Wie ich mit dem Bär um die Fischpaste kämpfte

Gestern war ein ganz normaler Tag – eigentlich. Frauchen und ich haben morgens unsere Runde gedreht, ein bisschen gespielt und getobt und naja – auch ein bisschen meine Ohren trainiert. Ja, Frauchen sagt nämlich immer, ich würde manchmal so schlecht hören.

Natürlich gibt es nach der Morgenrunde erstmal Frühstück, erst für mich und dann für Frauchen, so wie sich das gehört :-). Tja, denkste… Anstatt mir ein leckeres Frühstück zuzubereiten hat die einfach angefangen zu essen. Hallo?! Hat die mich etwa vergessen?? Sicherheitshalber habe ich mich noch ein Weilchen in der Nähe meines Napfes aufgehalten, damit Frauchen merkt, dass sie was vergessen hat. Alles vergebens. Es gab kein Frühstück. Etwas enttäuscht begab ich mich also auf meine Couch und machte trotz leerem Magen ein kleines Verdauungsschläfchen.

Wieder Zuhause angekommen, wollte ich ja eigentlich wach bleiben. Ich hab’s wirklich versucht, aber meine Augen waren so schwer, dass ich einfach im Sitzen eingeschlafen bin.

Als ich aufwachte wollte Frauchen einen Ausflug mit mir unternehmen, denn das machen wir immer, wenn ich ins Auto hüpfen muss (übrigens hatte ich in der Zwischenzeit immernoch nichts zu essen bekommen!). Da ich ja nicht doof bin und immer fleißig aus dem Fenster gucke, wusste ich sofort, dass wir zu den Leuten fahren, bei denen ich auf dem Tisch sitzen darf und Thunfischpaste bekomme – unter uns: Zuhause darf ich das nicht! Umso größer war natürlich meine Freude und ehe ich mich versah, saß ich auch schon wieder auf dem Tisch und schlabberte die Paste was das Zeug hält, schließlich hatte ich einen Bärenhunger. Die Leute um mich herum bemerkte ich gar nicht, zu sehr war ich mit meiner Thunfischpaste beschäftigt. Da ich aber noch lange nicht satt war, war es wirklich ärgerlich, dass ich plötzlich sooo müde wurde, dass ich mich auf der Stelle hinlegen musste. Zu gern hätte ich das Zeug komplett aufgegessen.

Da mir ganz schrecklich kalt war, durfte ich mich zu meinen Menschen auf die Couch kuscheln und habe dort den halben Tag verpennt.

Tja, was dann passierte, weiß ich leider nicht. Habe wohl ziemlich fest geschlafen, von Thunfischpaste geträumt und als ich aufwachte war ich sehr erschöpft… Mensch, habe ich etwa mit einem Bären gekämpft? Wollte er meine Paste klauen? Vermutlich wird es so gewesen sein, denn ein wenig Schmerzen hatte ich auch, die ich wohl aus dem Kampf davontrug. Erst als ich wieder halbwegs zu mir kam, stellte ich fest, dass ich einen weißen Anzug trug. Was sollte das denn? So gern ich mich mehr darüber geärgert hätte, ich war einfach viiieeel zu müde. Und wo war eigentlich mein Frauchen? So langsam fand ich es dann doch ein wenig doof, alleine in dem dunklen Raum, zu müde um mich aus dem weißen Anzug zu befreien und nach Hause zu laufen.

Jetzt hol mich doch mal einer aus dem weißen Ding raus! Das ist echt uncool.

Ein wenig später wurde ich durch eine vertraute Stimme wieder wach. Hey, mein Frauchen hatte mich doch nicht vergessen! Sie musste im Nebenraum sein. Damit sie mir nicht wieder davondüste, mobilisierte ich alle Kräfte und stellte mich in geeigneter Position vor die Tür. Und Gott sei Dank öffnete sie sich schon nach einigen Minuten und ich konnte taumelnd, aber schwanzwedelnd mein Frauchen in Empfang nehmen. Hoppla, ein bisschen schwindelig war mir ja schon irgendwie. Aber bloß nichts anmerken lassen. Tapfer drehte ich ein paar wacklige Runden durch den Raum, in dem ich die Fischpaste bekommen hatte und dann durfte ich mit Frauchen nach Hause gehen.

Nach unserem ersten Spaziergang war mir wieder ganz schön kalt. Frauchen hat mir eine Wärmflasche gemacht und mich zugedeckt.

Dort angekommen, wusste ich gar nicht wohin mit mir. Ich war hundemüde und hätte am liebsten den ganzen Tag durchgeschlafen, aber verpassen wollte ich auch nichts. Und außerdem liegt es sich mit dem weißen Anzug unheimlich schlecht. So bin ich dann erstmal im Sitzen eingeschlafen, habe aber bald eine geeignete Liegeposition gefunden und konnte mich ein wenig erholen. Zugegebenermaßen war mir auch ein wenig übel, aber nunja, auf die Details möchte ich nicht eingehen.

Heute Morgen konnte ich endlich wieder ein bisschen schnuffeln gehen…

…allerdings wollten meine Beine mich noch nicht so weit tragen und wir sind schon bald wieder nach Hause gegangen.

Ich glaube ich habe tatsächlich den ganzen Tag verpennt und auch heute muss ich noch sehr viel Schlaf nachholen. Wer schonmal mit einem Bären gekämpft hat, weiß wovon ich spreche. Trotzdem bin ich schon wesentlich fitter und war heute sogar schon ein bisschen draußen, bin ein paar Schritte getrabt und habe meine Freundin Mandy getroffen. Toben durften wir leider nicht, aber dazu war ich auch noch viel zu müde. Das Tollste kam dann nach unserem Spaziergang: ich bekam endlich etwas zu beißen! Und zwar frischen Blättermagen, mmmmhhhhh, das wurde wirklich Zeit.

Das war mein Highlight des Tages: 28kg Fleisch, NUR FÜR MICH!! Da vergisst man doch jedes weiße Kleidchen und ist direkt wieder hellwach! (Natürlich hat Frauchen da wieder was falsch verstanden und hat alles in den großen Schrank gepackt, anstatt es mir zu geben..)

Nun habe ich mich zufrieden und gesättigt zurück auf meine Couch begeben und mache ein kleines Nickerchen – oder vielleicht auch ein größeres… Heute Nacht werde ich dann genug Kraft getankt haben, um mich aus meinem Anzug zu befreien! :-)

Oh, Frauchen scheucht mich gerade weg. Sie möchte wohl auch was sagen…

Ja, nach langem Überlegen und viel Hin und Her, haben wir uns entschieden, Maya kastrieren zu lassen. Auch wenn wir einst dagegen waren, konnten wir der kleinen Maus einfach nicht zusehen, wie sie sich durch ihre Scheinschwangerschaft kämpft und Tag für Tag depressiver wurde, bis sie letztlich kaum noch vor die Tür gehen wollte.

Sie hat alles gut überstanden, macht trotz des vielen Schlafens (das ihr gegönnt sei) heute schon einen recht fitten Eindruck und wird bestimmt ganz bald wieder die verrückte Hummel sein, die wir kennen und lieben.

Danke an alle, die gestern an uns gedacht haben und so fleißig die Daumen und Pfoten gedrückt haben!

One Reply to “Wie ich mit dem Bär um die Fischpaste kämpfte”

  1. Der Schritt steht uns auch noch bevor. Für unseren „Cocker-Mops“ – der Maya übrigens extrem ähnlich sieht, wenn nicht sogar identisch- müssen wir auch noch den richtigen Zeipunkt finden.
    Alles Gute!

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