Aber auch die Kopfarbeit darf man bei einem solchen Hund nicht vergessen, denn als eine der ältesten Hunderassen sind englische Cocker meist sehr intelligent (und auch das setzt sich in der Verpaarung mit dem Mops i.d.R. dominant durch), sie brauchen also unbedingt auch „geistige Nahrung“!

    Da diese Mischung jedoch nicht bewusst als Hybrid-Rasse gezüchtet wird, ist es wohl keine Option für andere Hundefreunde.
    Mein Tipp: geht doch mal ins Tierheim, dort gibt es sicher einen, der euch mindestens genauso gut gefällt.

    Oder ihr entscheidet euch für einen schwarzen Puggle. Auch wenn sie eher der molossoiden Morphologie entsprechen (selten mit leicht braccoidem Einschlag), sind sie sowohl optisch als auch wesenstechnisch nicht sehr weit von Maya entfernt und werden ein ähnliches Stockmaß haben.
    Aber wie immer beim Gang zum Züchter: bitte auf eine seriöse Zucht achten! Es gibt in Deutschland nur wenige seriöse Puggle-Züchter, vermutlich kaum mehr als 10! Die anderen sind meist Tierhändler, wie so oft bei beliebten Rassen! Am besten man informiert sich im Puggleclub, die haben eine Züchterliste! Die Website ist zwar vermutlich immer noch inaktiv (sie wurden letztes Jahr wohl gehackt o.ä.), aber der Club existiert noch (ich kenne die beiden Gründerinnen), die verschicken die Kontaktdaten von seriösen Züchtern auf Anfrage (info@puggleclub.de).

    Ansonsten wäre mein erster Tipp natürlich immer das Tierheim, da findet man ganz gewiss den richtigen Hund und tut auch noch ein gutes Werk!

  5. Hallo,

    ich suche nach einem Züchter für Mops-Cocker-Mischlinge.
    Woher habt Ihr eure Süßen?

    Ich freue mich über Eure Kommentare.

  6. Hallo, ich würde auch sehr gern wissen wollen woher Maya kommt.
    Ich möchte irgendwann auch unbedingt einen welpen aufziehen. Ich habe einmal einen mops-cocker-mix gesehen und wie die meisten mich sofort verliebt. Ich würde mich wirklich sehr über Nachrichten freuen.
    Viele Grüße!

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