San D(og)iego – Die Hundestadt

Bei einem Ausflug an den Strand landete Nils eher zufällig am San Diego Dog Beach und schwärmte bereits in höchsten Tönen von dem offiziellen Hundestrand. Logisch, dass ich diesen Strand bei meinem Besuch in Kalifornien auch sehen muss. Also machten wir uns mit unserem Mietwagen auf den Weg nach San Diego und schon beim Einbiegen in die ersten Straßen der Stadt kreuzten einige Vierbeiner mit Herrchen oder Frauchen am anderen Ende der Leine unseren Weg.

Unser erster Stop war dann ein Dog Wash mit Hunde-Boutique (in der es übrigens keine „Puppies-to-go“ gab), in dem die Vierbeiner im hinteren Teil des Ladens von Meerwasser und Sand befreit wurden, während andere an der Ladentheke schnüffelten und uns springend begrüßten als wir den kleinen Laden betraten. Betört vom Duft nach nassem Hund (das meine ich ernst!) und dem Anblick der vielen tollen Spielsachen (ein Hund kann NIE genug Spielsachen haben!) schwebte ich bereits auf Wolke Sieben und konnte mich gar nicht recht entscheiden, was wir Maya denn nun mitbringen sollten. Die Wahl fiel auf einen Delfin, der meiner Meinung nach robuster war als die 08/15 Plüschtiere und Maya’s Zerstörungswahn (oder Heißhunger?!) auf ebendiese einige Zeit standhalten könnte. Dazu gab es ein paar hundefreundliche Tennisbälle in rosa, blau und lila und eine original Dogwash-Frisbee gratis obendrauf. Mein Tag war jetzt schon perfekt und ich konnte es kaum erwarten, endlich am Hundestrand anzukommen um diesen tollen Tag noch perfekter zu machen!

Bereits am Parkplatz wimmelte es von nassen Vierbeinern, die stolz ihre Bälle umhertrugen oder sich von Frauchen im Auto eine trocknende Handtuch-Massage verpassen ließen. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, konnte es endlich losgehen. Und da war er – der Hundestrand! Einen Hundestrand hatte ich mir immer toll vorgestellt, aber das übertraf all meine Erwartungen und bestätigte Nils in seiner Aussage, dass er noch nie so viele Hunde an einem Fleck gesehen habe. Der Dog Beach ist DER Place to be für den California-Dog!

Achja, einen Lifeguard gibt es am Dog Beach natürlich auch. Ausgestattet mit der klassischen roten Badehose und einem kleinen roten Board behält er die Vierbeiner im Auge und rettet nicht nur diese vorm Ertrinken, sondern auch vielmehr die Zweibeiner vorm Versinken in Hundehäufchen, die sich an einem Hundestrand wohl nicht vermeiden lassen. Dennoch muss ich sagen, dass der Strand absolut Tretminen-frei war und sollte doch mal ein Vierbeiner beim Versuch sein Geschäft im Wasser zu erledigen erwischt werden, gibt es Ärger mit dem Häufchen-Kontroll-Lifeguard – so wie sich das gehört! :-)

Vom Chihuahua, über den Dackel und die Bulldogge, zahlreiche bunte Mischlinge, bis hin zum Ridgeback und der Dogge – an diesem Strand waren wirklich die verschiedensten Rassen und Typen von Hunden, die friedlich miteinander spielten, im Wasser rauften, Bälle apportierten und in die Wellen sprangen. Wirklich jeder der Strandbesucher hatte mindestens einen Hund dabei (wodurch ich mir irgendwie ein wenig nackt vorkam – aber was soll’s – einfach so tun, als würde einer zu uns gehören, waren schließlich genug da…). An Sätze wie „Meiner mag keine Rüden mit 40cm Schulterhöhe und kleiner“ oder „Oh, von einem schwarz-weiß gefleckten Hund mit braunen Pfoten wurde meiner mal gebissen, die mag er nicht“ oder „Mein Hund mag leider keine Welpen.“ war hier gar nicht zu denken. Groß und klein, jung und alt, bunt und einfarbig und wie verschieden diese Hunde auch sein konnten – es gab weder Stunk, noch Prügeleien, was ich bei dieser riesigen Anzahl an Hunden wirklich erstaunlich finde. Wer gerade nicht mit seinen Menschen oder anderen Hunden am Wasser spielte, lag brav neben seinen Zweibeinern auf dem Handtuch (ich schätze Maya wäre an diesem Strand Amok gelaufen und erst zur Ruhe gekommen, wenn sie vor Erschöpfung umgefallen wäre…).

Um diesen Anblick in vollen Zügen zu genießen, legten wir uns inmitten der tobenden Hundeschar und bekamen auch prompt Besuch von einem kleinen Wuschelhund, der sich zu uns auf’s Handtuch gesellte. Auch wenn mir Maya dort unheimlich gefehlt hat und ich mir wünschte ihr diesen tollen Strand zeigen zu können, war es wirklich ein wunder-wunder-schöner Tag – und ich bin tatsächlich immernoch platt! San Diego ist wirklich ein Hundeparadies.

One Reply to “San D(og)iego – Die Hundestadt”

  1. […] ich weiß zwar nicht wo das ist, aber da wir da nie mit dürfen, muss es wohl recht weit sein. Wie auch beim letzten Mal, sind die Zweibeiner wieder nach San Diego an den Hundestrand gefahren. Und wieder schwärmt […]

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