Der Tag, an dem Maya ihr Gehör verlor – oder – Hallo Flegelphase!

Unser erstes Jahr mit Maya ist wirklich schnell vergangen. So manches Mal muss ich an unsere Welpenzeit zurückdenken, wenn Maya mich mit ihren frechen Aktionen um den Verstand gebracht hat. Nun sind die Zeiten vorbei, in denen Hände als Spielzeug gesehen wurden und ich täglich neue „Bisswunden“ sammelte, in denen Maya sich ans Hosenbein hing und sich einfach mitschleifen ließ und sie unseren Kleintierfriedhof im Garten umgrub und plötzlich mit einem Hasenbein in der Schnauze durch den Garten flitzte.

Die kleine Maya hatte es schon im zarten Alter von 9 Wochen faustdick hinter ihren süßen Schlappohren – man mag es kaum glauben, oder? :-)

All das haben wir doch ganz gut hinbekommen. Aber wie das nunmal so ist, schlittert man doch irgendwie von der einen Flegelphase in die nächste. Wie uns unsere Welpentrainerin schon sagte: „Das jetzt ist nicht so schlimm, wartet erst mal bis sie ein Jahr alt wird, dann vergisst sie alles, was sie jemals gelernt hat!“ Wie wahr…

Es gab kaum etwas, das vor unserem kleinen schwarzen Teufel sicher war, nicht einmal der Rasensprenger wurde verschont.

Ich war eigentlich immer der Ansicht, dass Maya für ihr Alter doch gar nicht so schlecht hört. Die Grundkommandos sind ihr ein Begriff und werden auch auf Distanz ausgeführt, Fuß laufen ist zwar langweilig, aber wenn es danach ein Leckerli gibt war es das wert und aus dem Würgelauf an der Leine wurde ein recht entspanntes Laufen ohne viel Gezerre. Tja, so war das vor ein paar Wochen – bis zu dem Tag, an dem Maya ihr Gehör verlor. :-)

Manchmal war Maya ein richtiger Streber in der Hundeschule…

und auch bei unseren Spaziergängen macht sie super mit, sofern sie nicht irgendetwas interessanteres findet.

Ja, so konsequent wie Maya meine Kommandos bei einem winterlichen Waldspaziergang überhörte, musste ich auf plötzliche Taubheit schließen. Wie sich nachher herausstellte, war wohl doch noch ein Resthörvermögen vorhanden. Denn nach gefühlten 149 Hier- Rufen, kam Madame in einem Affenzahn auf mich zugeflitzt – um dann etwa zwei Meter vor mir eine Vollbremsung hinzulegen und eine Runde schnuffeln zu gehen. Ja, das motiviert natürlich ungemein! ;-)

Diesen Blick hat Maya wirklich drauf – so schaut sie mich an manchen Tagen einfach nur verständnislos an, anstatt mein Kommando auszuführen.

Natürlich weiß Maya in diesem Moment sehr genau, was ich von ihr will und wirft mir mit ihren Kulleraugen einen treu-doofen Blick zu. Wenn sie sprechen könnte, hätte ich wohl etwas zu hören bekommen wie „Frauchen, du siehst doch, dass ich gerade beschäftigt bin, das ist jetzt wirklich ungünstig. Also geh doch einfach schonmal vor und ich komme dann nach, wenn ich soweit bin. Ist wirklich wichtig!“.

„Siehst du Frauchen, bin doch da!“ – Das scheint Maya so manches Mal sagen zu wollen, wenn ich das zuverlässige Herankommen wieder mal überbewertet habe…

Ein wahres Engelchen – oder?!

Genauso hat Fräulein entdeckt, dass es doch eigentlich ganz lustig ist, Frauchen ein bisschen zur Weisglut zu bringen, indem man Sitz und Platz durcheinander bringt. Anstatt Sitz, machte Maya an besagtem Tag partout Platz. Sagte ich nochmal Sitz und versuchte sie mit der Hand hochzulocken, betonte sie mit einem Pfotenschlagen, dass sie doch schon liegt. Was sagt man dazu? Kommandos ausgelöscht, „Hier“ haben wir noch nie gehört und wir wissen auch nicht mehr was man als Hund darf und was nicht.

Hmm, kann man das essen?

Zu letzterem gehört unter anderem das Jagen. Leider kommt sie in dieser Hinsicht mehr nach dem Cocker als nach dem Mops. Genau genommen, kommt sie überhaupt nicht nach dem Mops. Denn wie sich kürzlich gezeigt hat, muss Madame gar keine Beute sichten um hinterherzuhetzen. Nein, eine lecker duftende Fährte reicht völlig aus um wie ein Pfeil auf den Acker zu schießen. Kombiniert mit dem Cocker-typischen Sturkopf kommt eine Mischung zustande, die mich hin und wieder an meine Grenzen bringt.

Ich bleibe dabei dennoch relativ entspannt, denn für solche Situationen habe ich Maya auf die Hundepfeife konditioniert. Ich pfeife also und – nichts passiert. Maya schießt weiter unbeirrt in einem Zick-Zack-Lauf über die Felder, was mich vermuten lässt, dass ihr Taubheitsstatus noch weiter fortgeschritten ist. Glücklicherweise reichten zwei weitere Pfiffe aus und Maya kam freudig wedelt zu mir gerannt.

Beutespiele findet Maya super – Hetzen, Fangen, Apportieren. Mit einer echten Hasenjagd können diese Spielchen jedoch kaum konkurrieren.

Ein Fall für den Hundeprofi? Von diesem Gedanken haben mich die etwas besseren Tage wieder abgebracht. Denn Gott sei Dank hat mir Maya schnell bewiesen, dass sie weder taub, noch doof ist und durchaus meine Kommandos befolgen kann – wenn sie denn will. :-) Glücklicherweise überwiegen dank unseres Trainings die guten Tage und manchmal mausert sich Maya als echter Musterschüler.

„Mensch, da hört aber jemand gut“, hörten wir erst kürzlich von den anderen Hundehaltern auf dem Feld, die ihrem Vierbeiner dabei einen vorwurfsvollen Blick zuwarfen – vielleicht wird aus Maya also doch noch ein wohlerzogener vierbeiniger Begleiter. :-)

2 Kommentare

  1. vom wohlerzogenen Vierbeiner träume ich noch… :) da wird Maya im Gegensatz zu Blacky um einiges vorbildlicher sein :)))

  2. Tja, leider hat sie immernoch ihre „sturen Phasen“. Gerade jetzt nach einer Woche Leinenzwang laufen wir eigentlich nur in Richtungswechseln, damit Madame wieder lernt wie das noch gleich war mit der lockeren Leine ;)

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